ROUNDUP Krebsmedikamente und Tamiflu treiben Umsätze von Roche
BASEL - Die Blockbuster zur Behandlung von Krebs und das Grippemittel Tamiflu haben die Umsätze des Schweizer Pharmakonzerns Roche in den ersten neun Monaten angetrieben. Unternehmenschef Severin Schwan sprach am Donnerstag von einem sehr starken dritten Quartal. ´Die Verkäufe der Divisionen Pharma und Diagnostics wachsen deutlich schneller als ihre jeweiligen Märkte.´ Auf Basis des bisherigen Geschäftsverlaufs erwarte Roche ein sehr gutes Ergebnis für das Gesamtjahr.Die Aktien gaben im frühen Handel 0,74 Prozent auf 173,20 Franken nach. Die Umsätze hatten größtenteils im Rahmen der Erwartungen gelegen, einige Analysten hinterfragten jedoch die Nachhaltigkeit der Tamiflu-Umsätze. Bis Ende September steigerte Roche den Umsatz um 9 Prozent auf 36,4 Milliarden Franken (rund 24 Mrd Euro). Das entsprach in etwa den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz von Diagnostics stieg um 4 Prozent auf 7,4 Milliarden Franken. In der Pharmasparte kletterten die Erlöse sogar um 11 Prozent auf 29,0 Milliarden Franken.
AUSBLICK FÜR PHARMA ANGEHOBEN
Roche erwartet im Pharmageschäft für das Gesamtjahr nun ´mindestens ein hohes einstelliges Verkaufswachstum´. Bisher hatte das Unternehmen maximal ein hohes einstelliges Plus in Aussicht gestellt. Beide Sparten (Pharma und Diagnostics) sollen sich 2009 deutlich besser als der Markt entwickeln. Für den Kerngewinn je Aktie geht Roche für 2009 und 2010 weiterhin von einem zweistelligen Wachstum aus.
Die größten Wachstumstreiber für die Pharmasparte blieben neben dem Grippemedikament Tamiflu die führenden Krebsmedikamente: Der Umsatz des Verkaufsschlagers Avastin stieg um 26 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken. Ähnliche Summen wurden mit dem bei Leukämie und rheumatoider Arthritis eingesetzten Medikament Rituxan erzielt. Herceptin zur Behandlung von Brustkrebs brachte dem Konzern knapp 4 Milliarden Franken ein.
TAMIFLU-ZIEL VORZEITIG ERREICHT
Aber auch der Umsatz mit dem Grippemittel Tamiflu nahm im dritten Quartal dank der weltweiten Verbreitung des Schweinegrippevirus H1N1 noch einmal stark zu. In den ersten neun Monaten kam Roche so auf Erlöse von zwei Milliarden Franken. Mit dieser Summe hatte der Konzern ursprünglich für das Gesamtjahr gerechnet. Nun sollen es 2009 insgesamt 2,7 Milliarden Franken sein. 2010 will Roche mit Tamiflu 700 Millionen Franken erwirtschaften, bislang lag die eigene Schätzung bei 400 Millionen Franken.
INTEGRATION VON GENENTECH LÄUFT
Die Integration der Biotechnologietochter Genentech geht den Angaben zufolge zügig voran. Dank der Fortschritte bei der Integration könne auch im nächsten Jahr mit weiteren Produktivitätsgewinnen gerechnet werden. Bis 2011 hat sich Roche zum Ziel gesetzt, jährlich Synergien in Höhe von rund einer Milliarde Franken vor Steuern zu erzielen. Nach monatelangem Tauziehen hatte Roche die mit rund 46,8 Milliarden Dollar größte Übernahme der Schweizer Wirtschaftsgeschichte im Frühjahr unter Dach und Fach gebracht. In einer Telefonkonferenz sagte Unternehmenschef Schwan, der Pharmakonzern schaue sich dennoch weiterhin nach ´kleinen und mittelgroßen´ Übernahmezielen um./gr/stw/tw
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