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AKTIE IM FOKUS 2 SAP gegen den Markt schwach - Apotheker tritt zurück

Autor: dpa-AFX
 |  08.02.2010, 10:12  |  753 Aufrufe  |   0  | 
(Neu: Analystenkommentare der BHF-Bank, Commerzbank, Credit Suisse.)

FRANKFURT - SAP-Chef Leo Apotheker ist am Wochenende überraschend zurückgetreten und hat damit für einen schwächeren Aktienkurs gesorgt. Gegen 9.40 Uhr fielen die Papiere des größten europäischen Softwareherstellers um 0,88 Prozent auf 33,090 Euro. Zu diesem Zeitpunkt lagen gerade einmal vier Werte im Dax tiefer. Der Leitindex notierte zeitgleich bei 5.483,77 Zählern und damit um 0,91 Prozent fester. Europas größter Softwarehersteller erhält nach dem Rücktritt von Apotheker nun wieder eine Doppelspitze.

Laut Heino Ruland, Marktstratege bei Ruland Research, dürfte der plötzliche Rücktritt mit der schleppenden Geschäftsentwicklung einiger Bereiche zu tun haben. Er nannte etwa die immer wieder verschobene Markteinführung der Unternehmenssoftware on-demand (Business Bydesign). Aus Sicht eines Aktienhändlers dürfte der Rücktritt bei einigen den Eindruck erwecken, SAP habe seine Probleme nicht im Griff. Ein weiterer Börsianer schränkte ein, dass Gerüchte über ein mögliches Interesse Microsofts nun wieder wahrscheinlicher seien.

Laut Sarah Friar, Analystin bei Goldman Sachs, dürfte aber das neue Management einen stärkeren Fokus auf das Wachstum des Unternehmens legen. Gleichzeitig erhöhten die Veränderungen im Vorstand erst einmal die Risiken. Die neue Vorstandsriege werde sich verstärkt auf Innovation und direktes Feedback von Kunden konzentrieren, zeigte sich Friar überzeugt. Sie bleibe vorerst bei ihrer ´Neutral´-Einstufung.

Merrill-Lynch-Analyst Raimo Lenschow rechnet zunächst mit Unsicherheit, da sich viele Marktteilnehmer Gedanken über die Gründe des Abgangs von Apotheker machen. In der Presse sei ein Zusammenprall mit Aufsichtsratschef Hasso Plattner vermutet worden. In den vergangenen Monaten war spekuliert worden, Plattner sei mit der jüngsten Entwicklung von SAP nicht mehr zufrieden gewesen. Zudem gebe es offenbar eine interne Debatte über eine wieder stärkere Fokussierung auf Innovation oder Kostenkontrolle, schrieb der Experte. Er erwarte aber keine sofortigen Strategieänderungen. In seinen Augen bleibe SAP als Investment-Story intakt. Er bewertet die Papiere mit ´Buy´ und einem Kursziel von 40 Euro.

Jochen Klusmann von der BHF Bank schrieb, die angekündigte neue Ausrichtung enttäusche. Am Markt dürfte indes der Rücktritt Apothekers aber begrüßt werden. Klusmann beließ die Papiere auf ´Reduce´ mit Kursziel 32,50 Euro. Für Credit-Suisse-Analyst Philip Winslow bedeutet die Ernennung von Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe als gleichberechtigte Vorstandschefs eine Rückkehr zu Produktentwicklung und einer Strategie, die sich näher am Markt orientiert. Er bewertet SAP mit ´Outperform´ und Kursziel 40 Euro.

Der SAP-Experte der Commerzbank, Thomas Becker, schrieb in einem ersten Kommentar, die SAP-Gründer hätten die Geduld mit Apotheker verloren und an ihm nun ein Exempel statuiert. Apotheker sei dafür verantwortlich gemacht worden, dass es SAP nicht gelungen ist, das Wartungsgeschäft weiter auszubauen und den Verlust weiterer Marktanteile zu stoppen. Das Ziel einer EBIT-Marge von 35 Prozent könnte gegen das Ziel, Marktanteile zu gewinnen eingetauscht werden. Becker bewertet SAP mit ´Hold´ und einem Kursziel von 35 Euro./rum/fat
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