HGAA-Skandal Untersuchungshaft gegen Ex-Chef beantragt
WIEN/KLAGENFURT - Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat Untersuchungshaft gegen den Ex-Chef der Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, beantragt. Der Banker werde weiterhin vernommen, berichtete die Nachrichtenagentur APA am Samstag. Kulterer war am Freitagmorgen vor seinem Haus von der Polizei festgenommen worden. Ein zweiter Verdächtiger, der ebenfalls festgenommen worden war und dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde, sei hingegen wieder auf freiem Fuß.Gegen Kulterer werde wegen Untreue und Falschaussage ermittelt, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der dpa am Freitag bestätigt. Er sei wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Gewahrsam genommen worden. Eine mögliche Ursache für den Zugriff der Polizei könnte nach Medienberichten die Tatsache sein, dass Kulterer seinen Wohnsitz in Klagenfurt abgemeldet hat. Er lebt mittlerweile vorwiegend in England.
Bis Sonntagmorgen muss der frühere Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzende nun in die Justizvollzugsanstalt Klagenfurt gebracht werden - dann hat der Ermittlungsrichter 48 Stunden Zeit, über den U-Haft-Antrag der Staatsanwaltschaft zu entscheiden. Kulterers Anwalt zeigte sich im Programm des ORF zuversichtlich, dass sein Mandant freigelassen werde.
Kulterer war maßgeblich am Verkauf der Mehrheit an der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) an die Bayerische Landesbank im Jahr 2007 beteiligt. Die Kärntner Bank soll in zahlreiche Finanz- und Korruptionsaffären verwickelt gewesen sein. Ende 2009 musste sie notverstaatlicht werden. Der Fehlkauf kostete die bayerischen Steuerzahler mehr als 3,7 Milliarden Euro./cfn/DP/he
Schreibe Deinen Kommentar
Disclaimer

0
