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Spanien Rettungsplan durch EU notwendig?

 |  17.06.2010, 14:54  |  4647 Aufrufe  |   0  | 
Nachdem der Fall „Griechenland” an den internationalen Finanzmärkten und innerhalb der EU für Verunsicherungen sorgte, ist der aktuelle Fokus von Anlegern und Investoren auf einen möglichen Rettungsplan für Spanien gerichtet.

Kreditvergabe nimmt zu

Ursache für die aktuelle Kreditklemme ist der spanische Häusermarkt. In der Immobilien-Boomzeit wurden zu viele Kredite von den spanischen Banken vergeben, die nicht zurückbezahlt werden können. Bis 2012 soll sich diese Talfahrt fortsetzen, prognostiziert die Ratingagentur Fitch. Dies wirkt sich direkt auf die momentane Kreditvergabe der Banken aus. Für Refinanzierungen sind die spanischen Banken daher gezwungen, Kredite bei der Europäischen Zentralbank aufzunehmen. Im Monat Mai erreichten diese ein Rekordniveau von 85,6 Milliarden Euro (11 Milliarden mehr als im Vormonat) und entsprachen damit 16,5 Prozent der gesamten EU-Leihen.

Spekulationen über etwaige Hilfsanfragen von Spanien an den Internationalen Währungsfonds sind daher durchaus begründet. Das Finanzministerium in Madrid und die EU-Kommission in Brüssel betonten jedoch, dass es keine Pläne für einen Rettungsplan des Internationalen Währungsfonds gibt.

Durch diese Spekulationen angetrieben, forderte ein Regierungsvertreter aus Spanien die Veröffentlichung der Stresstests aller europäischen Großbanken. Seit 2009 werden diese halbjährig erstellt. Für die zwei größten Kreditinstitute BBVA und Santander käme dies meines Erachtens einer Freisprechung gleich. Beide besitzen durch die lockere Zentralbankpolitik genug Eigenkapital. Notleidend sind hingegen die spanischen Sparkassen. Eine Erfassung im besagten Stresstest gab es für die Sparkassen allerdings nicht.

Ablehnung erfährt die Idee der Veröffentlichung jedoch nicht von Seiten der deutschen Bundesregierung, sondern von den Deutschen Banken selbst. Joseph Ackermann als Vorstandschef der Deutschen Bank mahnte an: „es wäre sehr, sehr gefährlich, die Ergebnisse offenzulegen, wenn es keine Auffanglösung für die Banken gäbe”. Von einem solchen Konstrukt ist bisher nichts zu vernehmen.

Mein Fazit zum Rettungsplan

Mein Eindruck ist daher, dass Spanien mit dieser Offensive von den eigenen Problemen ablenken will. Am Markt wird dies aktuell ignoriert. Der DAX und auch der Euro befinden sich in dieser Woche im Aufwind. Selbst die Herabstufung von Griechenlands Staatsanleihen durch die Ratingagentur Moody’s um vier Stufen von A3 auf Ba1 „Ramschniveau” am Montag beeinflusste die Risikoneigung der Anleger kaum.

Vermutlich hat man sich an die negativen Nachrichten der beiden "Sorgenkinder" gewöhnt und hofft auf eine weitere Stabilisierung der Situation.
dpa-AFX: Griechenland und Spanien sind Sorgenkinder

Selbst die heutige spanische Refinanzierung am Kapitalmarkt für 10- und 30-jährige Staatsanleihen war mit fast 3,5 Milliarden Euro sehr erfolgreich. Bereits am Dienstag konnten auf diesem Weg 5,2 Milliarden Euro platziert werden.
dpa-AFX: Spanien refinanziert sich erneut erfolgreich am Kapitalmarkt

Kann man dies so einfach betrachten oder kommt der große Knall nur mit Verzögerung auf uns zu? Darüber würde ich gerne mit Euch diskutieren:



Bernecker1977 - Andreas Mueller
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Bernecker1977 ist Andreas Mueller. Als Daytrader handelt er Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures und CFDs. Sein Trading basiert auf der Charttechnik. Dort aufgebautes Wissen und Erfahrungen aus 14 Jahren Handel vermittelt der studierte Diplom-Kaufmann Andreas Mueller als Referent im Seminar, Webinar und im individuellen Coaching. Ebenso ist Bernecker1977 als Autor der Kolumne Trading-Gezwitscher bekannt. Auf wallstreet:online moderiert er zudem seit 2005 die Tages-Trading-Chancen für Daytrader und ist Ansprechpartner für alle börsenrelevante Fragen.