Verbraucherportal Strompreise für private Haushalte 2009 auf Rekordniveau
BERLIN - Die Strompreise für private Haushalte in Deutschland sind nach Berechnungen des Verbraucherportals toptarif.de trotz der Wirtschaftskrise in diesem Jahr auf ein Rekordniveau geklettert. Noch nie mussten Verbraucher so viel für ihre Stromversorgung bezahlen wie 2009, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Den Berechnungen des Portals zufolge stiegen die Strompreise im Durchschnitt um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.Für die rund 40,1 Millionen Haushalte, die in der Bundesrepublik mit Strom versorgt werden, bedeuteten die Preissteigerungen zusätzliche Belastungen von etwa 2,1 Milliarden Euro, erklärte toptarif-Energieexperte Thorsten Bohg. So müsse ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom in diesem Jahr mehr als 804 Euro an seinen Versorger überweisen. 2008 seien es noch 753 Euro gewesen.
BAYERN, HESSEN UND NIEDERSACHSEN BESONDERS BETROFFEN
Verbraucher in Bayern, Niedersachsen und Hessen seien von den diesjährigen Preiserhöhungen am stärksten betroffen. In diesen Bundesländern kletterten die Strompreise seit Januar um mehr als 7,5 Prozent. In Berlin, Hamburg und Bremen gab es hingegen keine Preiserhöhungen bei den jeweiligen Grundversorgungsunternehmen.
Und die Preise ziehen laut toptarif.de weiter an: Zu Beginn des kommenden Jahres werden auch die Haushalte in den drei Stadtstaaten stärker zur Kasse gebeten. So erhöht der viertgrößte deutsche Energieversorger Vattenfall die Strompreise in Berlin und Hamburg um 6,3 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent. Auch die Bremer Stadtwerke planen von Februar an Preiserhöhungen von 4,5 Prozent beziehungsweise 7,7 Prozent in Bremerhaven.
WEITERE VERSORGER ERHÖHEN PREISE
´Insgesamt dürfte sich die Strompreisspirale in Deutschland 2010 weiter nach oben drehen´, erklärte Bohg. So erhöhten im Januar und Februar rund 160 weitere Stromversorger ihre Preise um bis zu 16 Prozent. Die Unternehmen begründen die Aufschläge mit steigenden Kosten für Stromtransport und der Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien. Weniger als 50 Unternehmen wollen die Preise senken.
Auch die beiden größten deutschen Stromversorger schließen Erhöhungen nicht aus. Eon will seine Preise aber zumindest bis ins Frühjahr stabil halten, RWE bis Sommer. Beide Konzerne erwarten in diesem Jahr erneut Milliardengewinne./nl/das/gr
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