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Wall Street Schluss Verluste, Intel und JPMorgan unter Druck

 |  15.01.2010, 22:20  |  2332 Aufrufe  |   0  | 

New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen gehen mit Verlusten aus der Handelswoche. Der Dow Jones verlor heute 0,94 Prozent auf 10.609,65 Punkte. Der NASDAQ Composite gab derweil 1,24 Prozent auf 2.287,99 Zähler ab, und der S&P 500 knickte um 1,08 Prozent auf 1.136,03 Punkte ein.

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar 2010 verbessert. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Michigan. So erhöhte sich der Gesamtindex auf 72,8 Punkte. Volkswirte waren von einem stärkeren Anstieg auf 74,0 Punkten ausgegangen. Im Vormonat wurde ein Stand von 72,5 Punkten ausgewiesen. Die US-Industrieproduktion ist im Dezember 2009 mit abgebremstem Tempo gestiegen. Dies teilte die U.S. Federal Reserve Bank mit. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 0,6 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im November um 0,6 (vorläufig: +0,8) Prozent geklettert war. Volkswirte hatten dieses Plus von 0,6 Prozent prognostiziert.

Der Anstieg der US-Verbraucherpreise hat sich im Dezember 2009 ebenfalls verlangsamt. Laut US-Arbeitsministerium erhöhte sich der Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vormonat nur noch um 0,1 Prozent, während er im November um 0,4 Prozent angestiegen war. Volkswirte hatten eine Preiserhöhung um 0,2 Prozent erwartet. Die um die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate stieg ebenfalls um 0,1 Prozent, nachdem sie im November unverändert geblieben war. Volkswirte waren hier von einem Plus von 0,1 Prozent ausgegangen. Die Federal Reserve Bank of New York ermittelte indes für Januar 2010 eine deutliche Verbesserung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So erhöhte sich der Empire State Manufacturing Index auf 15,92 Punkte, während Volkswirte nur mit einem Zuwachs auf 12,00 Zähler gerechnet hatten. Für Dezember war ein Stand von revidiert 4,50 Punkten ausgewiesen worden.

Die Großbank JPMorgan Chase (ISIN US46625H1005 / WKN 850628) hat heute ihre mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Wie der Finanzkonzern erklärte, lag der Nettogewinn bei 3,28 Mrd. Dollar bzw. 74 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 702 Mio. Dollar bzw. 6 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz erreichte 23,16 Mrd. Dollar, nach 17,23 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Zugewinne hatte der Konzern vor allem in den Bereichen Investmentbanking, Asset Management sowie im Geschäftskundensegment zu verzeichnen. Das Privatkundengeschäft schnitt hingegen deutlich schwächer ab als im Vorjahresquartal. Auch die nach wie vor schwierige Situation an den Häuser- und Immobilienmärkten hätten sich negativ bemerkbar gemacht. Analysten hatten zuvor ein EPS von lediglich 62 Cents, allerdings Umsatzerlöse von 27,02 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie von JPMorgan Chase verlor nach Zahlen über 2 Prozent. Bank of America, Wells Fargo und Morgan Stanley gaben jeweils rund 3 Prozent ab. Das Papier der Citigroup (ISIN US1729671016 / WKN 871904) knickte um etwas mehr als 2 Prozent ein. Der Finanzkonzern will Medienberichten zufolge die Bonuszahlungen an seine Banker für das abgelaufene Jahr auf maximal 100.000 Dollar in bar beschränken. Nach Informationen der "Financial Times" wolle die Citigroup damit der anhaltenden öffentlichen Kritik an den rekordhohen Bonuszahlungen an Top-Banker entgegentreten.

Die Aktie von Intel (ISIN US4581401001 / WKN 855681) verlor indes rund 3 Prozent. Dabei konnte der Chip-Konzern gestern nach Börsenschluss mit unerwartet starken Zahlen aufwarten. Die Erlöse des Konzerns stiegen im vierten Quartal um 28 Prozent auf 10,57 Mrd. Dollar. Auf bereinigter Basis wurde ein Nettogewinn von 55 Cents je Aktie ausgewiesen, während Analysten nur ein EPS von 30 Cents prognostiziert hatten.

Der britische Verlagskonzern Pearson (ISIN GB0006776081 / WKN 858266) zieht laut der "Financial Times" einen Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an Interactive Data (ISIN US45840J1079 / WKN 884427) in Betracht. Dabei kämen laut dem Bericht unter anderem Wettbewerber wie Bloomberg oder die börsennotierten Finanzinformations-Dienstleister McGraw-Hill (ISIN US5806451093 / WKN 851710) und Thomson Reuters (ISIN CA8849031056 / WKN 864655) als mögliche Interessenten in Betracht. Die Mehrheitsbeteiligung von Pearson an Interactive Data wird derzeit an der Börse laut dem Bericht mit knapp 1,5 Mrd. Dollar bewertet. Die Aktie von Interactive Data schoss heute um 14 Prozent in die Höhe. Papiere von McGraw-Hill gaben 0,3 Prozent nach.

Am kommenden Montag bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertages (Martin Luther King Day) geschlossen. (15.01.2010/ac/n/m)

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