Neu auf wallstreet:online?
Jetzt registrieren | Login
x
Benutzername:

Passwort:

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?

BP dreht an der Kostenschraube

 |  17.03.2010, 10:00  |  1408 Aufrufe  |   0  | 
Produktion und Management sollen effizienter werden, um den Abstand zur Konkurrenz zu verringern - von Guy Chazan.

Der britische Energieriese BP plant die größte Umorganisation seiner Ölproduktion, seit das Energieunternehmen vor zwölf Jahren die American Oil Company (Amoco) erworben hat. Besonders die Raffinerie- und Marketingabteilung sollen effizienter gestaltet werden.

BP will damit erreichen, dass sich der Gewinn innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre um mehr als drei Milliarden US-Dollar erhöht. „Unsere Produktpalette gehört zu einer der besten in der Industrie, das muss unsere Bilanz noch besser widerspiegeln“, äußerte BP-Chef Tony Hayward gegenüber Investoren.

Damit läutet Hayward eine weitere Effizienzsteigerungsrunde ein. Schon 2009 gelang es BP mit einem Restrukturierungsprogramm, die Kosten um 2,4 Milliarden US-Dollar zu senken.

Die jetzigen Reformen sollen nicht nur die Performance des Unternehmens verbessern, sondern auch die Wissenslücken hinsichtlich eigener großer Öl- und Gasprojekte schließen. Zudem soll die Umorganisation helfen, den Einkauf von Waren und Dienstleistungen zu verbessern.

Bei seinen Raffinerien zielt BP auf eine Steigerung des Vorsteuergewinns um zwei Milliarden Dollar. Förderung und Produktion sollen um rund eine Milliarde Dollar rentabler werden. Um diese Ziele zu erreichen, will BP eine neue Managementabteilung aufbauen, von der aus alle Großprojekte geleitet werden sollen.
BP-Chef Hayward sagte, die jährliche Produktionsmenge werde bis 2015 im Schnitt jedes Jahr um ein bis zwei Prozent zulegen. Vor einem Jahr noch war dieser Anstieg lediglich bis 2013 geplant. 42 neue Großprojekte in den kommenden fünf Jahren sollen jedoch die Gesamtproduktion täglich um eine Million Tonnen Öl steigern.

Vier Milliarden US-Dollar hat der Energiekonzern bereits im vergangenen Jahr eingespart. Das ist das Doppelte des ursprünglichen Ziels. Zudem hat BP seit 2007 rund 7500 Arbeitsplätze abgebaut. Damit konnte der Konzern die Lücke zum Konkurrenten Royal Dutch Shell schließen. Die Eigenkapitalrendite hinkt dennoch der des hochrentablen Ölriesen Exxon Mobil weiter hinterher.

Andy Inglis, Leiter Produktion und Förderung bei BP, sagte, dass Großprojekte in den vergangenen fünf Jahren das geplante Budget im Durchschnitt um 20 Prozent überstiegen hätten. Ein Grund dafür sei die Inflation gewesen, der größte Teil jedoch sei „aus Unstimmigkeiten im Projektmanagement entstanden“. Auch hier liegt Konkurrent Exxon mit einer zentraleren Organisation vor BP. Shell hat schon im vergangenen Jahr sein Management umgestaltet, um Geld zu sparen und effizienter zu werden.

Laut Inglis könne BP 700 Millionen Dollar jährlich durch ein verbessertes Projektmanagement und zusätzlich 500 Millionen US-Dollar durch eine Steigerung der Bohrleistung einsparen. Diese wird an der Anzahl der Tage gemessen, die ein Unternehmen braucht, um 10 000 Fuß tief zu bohren.

Tony Hayward ist seit 2007 BP-Chef. Damals musste sich das Unternehmen von der Explosion einer Raffinerie 2005 in Texas City erholen, bei der 15 Menschen getötet wurden und Milliardenschäden entstanden. Zudem hatte das Unternehmen mit Verzögerungen bei Großprojekten und Problemen mit seiner Ölpipeline in Alaska zu kämpfen.
Ihren XING-Kontakten zeigen
Schreibe Deinen Kommentar
 
Disclaimer
Nachrichtensuche
Enthaltene Werte
WertpapierKursZeitPerf. in %
35,6111:24 
+1,66
Autor

€uro am Sonntag, eines der führenden Wirtschaftsmagazine Deutschlands, bringt jede Woche die wichtigsten Nachrichten aus Unternehmen und Börse. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht wallstreet-online vorab exklusive Meldungen von €uro am Sonntag.