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Börse Frankfurt Schluss Mäßige Verluste, Salzgitter unter Beschuss

 |  29.09.2009, 18:06  |  1008 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt - Nach der Kursrallye zum Wochenbeginn haben es die deutschen Anleger am Dienstag ruhig angehen lassen. Der DAX schloss am Ende mit 0,40 Prozent im Minus bei 5.713,52 Indexpunkten. Für den MDAX ging es gleichzeitig um 0,26 Prozent nach unten auf 7.332,22 Zähler. Der SDAX gewann 0,24 Prozent auf 3.475,59 Stellen. Der TecDAX fiel um 0,37 Prozent zurück auf 752,70 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,14 Prozent auf 121,73 Punkte.


Wie aus einer Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, signalisiert das DIW-Konjunkturbarometer für das dritte Quartal 2009 eine weiter steigende Wirtschaftsleistung in Deutschland. Demnach ist das saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Zuletzt war noch ein Plus von 0,8 Prozent in Aussicht gestellt worden. Wie das Statistische Bundesamt Destatis außerdem erklärte, hat sich der Rückgang der deutschen Außenhandelspreise im August etwas verlangsamt.


Wie am Nachmittag bekannt wurde, haben die US-Häuserpreise im Juli ihre Aufwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Wie aus dem S&P/Case-Shiller Home Price-Index hervorgeht, haben sich die Häuserpreise in den USA im Berichtsmonat gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent erhöht. Allerdings ist das US-Verbrauchervertrauen im September laut einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board zurückgegangen. Demnach lag der entsprechende Index im Berichtszeitraum bei 53,1 Punkten, nach revidiert 54,5 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten zuvor einen Stand von 57,0 Punkten erwartet. Lynn Franco, Director of The Conference Board Consumer Research Center, machte die zuletzt leicht verschlechterte Situation in der Realwirtschaft und am Arbeitsmarkt für den leichten Stimmungsrückgang verantwortlich. Die Wall Street hielt sich zuletzt aber vergleichsweise wacker. Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss lediglich mit bis zu 0,3 Prozent hinten. Die von der Drugstore-Kette Walgreen vorgelegten Ergebnisse haben offenbar überzeugt. Der Wert konnte zuletzt kräftig zulegen.


Nach Börsenschluss dürften insbesondere die Zahlen von Nike und Micron Technology für Aufsehen sorgen. Am Mittwoch werden aus Deutschland die Arbeitsmarktdaten erwartet. In den USA stehen außerdem der ADP-Arbeitsmarktbericht, die endgültigen Zahlen zum BIP für das zweite Quartal und der Chicagoer Einkaufsmanagerindex auf dem Programm.


Salzgitter verloren als DAX-Schlusslicht 2,3 Prozent. Hier hat eine Meldung belastet, der zufolge der Vorstand des Stahlherstellers beschlossen hat, eine Wandelanleihe in Höhe von rund 300 Mio. Euro zu begeben. Der Konzern nutze die Emission zur Diversifizierung seiner Finanzierungsquellen und beabsichtige, den Emissionserlös für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden. ThyssenKrupp gaben daneben 2 Prozent ab. Wie in der Presse zu lesen war, gibt der Industriekonzern den Bau ziviler Schiffe auf. Demnach stimmten die Aufsichtsräte der Werftentöchter HDW und Nordseewerke am Montag für eine Abgabe von weiten Teilen der Werftensparte. Am gleichen Tag trat der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) zusammen, um die Fokussierung auf den Bau von U-Booten und Kriegsschiffen zu besiegeln, hieß es weiter.


Kräftige Verluste fuhren daneben unter anderem auch MAN (-2 Prozent), RWE (-1,9 Prozent) und Siemens (-1,7 Prozent) ein. BASF gaben daneben knapp 1 Prozent ab. Der Chemiekonzern gab zuvor seine Strategie 2020 für die Region Asien, Pazifischer Raum bekannt. Dabei will BASF in dieser Region das jährliche Wachstum des Chemiemarkts um 2 Prozentpunkte übertreffen. Bei einem erwarteten Marktwachstum von 4 bis 5 Prozent pro Jahr will der Konzern damit den regionalen Umsatz bis 2020 verdoppeln und zugleich eine Prämie auf die Kapitalkosten verdienen. Um die Ziele in Asien zu erreichen, wolle BASF die Anzahl der Beschäftigten in Asien, Pazifischer Raum bis 2020 um mindestens 5.000 steigern. Titel der Deutschen Post schlossen mit 0,3 Prozent im Minus. Bei der Logistiktochter DHL stehen Presseangaben zufolge möglicherweise tausende von Entlassungen ins Haus. Hintergrund sei der dramatische Einbruch bei den weltweiten Expresssendungen. So stürzte laut dem Bericht im zweiten Quartal der Umsatz mit weltweiten Express-Sendungen um 28 Prozent ab.


Gegen den Trend konnten Volkswagen 1,5 Prozent zulegen. Der Automobilkonzern hat am Vorabend seine Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall abgeschlossen. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, erhalten die 95.000 Beschäftigten der Volkswagen AG ab 1. Januar 2010 eine Tariferhöhung von 4,2 Prozent. Zusätzlich seien zwei Einmalzahlungen vereinbart worden. An der Spitze zogen Infineon um gut 4 Prozent an. MERO gewannen 1,4 Prozent.


TUI stiegen im MDAX um knapp 3 Prozent. Wie der Reise- und Touristikkonzern bekannt gab, haben er und die britische TUI Travel sich auf eine Anpassung des Rückzahlungsplans für das von TUI gewährte Gesellschafterdarlehen geeinigt. Mit der Platzierung einer Wandelanleihe und der Aufnahme zusätzlicher Bankfazilitäten durch TUI Travel solle die weitere Rückzahlung fortgeführt werden. Der Restbetrag des ursprünglich 2 Mrd. Euro hohen Darlehens betrage aktuell noch rund 1 Mrd. Euro. ProSiebenSat.1 zogen an der Spitze um über 9 Prozent an. MTU verloren am Ende 5,6 Prozent.


Der Biotechnologiekonzern MediGene hat einen Lizenz- und Liefervertrag mit der Solvay Arzneimittel GmbH für die Belieferung und Vermarktung der Veregen-Salbe in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgeschlossen. MediGene erhalte in Abhängigkeit vom Erreichen bestimmter Meilensteine und Umsatzziele stufenweise Zahlungen im Gesamtvolumen von bis zu 3,65 Mio. Euro. Außerdem wird MediGene Solvay mit dem Fertigarzneimittel beliefern und ist über Lizenzzahlungen an den Verkaufserlösen von Veregen beteiligt, hieß es. Der Wert verlor im TecDAX 0,6 Prozent. Die rote Laterne lag bei Roth & Rau (-4 Prozent). centrotherm gewannen als Spitzenreiter 7,3 Prozent.


DAX: 5.713,52 (-0,40 Prozent) MDAX: 7.332,22 (-0,26 Prozent) SDAX: 3.475,59 (+0,24 Prozent) TecDAX: 752,70 (-0,37 Prozent) (29.09.2009/ac/n/m)

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