Karstadt vor Verkauf unter Plan
Insolvente Warenhausgruppe von Oktober bis März laut Betriebsrat aber mit stabilem ErgebnisDas operative Geschäft der insolventen Warenhausgruppe Karstadt erreicht unmittelbar vor dem geplanten Gesamtverkauf offenbar nicht die internen Zielvorgaben. "Im ersten Halbjahr verzeichneten wir ein leichtes Umsatzminus gegenüber dem Plan", sagte der Betriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt gegenüber dieser Zeitung. Schuld daran sei vor allem das schlechte Wetter in den Monaten Januar und Februar gewesen, die kalte Witterung habe viele Kunden abgeschreckt. Der Arbeitnehmervertreter wies jedoch zugleich darauf hin, dass die Profitabilität des Geschäfts nicht gelitten habe. Das Ergebnis soll demnach in den Monaten Oktober bis März etwa auf dem Vorjahresniveau liegen. "Die Kunden bleiben uns treu, die Insolvenz ist kein Thema", sagte der Arbeitnehmervertreter.
Bereits innerhalb der kommenden zwei Wochen, also bis Ende April, soll die insolvente Warenhausgruppe mit allen 120 verbliebenen Filialen verkauft werden. Vor wenigen Tagen hatten die Gläubiger den darauf abzielenden Insolvenzplan des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg angenommen.
Den Investitionsbedarf im Falle einer Weiterführung der Warenhausgruppe ist laut Betriebsrat verhältnismäßig gering. "Das sind bei Weitem keine Milliardenbeträge, wie teils berichtet wurde. Es handelt sich um vergleichsweise moderate Summen", sagte Patzelt.
Laut Insolvenzverwaltung gibt es eine gute Handvoll interessierter Bieter. Die Ausgangslage für einen Komplettverkauf und damit für einen Erhalt des Unternehmens sei besser als bei Quelle. Der Versender, wie Karstadt eine Tochter des Arcandor-Konzerns, war im Herbst mangels Kaufinteressenten zerschlagen und abgewickelt worden.
Ob es schon konkrete Angebote gibt und in welcher Höhe sich ein Kaufpreis bewegen könnte, darüber gibt es bislang keine Informationen. Bekannt ist lediglich, dass alle Bieter aus dem Private-Equity-Bereich kommen.
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