615 Billionen Derivate stehen kurz vor dem Knall
Pünktlich zum 2. Jahrestag der Insolvenz der Investmentbank Lehmann Brothers, die das Weltfinanzsystem ins Wanken gebracht hat, schauen wir, was seit dem geschehen ist.Derivate sind in aller Munde, die seit 2 Jahren von den Finanzbehörden reguliert werden sollen, da sie für die Pleite von Lehmann mitverantwortlich waren und Ursache für die Folgeerscheinungen sind, die sich für die Finanzmärkte daraus ergaben. Worüber erstaunlicher Weise gar keiner mehr redet, ist die Tatsache, dass nach der großen Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren, die in den Crash 1929 mündete, Derivate verboten waren. Damals wurde bereits erkannt, dass diese Leerverkäufe hoch riskant und hoch spekulativ sind und maßgeblich den Crash mit verursacht hatten. Da man scheinbar aus dieser Erkenntnis nicht gelernt hat, wurden schrittweise Derivate am Markt wieder zugelassen, die sich mittlerweile zu einem riesigen Monstrum entwickelt haben. Denn nach der gestrigen Meldung von dp-AFX waren nach Schätzungen der EU-Kommission am Ende des vergangenen Jahres die gigantische Summe von 615 Billionen Dollar – in Ziffern: 615.000.000.000.000 – am globalen Derivatenmarkt unterwegs, mit anderen Worten 615.000.000.000.000 mal heiße Luft - zum Vergleich, das Welt-BIP liegt bei 58,15 Billionen Dollar, dies bedeutet, dass der Derivatenmarkt um das 11fache größer ist als das jährliche weltweite BIP.
Ich glaube sagen zu dürfen, dass man dazu kein Hochschulstudium benötigt, um eins und eins zusammenzuzählen, dass dies nicht funktionieren kann.
Jetzt zurück zu Deutschland: Wie sieht es denn mit unserer sog. Systembank der HRE-Bank aus? Wir, die Steuerzahlen, bürgen bereits mit 102 Milliarden Euro für die Pleitebank Hypo Real Estate. Die HRE ist mittlerweile ein Fass ohne Boden. Nachdem der Staat die Bank verstaatlicht hat, ging es nicht aufwärts, sondern eher abwärts. Jetzt braucht die HRE erneut 40 Milliarden Euro für ihre Sanierung. Mittlerweile kostet die Hypo Real Estate den Steuerzahler jeden Tag ca. 10 Millionen Euro. Kennen Sie jemanden, der ein Konto bei der HRE besitzt bzw. kennen Sie eine Filiale der HRE in ihrem Ort oder in Ihrer Stadt oder kennen Sie Geldautomaten von der HRE, bei denen Sie sich mit Ihrer EC-Karte Geld holen können? Wohl kaum. Und trotzdem scheint diese Bank so enorm wichtig für unsere Politik zu sein. Die Bank ist ein einziger Betrugsfall, bei dem korrupte Politiker und Bänker die Fäden auf Kosten der Steuerzahler ziehen. Die Politiker sagen uns, wir sollen den Gürtel enger schnallen und alle sparen, auf der anderen Seite spielt Geld keine Rolle um Pleite geweihte Banken mit Steuergeldern zu unterstützen.
Diese Gelder werden mehr denn je gebrauch bei den Gemeinden und Kommunen, denn laut einem Bericht der Zeitung Die Welt sammeln deutsche Städte und Kommunen Rekordschulden an, die in diesem Jahr die Höchsten in der Nachkriegsgeschichte sein werden. Letztendlich bleibt die Eigenverantwortung, lieber in Sachwerte zu investieren als darauf zu hoffen, dass unsere Politiker das Ruder noch herumreißen können.
Beste Grüße
Heiko Schrang
www.fid-berlin.de
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