Airbus fordert 500 Mio. von A400M-Triebwerksfirmen
Zwischen Airbus und dem Konsortium zum Bau des A400M-Triebwerks ist ein gewaltiger Schadensersatzstreit entbrannt. Die Airbus-Militärsparte (AMSL) fordert insgesamt rund 500 Mio. Euro vom Konsortium Europrop International (EPI), während das Bündnis seinerseits rund 425 Mio. Euro von AMSL beansprucht. Dies geht nach Recherchen der Financial Times Deutschland (Donnerstagsausgabe) aus EADS-Unterlagen hervor. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, wer für die bisher fast zweijährigen Verzögerungen bei dem Militärtransporter A400M verantwortlich ist.EADS-Chef Louis Gallois hatte am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Paris eingeräumt, dass es auch Forderungen von Zulieferfirmen gibt. Deren Kosten steigen beispielsweise durch die zeitlichen Verzögerungen oder technische Änderungen. Dem Konsortium EPI gehören Rolls-Royce (Großbritannien), MTU Aero Engines (Deutschland), Snecma (Frankreich) sowie ITP (Spanien) an. Eine EPI-Sprecherin wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern, da es sich um eine „kommerziell vertrauliche Angelegenheit zwischen Airbus und EPI“ handele. Das operative Geschäft laufe ungestört.
Aus den EADS-Unterlagen geht hervor, dass der Konflikt zwischen AMSL und EPI zuletzt eskalierte. Ein zunächst geplantes Stillhalteabkommen ist gescheitert. EPI kündigte Ende Februar ein Schiedsverfahren vor der Internationalen Handelskammer (ICC) an. Branchenkenner erwarten ein mehrjähriges Verfahren. (FTD)
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