Börsen in Europa-Schluss US-Märkte belasten, Barclays und Unilever im Fokus
Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen mussten am Donnerstag, trotz zwischenzeitlicher Zugewinne, schwächere Notierungen hinnehmen. Besonders schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt belasteten die Stimmung an der Wall Street und in der Folge auch in Europa. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor am Ende 0,20 Prozent auf 2.819,34 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gab 0,33 Prozent zu auf 2.536,37 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) musste um 0,24 Prozent nachgeben auf 674,37 Stellen. Die europäischen Länderbörsen meldeten ebenfalls mehrheitlich Verluste.
Die Bank of England hat die Leitzinsen unverändert gelassen. Demnach wurde der Leitzinssatz auf seinem historischen Tief von 0,5 Prozent bestätigt. Marktbeobachter waren im Vorfeld von dieser Entscheidung ausgegangen. Am Anschluss hat auch die EZB das Zinsniveau bestätigt.
Barclays (ISIN GB0031348658/ WKN 850403) verloren im FTSE 100 in London 3,3 Prozent. Wie die Großbank bekannt gab, hat sich ihr Gewinn im ersten Halbjahr um 29 Prozent erhöht, was mit einem deutlichen Rückgang bei den Rückstellungen für Kreditausfälle zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 2,43 Mrd. Britische Pfund (GBP), im Vergleich zu 1,89 Mrd. GBP im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,26 Mrd. GBP ausgegangen. Die Gesamterträge erreichten 16,58 Mrd. GBP (Vorjahr: 15,32 Mrd. GBP). Die Rückstellungen für Kreditausfälle gingen um 32 Prozent auf 3,08 Mrd. GBP zurück. Unilever (ISIN GB00B10RZP78/ WKN A0JNE2) sackten daneben um rund 5 Prozent ab. Der Konsumgüterkonzern meldete zuvor, dass sein Gewinn im zweiten Quartal um 40 Prozent gestiegen ist, was mit deutlich höheren Umsätzen zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 1,06 Mrd. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 12,4 Prozent auf 11,75 Mrd. Euro. Rio Tinto (ISIN GB0007188757/ WKN 852147) legten dagegen 0,3 Prozent zu. Der Bergbaukonzern hat im ersten Halbjahr dank kräftig gestiegener Notierungen für Industrie- und Edelmetalle einen kräftigen Ergebnisanstieg verzeichnet. Der Nettogewinn lag mit 5,85 Mrd. Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 1,62 Mrd. Dollar. Um Einmaleffekte bereinigt verbesserte sich der Nettogewinn auf 5,77 Mrd. Dollar, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettogewinn von 2,57 Mrd. Dollar ausgewiesen hatte. easyJet (ISIN GB0001641991/ WKN 590360) legten im breiten Markt leicht zu. Die Billigfluglinie hat im Juli 5,021 Millionen Fluggäste befördert, was einem Plus von 7,7 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich auf 90,9 Prozent, nachdem dieser im Vorjahreszeitraum bei 90,3 Prozent gelegen hatte.
Zurich Financial (ISIN CH0011075394/ WKN 579919) büßten im SMI 4,3 Prozent ein. Wie der Versicherungskonzern mitteilte, musste er im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang um 16 Prozent verbuchen. Dabei beinhaltet das Ergebnis eine Belastung in Höhe von 330 Mio. Dollar (vor Steuern) aus höheren Rückstellungen für Bankkredit-Ausfälle. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn belief sich auf 1,64 Mrd. Dollar, nach 1,97 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Papiere der auf Tiefseebohrungen spezialisierten Transocean (ISIN CH0048265513/ WKN A0REAY) gewinnen mehr als 8 Prozent. Der Konzern hat im zweiten Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet, die Erwartungen aber in etwa erreicht. Der Rückversicherer Swiss Re (ISIN CH0012332372/ WKN 852246) meldete, dass er im zweiten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat. Der Nettogewinn belief sich auf 812 Mio. Dollar, gegenüber einem Verlust von 342 Mio. Dollar im Vorjahr. Das Eigenkapital stieg um 1,3 Mrd. Dollar auf 27,5 Mrd. Dollar. Swiss Re gaben 2,9 Prozent ab.
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk (ISIN DK0060102614/ WKN A0M9QL) verbuchte im ersten Halbjahr einen deutlichen Ergebnisanstieg. Der Umsatz lag mit 29,07 Mrd. Dänischen Kronen (DKK) um 14 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn auf 6,87 Mrd. DKK, nach 5,69 Mrd. DKK im Vorjahreszeitraum. Novo Nordisk gewannen an der Nordic Stock Exchange 1,3 Prozent.
Stärkster Wert im französischen CAC40 war Lagardère mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent. Dahinter gewannen EADS und Alstom fast 3 Prozent hinzu. Am Ende standen Vivendi mit leichten Abschlägen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.819,34 (-0,20 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.536,37 (-0,33 Prozent) EURONEXT 100: 674,37 (-0,24 Prozent) FTSE 100 (London): 5.365,78 (-0,38 Prozent) CAC40 (Paris): 3.764,19 (+0,09 Prozent) MIB (Mailand): 21.302,97 (-0,76 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.840,00 (-0,03 Prozent) SMI (Zürich): 6.374,89 (-0,08 Prozent) ATX (Wien): 2.540,31 (-0,68 Prozent) (05.08.2010/ac/n/m)

0
