Europäische Börsen gehen uneinheitlich ins Wochenende
Konjunktursorgen belasteten auch zum Wochenschluss den Handel an den europäischen Börsen. Nach freundlichem Beginn gingen die Indizes uneinheitlich ins Wochenende. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,45 Prozent auf 2.708,73 Punkte. Dagegen verbesserte sich der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 um 0,35 Prozent auf 2.502,43 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 schloss mit einem marginalen Minus von 0,06 Prozent bei 650,69 Punkten.Auch an den europäischen Länderbörsen war keine einheitliche Tendenz zu beobachten. Während der spanische IBEX 0,6 Prozent verlor, konnte der österreichische ATX 0,6 Prozent hinzugewinnen.
Laut Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat ist die Wirtschaft innerhalb Europas stärker angewachsen. Im Vorjahresvergleich zog die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 1,7 Prozent an. In der EU27 lag das BIP um 1,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zudem hat die Handelsbilanz der Eurozone im Juni mit einem Überschuss geschlossen. So belief sich der Überschuss des Euroraums (ER16) beim Handel mit Drittländern auf 2,4 Mrd. Euro. Ferner sank das Defizit der gesamten Union (EU27) auf 9,6 Mrd. Euro.
Der belgische Einzelhandelskonzern Delhaize (ISIN BE0003562700/ WKN 853151) meldete, dass sein Gewinn im zweiten Quartal um 8,2 Prozent gesunken ist, was u.a. mit negativen Währungseffekten und anhaltend schwierigen Geschäftsbedingungen im Südosten der USA zusammenhängt. Zudem wurde der Ausblick gesenkt. Indes wurde das Kosteneinsparziel erhöht. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 114 Mio. Euro, gegenüber 125 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 4,7 Prozent auf 5,33 Mrd. Euro zu, wobei wechselkursbereinigt ein Rückgang um 0,1 Prozent verbucht wurde. Für das laufende Geschäftsjahr 2010 rechnet der Konzern nun mit einer operativen Gewinnentwicklung von -2 bis +2 Prozent bei konstanten Währungen. Zuvor war man hier von einem Gewinnwachstum von 2 bis 5 Prozent ausgegangen. Anteilscheine von Delhaize brachen in Brüssel um über 11 Prozent ein.
Wie die Statistikbehörde INSEE erklärte, hat sich das Wachstum der französischen Wirtschaft im zweiten Quartal beschleunigt. So lag das BIP um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Im ersten Quartal war das BIP um revidiert 0,2 (vorläufig: 0,1) Prozent gewachsen. Im CAC40 gaben Veolia Environnement und Saint Gobain jeweils rund 2 Prozent ab. Arcelor-Mittal verloren ungeachtet der starken Zahlen des deutschen Kontrahenten ThyssenKrupp rund 3 Prozent. Bankwerte konnten gegen den Trend zulegen: Société Générale gewannen 1,7 Prozent, Crédit Agricole verbesserten sich um 1 Prozent.
An der Spitze des britischen FTSE 100 standen Aktien von Aviva mit einem satten Zuwachs von mehr als 5 Prozent. Dahinter rückten TUI Travel um 4,5 Prozent und Cairn Energy um 3,4 Prozent vor. Papiere von Legal & General und Standard Life gewannen jeweils rund 3 Prozent. Schlusslicht im FTSE 100 war die Aktie von Vedanta mit einem Minus von annähernd 6 Prozent.
Im Schweizer SMI gewannen Synthes an erster Stelle 1,8 Prozent. Papiere von Julius Bär verbesserten sich um 1,4 Prozent. Anteilscheine von Swiss Re befanden sich auf dem absteigenden Ast und gaben 0,7 Prozent ab.
Die spanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal erneut geschrumpft. Dies gab die nationale Statistikbehörde INE bekannt. So sank das BIP gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,2 Prozent, nachdem es im ersten Quartal um 1,3 Prozent gefallen war. Im IBEX 35 war Gamesa mit einem Minus von 4,8 Prozent der größte Verlierer. Aktien von Endesa büßen 1,6 Prozent ein., Papiere von Iberia gewannen 1,6 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.708,73 (-0,45 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.502,43 (+0,35 Prozent) EURONEXT 100: 650,69 (-0,06 Prozent) FTSE 100 (London): 5.275,44 (+0,18 Prozent) CAC40 (Paris): 3.610,91 (-0,28 Prozent) MIB (Mailand): 20.473,15 (-0,32 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.275,80 (-0,64 Prozent) SMI (Zürich): 6.294,34 (+0,24 Prozent) ATX (Wien): 2.416,74 (+0,64 Prozent)
Schreibe Deinen Kommentar
Disclaimer

0
