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Börse Frankfurt Schluss Im Plus, Glücksspielwerte im Höhenflug

 |  08.09.2010, 18:01  |  1481 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach anfänglichen Verlusten hat sich der deutsche Aktienmarkt mit grünen Vorzeichen in den Feierabend verabschiedet. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann am Ende 0,76 Prozent auf 6.164,44 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) stieg um 0,65 Prozent auf 8.518,56 Stellen. Der SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) zog um 0,63 Prozent an auf 4.241,52 Zähler. Für den TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) ging es um 0,26 Prozent nach oben auf 760,48 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,18 Prozent auf 133,44 Zähler. Der Euro stieg zuletzt um 0,33 Prozent auf 1,2734 Dollar.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der deutsche Außenhandelsüberschuss auf Basis vorläufiger Zahlen im Juli geschrumpft. So wies die Außenhandelsbilanz einen Überschuss von 13,5 Mrd. Euro aus, nachdem im Vorjahresmonat ein Aktivsaldo von 14,3 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Dabei erhöhten sich die Ausfuhren um 18,7 Prozent, während die Einfuhren um 24,9 Prozent zulegten. Unterdessen hat die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im Juli leicht zugenommen. Dies gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bekannt. Demnach stieg der Index gegenüber dem Vormonatsniveau 0,1 Prozent, wogegen er im Juni um 0,6 Prozent geschrumpft war. In der Industrie blieb die Produktion gegenüber dem Vormonat unverändert. Des Weiteren wurde bekannt, dass die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Juni weiter angestiegen ist. So belief sich die Gesamtzahl auf 14.377 Insolvenzen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Gesamtzahl der gestellten Insolvenzanträge damit um 5,3 Prozent. Hierbei entfielen 2.752 auf Unternehmen (-1,3 Prozent) und 11.625 auf andere Schuldner (+7,0 Prozent). Die Verbraucher verbuchten ein Plus von 10,2 Prozent auf 9.297.

Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 1,1 Prozent im Plus. Zuvor wurde bekannt, dass das EU-Mitglied Portugal eine Anleihe erfolgreich hat platzieren können. Am Abend steht in den USA der Konjunkturbericht Beige Book auf dem Programm. Am Donnerstag werden die deutschen Verbraucherpreise, die Zinsentscheidung der Bank of England und in den USA die Handelsbilanz sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet.

K+S stachen mit einem Plus von 2,5 Prozent ins Auge. Hier stand ein Pressebericht im Blick, dem zufolge es für den kanadischen Düngemittelhersteller und Mitbewerber Potash (ISIN CA73755L1076/ WKN 878149) offenbar weitere Interessenten gibt. Demnach wolle der staatliche chinesische Chemiekonzern Sinochem Group gemeinsam mit dem in Singapur ansässigen Staatsfonds Temasek Holdings eine Gegenofferte für den Düngemittelhersteller abgeben. Im August hatte der Minenkonzern BHP Billiton (ISIN GB0000566504/ WKN 908101) (ISIN AU000000BHP4/ WKN 850524) ein feindliches Übernahmeangebot für Potash vorgelegt. Daneben gewannen mitunter BMW 2,4 Prozent und ThyssenKrupp 2 Prozent.

RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) schlossen mit 0,7 Prozent im Plus. Der Energieriese will womöglich gegen die von der Bundesregierung geplante Brennelementesteuer Klage einreichen. In einem Presseinterview erklärte RWE-Vizechef Rolf Martin Schmitz, man werde juristische Schritte gegen die Brennelementesteuer in Zusammenhang mit einer Gesamtbewertung des beschlossenen Pakets entscheiden. Im Zuge der von der Bundesregierung angekündigten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wurde für die Branche eine Brennelementesteuer in Höhe von 2,3 Mrd. Euro beschlossen, die jedoch niedriger ausfiel, als die zunächst geplanten 3,1 Mrd. Euro. Zweifel äußerte Schmitz auch daran, ob die beschlossene Verlängerung der Laufzeiten um acht Jahre für ältere Atomkraftwerke und vierzehn Jahre für neue Atomkraftwerke ausreicht. Dabei hält der Manager auch eine zweite Laufzeitverlängerung in einigen Jahren für möglich. Volkswagen (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) blieben mit einem marginalen Plus hinter dem Gesamtmarkt zurück. Dabei konnte die Konzerntochter AUDI (ISIN DE0006757008/ WKN 675700) im August erneut mit einem deutlichen Absatzplus aufwarten. So wurden weltweit insgesamt rund 80.300 Automobile ausgeliefert, was einem Plus von knapp 22 Prozent entspricht. Belastet von einer negativen Sektorenstudie verloren Infineon 1,2 Prozent.

Stärkster Wert in Reihe zwei war KlöCo mit einem Plus von 5,1 Prozent. ProSiebenSat.1 und Continental gewannen dahinter 2,6 bzw. 2,4 Prozent. Im SDAX schossen Tipp24 (ISIN DE0007847147/ WKN 784714) um über 14 Prozent in die Höhe. JAXX zogen im breiten Markt um rund 47 Prozent an. Zuvor hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EUGH) das staatliche Glücksspielmonopol in Deutschland gekippt. In seiner Urteilsbegründung erklärte der EUGH, dass die deutsche Regelung über Sportwetten eine Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs und der Niederlassungsfreiheit darstelle. Auch werde das im Rahmen der Organisation von Sportwetten und Lotterien in Deutschland errichtete staatliche Monopol dem Ziel der Bekämpfung der mit Glücksspielen verbundenen Gefahren nicht gerecht.

SINGULUS (ISIN DE0007238909/ WKN 723890) verbesserten sich an der TecDAX-Spitze um 3,8 Prozent. Der Spezialist für Optical Disc Produktionslinien hat aus China weitere Neuaufträge für SINGULAR Inline-Beschichtungsanlagen erhalten. Weitere aussichtsreiche Projekte seien in Vorbereitung. SINGULUS liefert die erste dieser Maschinen bereits im September aus. Die Beschichtungsanlagen werden sowohl für Aufgaben in der Fertigung von Silizium Solarzellen als auch für die Weiterentwicklung von neuen Solarkonzepten eingesetzt. Dahinter gewannen Nordex 3,7 Prozent und QSC 3,6 Prozent. AIXTRON verloren an letzter Stelle 3,8 Prozent.

DAX: 6.164,44 (+0,76 Prozent) MDAX: 8.518,56 (+0,65 Prozent) SDAX: 4.241,52 (+0,63 Prozent) TecDAX: 760,48 (+0,26 Prozent) (08.09.2010/ac/n/m)


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