Börse Frankfurt Schluss Verluste, Münchener Rück unter Druck
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt musste am Mittwoch einen Teil der deutlichen Vortagesgewinne wieder abgeben. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor am Ende 0,32 Prozent auf 6.186,31 Punkte. Für den MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) ging es um 0,09 Prozent nach unten auf 8.430,62 Stellen. Der SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) stieg um 0,08 Prozent auf 4.158,82 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) fiel um 0,43 Prozent zurück auf 757,49 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,35 Prozent auf 132,15 Zähler. Der Euro stieg zuletzt um 0,01 Prozent auf 1,2871 Dollar.
Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Juni unter dem Vormonatsniveau. Im Vergleich zum Mai sanken die Erlöse nominal um 0,5 Prozent und real um 0,3 Prozent. Dagegen lagen die Umsätze nominal um 5,3 Prozent und real um 4,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2010 wurde nominal 1,8 Prozent und real 0,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009 umgesetzt. Wie außerdem bekannt wurde, zog die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal an. So hatten rund 40,3 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland und damit 72.000 Personen oder 0,2 Prozent mehr als im zweiten Quartal des Vorjahres. Das ausgewiesene Niveau stellt den höchsten Erwerbstätigenstand in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung dar und kommt dem im vierten Quartal 2008 erreichten Höchstwert von 40,7 Millionen nahe.
Zum Xetra-Schluss boten die breiten US-Indizes kein klares Bild. Nach US-Börsenschluss lassen unter anderem Applied Materials und Limited Brands in ihre Bücher blicken. Am Donnerstag folgen Ergebnisse von ARQUES, CNOOC, Dell, Dollar Tree, Dick`s Sporting Goods, Foot Locker, Gamestop, Gap, Hewlett-Packard, Pfleiderer, Ross Stores, Sears, Sixt, Stage Stores und Williams-Sonoma. Konjunkturseitig werden in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Frühindikatoren und der Philly Fed Index erwartet.
Die Aktie der Münchener Rück (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) verlor am DAX-Ende 1,7 Prozent. Vorstandschef Nikolaus von Bomhard, zweifelt an der Zukunftsfähigkeit des Lebensversicherungsgeschäfts. Ökonomisch betrachtet sei das Segment der Lebensversicherungen nicht sehr ertragreich, sagte der Manager in einem Presseinterview. Deshalb halte er es auch nicht für problematisch, dass die Tochtergesellschaft ERGO in diesem Bereich Marktanteile verliere. Von Bomhard deutete an, dass sich die Schwerpunkte bei ERGO langfristig verschieben könnten. Weil die Ertragskraft der Lebensversicherungssparte problematisch sei, "muss man sich sehr genau überlegen, wo man wächst". Der Rückversicherungskonzern hatte erst kürzlich die Versicherungsmarken Hamburg-Mannheimer, Victoria und KarstadtQuelle unter dem Namen ERGO zusammengeführt. Daneben fielen unter anderem adidas um 1,7 Prozent und die Deutsche Börse um 1,2 Prozent zurück.
Auf der Gegenseite zogen K+S um 1,6 Prozent an. Wie zuvor bekannt wurde, hält der Minenkonzern BHP Billiton (ISIN GB0000566504/ WKN 908101) an seinem Übernahmeangebot für den kanadischen Düngemittelhersteller Potash (ISIN CA73755L1076/ WKN 878149) fest und will sich direkt an die Aktionäre wenden. Auf den Plätzen zwei und drei gewannen BMW 0,9 Prozent und Siemens 0,6 Prozent.
HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) schlossen im MDAX mit 0,3 Prozent im Plus. Die zu dem Baukonzern gehörende Tochter Leighton (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) hat in Hongkong einen Großauftrag an Land gezogen. So wurde Leighton Asia im Rahmen eines Joint Ventures unter anderem mit der Errichtung eines Eisenbahntunnels für die Schnellverbindung Guangzhou - Shenzhen - Hongkong beauftragt. Außerdem werde Leighton Asia im Zuge des Auftrags weitere Arbeiten wie etwa den Bau einer 300 Meter langen Unterführung sowie die Errichtung von zwei Fußgängerbrücken übernehmen. Der von der MTR Corp. vergebene Auftrag hat einen Gesamtwert von 409 Mio. Australischen Dollar. LEONI (ISIN DE0005408884/ WKN 540888) gaben 0,6 Prozent ab. Dabei wird der Automobilzulieferer einen neuen 2-Liter-MultiJet-Turbodiesel-Motor, der in künftigen Modellen von Fiat (ISIN IT000197640/ WKN 860007) sowie Chrysler eingebaut wird, mit Kabelsätzen auszustatten. Wie LEONI verkündete, generiert dieser Lebenszeit-Vertrag einen zusätzlichen jährlichen Umsatz in Höhe eines mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrags.
Wirecard (ISIN DE0007472060/ WKN 747206) büßten im TecDAX 1,7 Prozent ein. Der Spezialist für elektronische Zahlungs- und Risikomanagementlösungen konnte das erste Halbjahr mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnwachstum abschließen. Der Konzernumsatz stieg um 20 Prozent auf 124 Mio. Euro. Das EBIT kletterte um 21 Prozent auf 30,9 Mio. Euro. Evotec kamen an letzter Stelle um 2,7 Prozent zurück. Nordex verloren nach schwachen Zahlen des dänischen Windenergieanlagenherstellers Vestas 1,7 Prozent. Kontron konnten an der Spitze um 2,9 Prozent vorrücken.
DAX: 6.186,31 (-0,32 Prozent) MDAX: 8.430,62 (-0,09 Prozent) SDAX: 4.158,82 (+0,08 Prozent) TecDAX: 757,49 (-0,43 Prozent) (18.08.2010/ac/n/m)

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