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ROUNDUP Conergy verschiebt Jahresabschluss - Aktie verliert deutlich

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
 |  26.03.2009, 10:42  |  751 Aufrufe  |   | 
HAMBURG - Das angeschlagene Solarunternehmen Conergy hat die Veröffentlichung des Jahresabschlusses überraschend verschoben. Hintergrund seien noch laufende Verhandlungen mit einem ´wichtigen´ Lieferanten, teilte die im TecDAX notierte Gesellschaft am Donnerstag mit. ´Da deren Ausgang noch wesentliche Auswirkungen auf das Jahresergebnis des Unternehmens hat, kann der Jahresabschluss derzeit nicht festgestellt werden.´ Ursprünglich wollte die Gesellschaft, die im Herbst 2007 nur knapp an der Pleite vorbeischrammte, an diesem Freitag ihre Bilanz vorlegen. Laut Mitteilung soll der neue Termin kurzfristig bekanntgegeben werden. Die Aktie verlor nach Mitteilung 16,47 Prozent auf 0,71 Euro.


Einzelheiten, weshalb wegen eines Lieferanten die Bilanz verschoben werden müsse, wollte ein Unternehmenssprecher nicht sagen. So blieb unklar, um welchen Lieferanten und welche Summe es sich handelt. Das Unternehmen nahm auch keine Stellung dazu, ob der Ausgang der Verhandlung die Anfang März bekanntgegebenen vorläufigen Zahlen eher positiv oder negativ beeinflussen werde. Den früheren Angaben zufolge war das Unternehmen 2008 noch tiefer in die Verlustzone gerutscht als im Horrorjahr 2007. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 252 Millionen Euro.

DUNKLE ERINNERUNGEN

Die Verschiebung der Bilanz nährt neue Zweifel an der Substanz von Conergy und weckte Erinnerung an das Jahr 2007. Damals nahm die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Ermittlungen auf, ob Conergy die Öffentlichkeit rechtzeitig über die prekäre finanzielle Lage des Unternehmens informiert hat. Bestraft wurde das Unternehmen aber schließlich nicht.

Die Hoffnung auf positive Nachrichten der Hamburger war zuletzt trotz eines Kursfeuerwerks in den vergangenen Tagen bei Analysten gering. Von den elf von dpa-AFX erfassten Experten empfahlen schon vor der Verschiebung zehn die Aktie zum Verkauf. Sie befürchten, dass die Wirtschaftskrise der TecDAX -Gesellschaft den Rest geben könnte.

SANIERUNGSKURS SCHIEN ERFOLGREICH

Dabei schien Unternehmensgründer Dieter Ammer, der im Herbst 2007 die Geschäftsführung nach der Beinahe-Pleite übernahm, mit seiner Sanierungskur auf einem guten Weg. Der frühere Tchibo-Chef hat Conergy eine Konzentration auf das vermeintlich profitable Solar-Geschäft verordnet und sich von allen übrigen Aktivitäten wie Biomasse, Windkraft und geothermischen Kraftwerken getrennt.

In den ersten neun Monaten 2008 legte der Umsatz noch deutlich zu. Doch dann kam die Wirtschaftskrise. Die Umsätze brachen in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres um 20 Prozent auf 178 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen bereits Anfang des Monats mitteilte. Im Gesamtjahr stand zwar noch ein Zuwachs des Erlöses von 40 Prozent auf eine Milliarde Euro zu Buche, das war aber weniger als von Experten erwartet. Das Unternehmen betonte, dass angesichts einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent derzeit kein weiterer Kapitalbedarf bestehe.

Spekulationen

Seit der Beinahe-Pleite im Herbst 2007 ist die Aktie abgestürzt. Vom einstigen Höchststand hatte das Papier bis Anfang der Woche rund 98 Prozent verloren und notierte nur noch bei 34 Cent - bis es in den Blick von Spekulanten geriet. Bis zum Handelsschluss am Mittwoch hatte die Aktie um rund 150 Prozent zugelegt. Händler begründeten dies mit der Vermutung, dass die Aktie über einen Euro gebracht werden solle, damit Investoren sich von den Papieren ´plus minus Null´ trennen könnten. Nach der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr, die Conergy rund 400 Millionen Euro dringend benötigtes Geld einbrachte, sitzen die begleitenden Banken der jüngsten Kapitalerhöhung auf großen Beständen./nl/wiz

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