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Kreise Opel-Verkauf soll besiegelt werden

Autor: dpa-AFX
 |  15.10.2009, 06:25  |  296 Aufrufe  |   0  | 
RÜSSELSHEIM - Der Verkauf des Autobauers Opel steht unmittelbar bevor: Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und Alteigentümer General Motors (GM) sind nach dpa-Informationen fest entschlossen, den Kaufvertrag an diesem Donnerstag (15. Oktober) zu unterzeichnen und damit den monatelangen Übernahmepoker zu beenden.

Bis zuletzt sollte über die künftige Mitbestimmung der Arbeitnehmer verhandelt werden, die sich über einen Lohnverzicht mit zehn Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligen sollen. Auch der Beitrag anderer EU-Länder mit Opel-Standorten zu dem 4,5 Milliarden Euro schweren staatlichen Hilfspaket war weiter offen.

Mit der Unterzeichnung des Übernahmevertrags ist das Geschäft aber noch nicht in trockenen Tüchern. Die EU-Kommission muss den Staatshilfen noch zustimmen. Zudem bereiten sich Magna und die Opel- Betriebsräte auf harte Verhandlungen zum Arbeitsplatzabbau und möglichen Werkschließungen vor. Magna will 10.500 der rund 55.000 Stellen in Europa streichen, zudem ist das Werk im belgischen Antwerpen bedroht. Die Übernahme soll Ende November endgültig abgeschlossen werden.

Hinter den Kulissen wurde am Mittwoch intensiv weiter verhandelt. Die Opel-Betriebsräte setzten ihre Gespräche mit Vertretern von Magna, GM und Opel über die künftigen Mitbestimmungsrechte der Belegschaft fort. Eine Einigung zwischen Magna und den Betriebsräten gilt als Voraussetzung für die Unterzeichnung des Kaufvertrags.

In Saragossa versuchte Magna, spanische Bedenken an dem Rettungskonzept auszuräumen. Dabei gab es Fortschritte: Magna habe in den Gesprächen ein Entgegenkommen signalisiert, teilte die Regierung der Region Aragonien mit. Demnach sollen in dem Opel-Werk nahe der aragonischen Hauptstadt Saragossa die zwei bisherigen Produktionslinien erhalten bleiben. Von 2013 an solle die neue Generation des Opel Corsa zu 72 Prozent in Spanien gefertigt werden. Die restlichen 28 Prozent sollen an das Werk in Eisenach gehen.

Es gebe aber noch offene Fragen: ´Es hat eine Annäherung gegeben, für eine Einigung reicht das aber noch nicht´, sagte Aragoniens Wirtschaftsminister Alberto Larraz. Die Verhandlungen sollen daher an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.

Die spanische Regierung hatte für das Werk bei Saragossa - dort gelten rund 1350 der 7200 Arbeitsplätze als gefährdet - langfristige Garantien gefordert. Andernfalls will das Land sich nicht an dem 4,5 Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungsplan für ´New Opel´ beteiligen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) setzt unterdessen weiter auf finanzielle Beiträge der anderen Opel-Länder. Auf die Frage, ob er Einigungschancen mit Spanien und Großbritannien sieht, sagte er: ´Aber ja, selbstverständlich.´ Die Bundesregierung will, dass sich die EU-Partner an dem Hilfspaket beteiligen - das würde nicht nur die Risiken der deutschen Steuerzahler senken, sondern auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die EU-Kommission die Staatshilfe billigt. Bisher gibt es aber noch keine Zusage.

In Großbritannien konnte Magna die Gewerkschaften inzwischen von seinem Konzept überzeugen. Nach Zugeständnissen der designierten Opel-Mutter ist die mittelfristige Zukunft der zwei britischen Werke der Opel-Schwester Vauxhall nach Gewerkschaftsangaben gesichert. Bis 2013 habe Magna eine Garantie für die Werke in Ellesmere Port und Luton gegeben, wo die Belegschaft im Gegenzug für zwei Jahre auf Gehaltserhöhungen verzichtet. An den Vauxhall-Standorten arbeiten 5500 Menschen.

An ´NewOpel´ sollen Magna und die russische Sberbank zu jeweils 27,5 Prozent beteiligt sein, GM will 35 Prozent behalten. Die übrigen zehn Prozent sollen die Mitarbeiter einbringen. Dafür sollen sie über die Streichung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bis 2014 auf jährlich 265 Millionen Euro verzichten./hs/tst/DP/zb
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