´FTD´ Rheinmetall vor Mehrheit an MAN-Sparte
HAMBURG - Rheinmetall steht einem Pressebericht zufolge vor einem Mehrheitseinstieg in die Militärsparte des Lkw-Herstellers MAN. Derzeit würden die Einzelheiten für ein Gemeinschaftsunternehmen verhandelt, an dem Rheinmetall dann 51 Prozent halten soll, berichtet die ´Financial Times Deutschland´ am Dienstag ohne Quellen zu nennen. Sprecher beider Firmen bestätigten auf Anfrage lediglich, dass die im Frühjahr publik gewordenen Gespräche über ein Rüstungsbündnis Erfolg versprechend verlaufen. ´Wir gehen davon aus, dass wir die Gespräche bis Jahresende abgeschlossen haben´, hieß es demnach gleich lautend bei beiden Konzernen.Der MAN-Aufsichtsrat hat dem Bericht zufolge bereits grünes Licht gegeben. MAN beziffert seinen Militärumsatz auf fünf bis zehn Prozent des Lkw-Umsatzes von zuletzt rund 9 Milliarden Euro also auf jährlich grob 700 Millionen Euro. Es sei noch zu früh, darüber zu spekulieren, ob die neue Firma die Rechtsform einer Europa-AG habe, hieß es bei MAN. Mit dem Bündnis Rheinmetall-MAN würde ein Komplettanbieter im Segment militärischer Radfahrzeuge entstehen. Zudem würde das Rüstungsgeschäft von den Erfahrungen der Lkw-Industrie mit Großserien profitieren. Europas Marktführer bei Militär-Lkw ist Daimler . In Frankreich beliefert beispielsweise Renault den Panzerhersteller Nexter.
Mit einer Mehrheit an der MAN-Militärsparte würde Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt den wachsenden Rüstungsanteil im Konzern weiter stärken. Vom Gesamtumsatz von 1,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr entfielen 789 Millionen Euro auf Rüstung und nur noch 717 Millionen Euro auf die Sparte Automobiltechnik, die auch unter der Branchenkrise leidet. Eberhardt hat das Ziel, den Rüstungsumsatz von 1,8 Milliarden Euro 2008 bis 2013 auf 3 Milliarden Euro zu steigern./fn/tw
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