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Deutsche Bank-Chefvolkswirt Europäischer Währungsfonds geht mit Maastricht überein

 |  10.03.2010, 07:40  |  754 Aufrufe  |   0  | 
Thomas Mayer, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, glaubt, dass ein Europäischer Währungsfonds geschaffen werden könnte, ohne dass der Vertrag von Maastricht geändert werden müsste. „Ich denke, dass ein Europäischer Währungsfonds auch im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit geschaffen werden kann. Dafür muss man die Maastrichter Verträge nicht ändern“, sagte Mayer im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung DIE WELT (Mittwochausgabe). Das müssten aber letztlich Juristen entscheiden.

Thomas Mayer glaubt auch, dass ein Europäischer Währungsfonds eine europäische Wirtschaftsregierung, wie sie im Moment diskutiert wird, überflüssig machen würde: „Ich bin mir sicher, dass die Völker Europas lieber eine fiskalische Disziplinierungsinstitution hätten als eine europäische Wirtschaftsregierung, die hinter verschlossenen Türen über Sozialtransfers berät“, sagte Mayer in der WELT. „Eine tiefere politische Union wird immer eine Utopie bleiben.“

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank verteidigte außerdem die Idee eines Europäischen Währungsfonds gegen Kritik aus der Europäischen Zentralbank. Dort geht die Furcht um, dass Euro-Länder sich künftig weniger Mühe bei der Haushaltskonsolidierung geben könnten, wenn sie wüssten, dass ein Rettungsfonds bereitsteht. Mayer sagte, das Gegenteil sei der Fall: „Ein sehr strenger Europäischer Währungsfonds mit der Möglichkeit einer staatlichen Insolvenz würde ganz im Gegenteil Politiker davon abschrecken, eine laxe Haushaltspolitik zu machen.“

Auch Anlegern müsste klar sein, dass sie nicht darauf setzen könnten, dass ein Europäischer Währungsfonds ihre Investitionen sichert. Vielmehr müssten bei einem Einsatz des Fonds die Gläubiger des jeweiligen Landes gezwungen werden, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten. „Das ist auf keinen Fall ein Bail-out“ sagte Mayer gegenüber der WELT. (WELT)
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