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Healthcare-Markt Wie gesund ist der globale Gesundheitsmarkt?

 |  12.01.2011, 10:30  |  1603 Aufrufe  |   0  | 

Allianz Global Investors betonen im aktuellen Bericht zum 6. Kondratieffzyklus: Gesundheit ist ein Megatrend. Zu Biotechnologie fasst der Bericht zusammen: Die gestiegene Profitabilität und Nachfrage spiegelte sich auch in den Aktien wider. So erwiesen sich Biotechnologieaktien in der jüngsten Vergangenheit als erstaunlich krisenresistent. Werttreibend sind die globalen Ausgaben der Gesundheitssysteme. Sie haben weltweit hohen Nachholbedarf, Kostenersparnis und effizientere Methoden stehen dabei im Mittelpunkt der Bemühungen. Gesundheitsausgaben der OECD-Staaten beliefen sich 2005, so der Bericht, auf zwischen 5 % und 10 % des BIP. Nach Schätzungen der OECD dürften die Ausgaben bis 2050 überproportional zum BIP­ Wachstum steigen und in einigen Ländern bis zu 15 % der Wirtschaftsleistung ausmachen.

Werttreiber und Wachstumsfaktoren – eine Betrachtung anlässlich der aktuellen MEDICA


280 Mrd. Dollar – so hoch ist der aktuelle jährliche Gesamtumsatz der Medizinalbranche. Ständig steigt der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttosozialprodukt:

Anteil Gesundheitskosten am Bruttosozialprodukt, Quelle: WHO 2010

Entspricht % Anteil am Bruttosozialprodukt, Quelle: WHO 2010


Über 200 börsennotierte Medtech-Unternehmen weltweit sorgen dabei für ein mittelfristig prognostiziertes Wachstum von 6 - 8% p.a. Dabei zeigen sich 85 - 90% der Firmen als profitabel. Subsektoren wie „Neurologie“ und “Gastroenterologie“ (Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes) führen das Feld mit Wachstumsraten von deutlich bis zu 20% p.a. an. Das entspricht einer Marktgröße von jeweils bis zu 1,8 Mrd. Euro. Längst ist High Tech eine entscheidende Kerngröße im medizinischen Umfeld. Dieser Trend zeigte sich jüngst auch auf der weltweit größten Medizinmesse MEDICA. Gut 140.000 Fachbesucher überzeugten sich in Düsseldorf von der Leistungsfähigkeit einer zukunftsstarken Branche. Experten sind sich einig: Medtech ist aus der Krise zum globalen Marktgewinner aufgestiegen.

Besonders Deutschland stand Ende 2010 im Fokus der MEDICA – denn „Medtech made in Germany“ gilt weltweit längst als Qualitätsmerkmal. Daher verwundert es nicht, dass die Medtechbranche gut 60% ihrer Gewinne im Exportgeschäft erwirtschaftet. Auch im Inland ist weiterhin eine stetig steigende Nachfrage zu erwarten, wie Messebesucherin Angela Merkel in einem Vortrag erörterte. Diese Entwicklung sieht die Bundeskanzlerin vor allem im demografischen Wandel begründet: Bis 2050 wird der Anteil der über 80-Jährigen von heute 5 Mio. auf über 11 Mio. Menschen ansteigen. Eine nachlassende Nachfrage muss auch weltweit nicht befürchtet werden. Jedoch geht es verstärkt um die Themen Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung, in Deutschland besonders vor dem Hintergrund der angestoßenen Reform der gesetzlichen Krankenversicherung.

Abb. Die Bevölkerung altert - Demografischer Wandel

Kostenersparnis durch effizientere Verfahren und Generika, aber auch ein enormes Neuversicherten-Potenzial bei Schwellenländern wie China oder Industrienationen wie den USA pushen den Markt zusätzlich. So wird sich China laut Prognosen innerhalb von fünf Jahren zum weltweit zweitgrößten Medtech-Markt entwickelt haben. Denn die Einführung der allgemeinen Krankenversicherung bis Ende 2012 in der Volksrepublik führt neben einer erwarteten enormen Steigerung des Medikamentenbedarfs auch zu einem Ausbau der gesamten Krankenhaus-Infrastruktur. Insgesamt sollen 2.000 neue Krankenhäuser gebaut und bestehende modernisiert werden. Im Zuge des Gesundheits- und Konjunkturpakets sollen zusätzliche 400 Millionen Chinesen versichert werden.

Aber auch Obamas Gesundheitsreform beeinflusst den gesamten Healthcare-Sektor. Besonders für den US-Biotech-Markt, den größten weltweit, ergibt sich langfristiges Potenzial. Im Zuge der Reform werden über 30 Mio. US-Bürger krankenversichert. Steigenden Beiträgen und Kosten begegnet Obama mit einer Innovationsoffensive: Fortschritte, die zu Kostensenkungen führen, werden stärker gefördert. Hier punktet der Biotech-Sektor mit seiner Innovationskraft. Statt bei der Symptombekämpfung setzen moderne Biotechnologien direkt bei den Ursachen an und senken so die Behandlungskosten. Effizienz, die Obama mit einer Verlängerung der Biotech-Patentlaufzeiten belohnt. Diese Maßnahmen sind dringend notwendig. Denn mit jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben von weit über 6.000 USD ist das US-amerikanische Gesundheitssystem bislang eines der teuersten weltweit. Zum Vergleich: In Japan fallen im gleichen Zeitraum lediglich 2.600 USD pro Person an.

Noch dazu zeigt sich das US-amerikanische System als eines der ineffizientesten: Auf 100.000 Einwohner kommen aufgrund der hohen Zahl nicht versicherter US-Bürger jedes Jahr 110 vermeidbare Todesfälle. Obama setzt an dieser Stelle mit Innovationsförderung an. Methoden der Biotechnologie helfen, die große Nachfrage zu decken, die durch 30 Mio. neu Krankenversicherte steigt, und bringen mehr Effizienz in den Gesundheitssektor – ein Mehrwert, den auch Anleger mit Investitionen in die Biotech-Branche gezielt ausschöpfen können.

Resümee
Gesundheit ist eine Investition wert, nicht nur in die eigene. Wichtig dabei: Anlagen in Gesundheitsunternehmen stellen derzeit noch einen Nischenmarkt dar. Hier empfiehlt es sich, Produkte spezialisierter Anbieter mit mehrjährigem Track-Record aufzugreifen, um spekulative Risiken zu minimieren.

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Autor

Nicolaus Thiele-Dohrmann, Herausgeber, alpha-assets.de.

alpha-assets.de beleuchtet Anlageklassen aus der Produktperspektive und lässt diese durch ein Expertenpanel, vorrangig bestehend aus den Entscheidern der Vermögensverwaltungen und Familiy Offices, beurteilen. Ziel von alpha-assets.de ist es, Produkte zu identifizieren die aufgrund von Anlageklasse, Emittent und Konzeption über ein herausragendes Chancen/Risiko-Profil verfügen.