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Schaeffler-Krise Ohne Staat keine Rettung?

 |  11.02.2009, 16:45  |  1649 Aufrufe  |   0  | 
„Ohne Staatsbürgschaften lassen sich die Probleme des fränkischen Autozulieferers Schaeffler nicht lösen.“ Zu diesem Schluss kommt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, in einer aktuellen Modellrechnung, die Euro am Sonntag Online vorliegt. Der Autoexperte zeigt sich zuversichtlich, dass Schaeffler-Continental ab 2011 wieder ertragreich sein kann.

Hoch verschuldet

Weder die Innovationsfähigkeit, noch die Effizienz und Qualität der Fabriken oder die guten Kundenbeziehungen seien in den vergangenen Monaten zerstört worden. „Die Organisation, die über Jahre ertragreich gearbeitet hat und eine beeindruckende Wachstumsstory geschrieben hat ist intakt und unverändert“, schreibt Dudenhöffer.

Der Wissenschaftler fordert neben Staatbürgschaften auch den Verbleib künftiger Gewinne über einen längeren Zeitraum im Unternehmen. Schaeffler hatte sich für die Übernahme des Konkurrenten Continental mit rund zehn Milliarden Euro verschuldet. Bis 2011 könnte sich nach Dudenhöffers Prognose bei Schaeffler ein Schuldenberg von knapp 23,7 Milliarden Euro angehäuft haben. Danach seien jedoch die Voraussetzungen gut, die Schuldenlast langsam abzubauen. „Unterstellen wir ein konservatives Wachstum der Weltautomärkte, das ein jährliches Schaeffler-Conti Umsatzwachstum von drei Prozent generiert und eine konservative EBIT-Rendite von neun Prozent, dann wäre bereits im Jahre 2020 der Schuldenberg auf knapp 10 Milliarden Euro abgebaut, wenn keine Gewinne entnommen werden und die Gewinne zu 35 Prozent versteuert werden“, schreibt Dudenhöffer.

Worst-Case-Szenario

Selbst angesichts eines Worst-Case-Szenarios, in welchem der Umsatz im laufenden Jahr um 25 Prozent und im folgenden Jahr nochmals um fünf Prozent zurückgehen könnte, ist der Autoexperte zuversichtlich, dass der Schuldenberg bis 2022 auf 16,77 Milliarden Euro abgebaut werden könnte.

Ohne Staatsbürgschaft sieht Dudenhöffer für Schaeffler-Conti indes schwarz: Die Umsatzeinbrüche aufgrund der Finanzkrise und die Börsenbewertung der Conti hätten das Rating der Schaeffler-Conti-Gruppe abgrundtief in Richtung Junk-Bonds gezogen. „Damit wird es fast unmöglich, sich für die Übergangszeit bis 2015 zu finanzieren“, ist sich Dudenhöffer sicher.

Neben dem Staat kommt jedoch auch ein Investor zur Rettung Schaefflers in Frage, der sich als stiller Gesellschaft engagiert. Gestern hatte die Financial Times Deutschland berichtet, der Staatsfonds IPIC aus dem Emirat Abu Dhabi sei womöglich an einem Einstieg interessiert. Bisher ist allerdings offen, ob es zu konkreten Verhandlungen kommen wird. (ben)

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