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Potash China verstärkt das Engagement

Autor: EMFIS
 |  03.09.2010, 11:05  |  208 Aufrufe  |   0  | 
Weiterhin gibt es von chinesischer Seite die inoffizielle Ankündigung, dass man einen Zusammenschluss von BHP Billiton (WKN: 850524) und Potash Corp (WKN: 878149) kartellrechtlich untersuchen will. Konkrete Reaktionen chinesischer Ministerien bleiben zwar aus, ein Dementi fehlt jedoch ebenfalls. Bei BHP stößt dieses Vorhaben auf wenig Gegenliebe. Die Australier argumentieren, dass es gar nicht Sache der Chinesen sei, sich darin einzumischen. Ihrer Ansicht nach geht die Akquisition nur die Kartellbehörden in den USA und Kanada etwas an. Chinesische Stellen könnten dies anders sehen. Dort gibt es ein Gesetz, welches das Vorgehen entsprechend regelt.

Das chinesische Kartellamt kann demnach eine Untersuchung beim Merger zweier ausländischer Unternehmen einleiten, wenn jedes dieser Unternehmen im letzten Jahr mehr als rund 60 Millionen Dollar Umsatz in China gemacht hat. Außerdem muss der weltweite Umsatz jeweils mehr als 1,5 Milliarden Dollar betragen. Beide Punkte treffen auf BHP und auf Potash zu. Bisher haben chinesische Behörden diese Rechtsprechung jedoch noch nie angewandt. Die aktuelle Situation könnte demnach einen Präzedenzfall darstellen.

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ ist inzwischen die Großbank HSBC (WKN: 923823) in den Fall involviert. Die Bank habe, so der Bericht, von Sinochem aus China einen Auftrag erhalten. Demnach sollen die Experten die Chinesen beraten, welche Optionen man hinsichtlich der Potash-Angelegenheit habe. Sinochem hat dazu noch nicht Stellung genommen, bei HSBC verweigert man einen Kommentar. Insider wundern sich über diesen wahrscheinlichen Auftrag. HSBC gehört nicht zu den Spezialisten im Bereich Mergers und Akquisitions, in einem einschlägigen Ranking der Top 25 Berater taucht HSBC nicht auf.

Es wird am Markt immer wieder spekuliert, ob Sinochem ein Gegenangebot platzieren könnte und bei Potash als „weißer Ritter“ agieren könnte. Die jüngste HSBC-Aktion soll jedoch nicht als Hinweis verstanden werden, dass es zu einem Angebot kommt. Man sondiert derzeit offenbar die Lage und hält sich alle Optionen offen.

Allzu willkommen wäre eine chinesische Offerte in Kanada derzeit sowieso nicht. Die kanadischen Behörden müssen einem Verkauf von Potash ins Ausland zustimmen. Der Energieminister der zuständigen Provinz Saskatchewan, Bill Boyd, hat große Bedenken gegen ein Engagement der Chinesen. Er sorgt sich darum, dass mögliche Offerten von potentiellen Kunden von Potash kämen. Rund 7 Prozent der Produktion von Potash geht derzeit nach China. Die Kunden hätten bei einer Übernahme vor allem ein Interesse an niedrigen Düngerpreisen. Dies steht dem Unternehmensziel entgegen. Ob ein chinesischer Einstieg demnach genehmigt werden würde, ist zumindest fraglich.

Gegenwind für das BHP-Angebot kommt inzwischen auch aus den eigenen Reihen. Verschiedene Aktionäre mucken auf. Einige würden lieber sehen, wenn die für die Übernahme bereit stehenden 39 Milliarden Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Andere sorgen sich, dass das Angebot erhöht wird, sodass die Übernahme zu teuer werden könnte. Eine Reuters-Umfrage zeigt, dass Aktionäre von BHP höchstens 155 Dollar je Aktie von Potash zahlen wollen. Die Aktionäre der Kanadier sehen jedoch 162 Dollar als gerechtfertigt an.

An der Börse geht der Potash-Kurs unterdessen zurück. Preise von deutlich mehr als 150 Dollar, wie sie jüngst noch bezahlt wurden, sind derzeit Vergangenheit. Momentan kostet die Potash-Aktie rund 146 Dollar.
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