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ROUNDUP Österreich kritisiert deutschen Atomkompromiss

Autor: dpa-AFX
 |  06.09.2010, 16:54  |  325 Aufrufe  |   0  | 
WIEN - ´Riskanter Kniefall´, ´Enttäuschung´: In Österreich sind der Atomkompromiss und die Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Meiler scharf kritisiert worden. In ihrer Ablehnung waren sich am Montag alle Parteien einig. Vor allem der längere Weiterbetrieb grenznaher Atomkraftwerke, wie Isar I in Bayern, sorgte für Unmut. Österreich hat keine Atomkraftwerke.

Umweltminister Nikolaus Berlakovich von der konservativen ÖVP bezeichnete die Einigung der schwarz-gelben Koalition in Berlin als schweren Rückschlag. ´Deutschland macht es sich damit leicht, den CO2-Ausstoß in Grenzen zu halten´, sagte er nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Trotz der enttäuschenden Entscheidung werde er seine Bemühungen gegen Atomstrom verstärken. ´Es geht um maximale Sicherheit für die Bevölkerung und die intelligente Nutzung natürlicher Ressourcen.´ Die Zukunft der Energieversorgung liege in erneuerbaren Energien.

Das an Bayern grenzende Bundesland Oberösterreich kündigte verstärkten Widerstand gegen Isar I an. Die Schwachstellen des ´Risikoreaktors´ seien viel zu gravierend, um ihn statt der geplanten Stilllegung 2011 jahrelang weiter zu betreiben, sagte Oberösterreichs Umweltminister Rudi Anschober. Nach dem Atomkompromiss kann Isar I acht Jahre länger am Netz bleiben. ´Das ist ein hochriskanter Kniefall vor den Gewinninteressen der offensichtlich allmächtigen deutschen Atomindustrie´, sagte Anschober. ´Ein Beschluss, der allerdings nicht lange halten wird´, so der Minister, der auf einen Erfolg von Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht hofft.

Die österreichischen Grünen forderten die Regierung in Wien auf, bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu intervenieren. Die Laufzeitverlängerung bedeute für die österreichische Bevölkerung ein inakzeptables Sicherheitsrisiko. Die sozialdemokratische SPÖ verurteilte die negative Vorbildwirkung Deutschlands in Europa, die Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) forderte einen europaweiten Atomausstieg./mib/DP/wiz
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