Börse Frankfurt Schluss Im Plus, US-Arbeitsmarkt im Blick
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf besser als erwartete Daten aus den USA haben sich die deutschen Standardwerte mehrheitlich mit Gewinnen in den Feierabend verabschiedet. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) schloss am Ende mit 0,93 Prozent im Plus bei 6.221,52 Punkten. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gewann daneben 1,66 Prozent auf 8.659,95 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es indes leicht um 0,07 Prozent nach unten auf 4.238,67 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) zog um 0,78 Prozent an auf 766,41 Punkte. Der Bund Future verlor zuletzt 2,05 Prozent auf 130,70 Zähler. Der Euro gab zuletzt 0,01 Prozent ab auf 1,2724 Dollar.
Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das Verarbeitende Gewerbe im Juli ein etwas geringeres Umsatzwachstum erzielt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 9,9 Prozent, nach einem Anstieg um revidiert 10,6 Prozent im Juni. Ferner hat sich die Inflation in Deutschland im August nach endgültigen Angaben abgebremst. So sank die Inflationsrate auf 1,0 Prozent, nach einer Jahresteuerungsrate von 1,2 Prozent im Juli. Ohne Berücksichtigung der Energie und der Nahrungsmittel, die zusammen knapp 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte umfassen, hätte die Inflationsrate bei 0,7 Prozent gelegen. Unterdessen hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Wachstumsprognosen für Deutschland angehoben. Für das laufende Jahr wird inzwischen ein Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktion von 3,4 Prozent in Aussicht gestellt. Bisher hatte die Schätzung für Deutschland lediglich bei 2,1 Prozent gelegen. Im nächsten Jahr soll vor dem Hintergrund einer deutlich nachgebenden weltwirtschaftlichen Dynamik ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent erreicht werden. Ursprünglich waren 1,2 Prozent prognostiziert worden.
Wie am Nachmittag bekannt wurde, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche unerwartet deutlich verbessert. Zudem hat sich das US-Handelsbilanzdefizit im Juli um 14 Prozent auf 42,8 Mrd. Dollar verkleinert. Volkswirte waren von einem Defizit von 47,3 Mrd. Dollar ausgegangen. Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 1 Prozent vorne. Am Abend lassen noch Smith & Wesson und National Semiconductor in ihre Bücher schauen. Am Freitag stehen in den USA die Großhandelsdaten auf der Agenda.
Die Aktie der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) gewann an der DAX-Spitze 2,6 Prozent. Das Finanzinstitut sieht sich bei der Integration der Dresdner Bank weiter auf Kurs und hat die Synergieziele aus dem Zusammenschluss bekräftigt. Nach Angaben der Commerzbank werden sich die Synergien zum Ende des Jahres bereits auf gut 1,1 Mrd. Euro belaufen, was 10 Prozent oberhalb der ursprünglichen Erwartungen liege. Insgesamt erwarte man aus dem Zusammenschluss Synergien in Höhe von 2,4 Mrd. Euro, die ab 2013 in vollem Umfang wirksam werden sollen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Daimler und SAP ebenfalls mit jeweils +2,6 Prozent.
Die Deutsche Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) konnte im August mit einem Passagierplus aufwarten. Auf Konzernebene wurden 8,509 Millionen Fluggäste befördert, was einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor lag bei 83,2 Prozent (-0,7 Prozentpunkte). Der Wert schloss 2,2 Prozent fester. Für BMW (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) ging es um 0,9 Prozent nach oben. Der Autobauer hat im August mehr Autos absetzen können. So wurden weltweit 103.239 Modelle verkauft, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Zuwachs von 12,5 Prozent entspricht. In den acht Monaten bis August wurden weltweit bereits 919.258 Fahrzeuge ausgeliefert (+12,5 Prozent). Als Wachstumstreiber hätten sich dabei erneut die Märkte in Asien und hier insbesondere China erwiesen. Der Industriekonzern Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) hat erneut einen Auftrag im Bereich Kraftwerkstechnik erhalten. So wurde Siemens Energy mit der Lieferung zweier sogenannter Flex-Plant-10 beauftragt. Nach der Inbetriebnahme im Frühjahr 2013 können die beiden Blöcke umweltfreundliche Energie für 240.000 Haushalte erzeugen. Auftraggeber für die beiden Kraftwerke in El Segundo (US-Bundesstaat Kalifornien) ist der Energieversorger NRG Energy (ISIN US6293775085/ WKN A0BLR4). Siemens gewannen 0,7 Prozent.
ProSiebenSat.1 (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) zogen im MDAX um 3,5 Prozent an. Die zu Axel Springer (ISIN DE0005501357/ WKN 550135) gehörende Axel Springer Media Impact will in Zukunft ihre Aktivitäten bei der Vermarktung von Online-Bewegtbildinhalten intensivieren. Den Angaben zufolge werden die mehr als 20 Online-Portale ab dem kommenden Jahr von der Vermarktungseinheit der Axel Springer AG direkt vermarktet. Zusätzlich werde Axel Springer Media Impact ab Januar 2011 mit der zu ProSiebenSat.1 gehörenden SevenOne Media bei der Zweitvermarktung zusammenarbeiten. Axel Springer kamen im SDAX um 1,5 Prozent zurück. Der Modekonzern GERRY WEBER (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) hat im August mit einem Plus von rund 26 Prozent im In- und Ausland auf vergleichbarer Fläche die höchste Umsatzsteigerung im Retail-Bereich in seiner Unternehmensgeschichte erzielt. Deshalb wurde die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Wert gewann 3,1 Prozent.
Papiere der Software AG gewannen im TecDAX an erster Stelle 3,1 Prozent. Daneben kletterten United Internet um 2,4 Prozent und Dialog Semiconductor um 2,2 Prozent. QSC kamen als Schlusslicht um 3 Prozent zurück.
DAX: 6.221,52 (+0,93 Prozent) MDAX: 8.659,95 (+1,66 Prozent) SDAX: 4.238,67 (-0,07 Prozent) TecDAX: 766,41 (+0,78 Prozent) (09.09.2010/ac/n/m)

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