Stromkonzern-Chefs warnen vor schnellem Atomausstieg
BERLIN - Die Vorstandschefs der deutschen Stromkonzerne haben vor den Folgen eines schnellen Ausstiegs aus der Atomenergie gewarnt. Eon-Chef Johannes Teyssen, RWE-Chef Jürgen Großmann, Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka und EnBW-Chef Hans-Peter Villis forderten in einem gemeinsamen Gespräch mit der ´Bild´-Zeitung (Montag) deutlich längere Laufzeiten für ihre Kernkraftwerke.Teyssen sagte: ´Die Kernkraftwerke unserer Konzerne gehören zu den sichersten in der Welt. Wir sind alle davon überzeugt, dass Deutschland die Kernkraft noch länger braucht.´ Großmann sagte: ´Wir schlagen vor, dass wir von den zusätzlichen Gewinnen aus einer Laufzeitverlängerung durch die Kernkraftwerke die Hälfte an den Staat abgeben. Was dann damit geschieht, ist Sache des Staates.´ Teyssen betonte: ´Eine Brennelementesteuer ist eindeutig nicht der richtige Weg. Das lehnen wir entschieden ab.´ Es gebe intelligentere und fairere Modelle, wie man berechtigte Interessen des Staates, der Betreiber und der Kunden sichert.
Teyssen forderte eine deutliche Laufzeitverlängerung: ´In vielen Ländern laufen baugleiche Kernkraftwerke gegenwärtig 60 Jahren, in Deutschland sind es nur 32. Wir fordern eine satte zweistellige Zahl zusätzlicher Jahre, mindestens aber 15 Jahre.´ Nur dann sei die Kernenergie ein tragfähiger Brückenpfeiler in eine neue Energiewelt der Zukunft.
Hatakka hob hervor: ´Durch die längere Nutzung der Kernenergie steigt die Versorgungssicherheit und Strom bleibt bezahlbar.´ Durch einen Kernkraft-Ausstieg verknappe sich das Stromangebot und die Preise gingen deutlich nach oben. ´Wenn wir die sehr leistungsfähigen deutschen Kernkraftwerke länger nutzen können, werden die Preise deutlich weniger stark steigen.´
Villis betonte den hohen Energiebedarf der deutschen Wirtschaft. Wenn Unternehmen wegen der Energiepreise abwandern müssten, seien Jobs und Wohlstand in Gefahr./ol/DP/he
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