Autogas LPG Autogas gewinnt an Bedeutung - auch bei E10-Einsatz
Neben flüssigen Diesel- und Ottokraftstoffen verdienen Antriebsalternativen wie das Autogas LPG (Liquefied Petroleum Gas) mehr Beachtung, sagte Uwe Franke, BP Europa-Chef, gegenüber dem Energie Informationsdienst (EID). Zur Problematik der Raffinerieüberkapazitäten erläuterte der BP-Chef, dass derjenige überleben werde, der neben effizienter Arbeit moderne Produkte anbieten und seine Produktion flexibel gestalten könne. Eine Säule künftiger Mobilität, der bislang viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde, seien gasförmige Kraftstoffe. Die Technologien liegen vor, die Produkte seien in ausreichender Menge und vergleichsweise günstig vorhanden, zudem könne ein Beitrag zur Senkung der Kohlendioxidemissionen geleistet werden, so Franke. Zudem sei das Versorgungsnetz ausgebaut.
Zählungen des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG) im Januar 2011 ergaben, dass insgesamt 6.031 Autogas-Tankstellen deutschlandweit zur Verfügung stehen. In Nordrhein-Westfalen gebe es 1.187 Tankstellen, in Bayern versorgen 962, in Niedersachsen 892 Tankstellen Autofahrer mit LPG. Hinzu kommen laut DVFG noch 1.200 gewerblich genutzte Flüssiggastankstellen zur Versorgung firmeneigener Fahrzeugflotten.
Seit dem Jahreswechsel 2010/2011 können Tankstellen zum zusätzlichen Benzin das Ethanol-Benzin-Gemisch E10 anbieten. Betrug der Ethanol-Anteil bisher bis zu 5 Prozent, kann dieser Anteil nun auf bis zu 10 Prozent steigen. Fahrer, die sich für den günstigeren und umweltschonenderen LPG-Betrieb entscheiden, könnten sich die Frage stellen, ob ihr Fahrzeug nach der Umrüstung auch für den E10-Kraftstoff geeignet ist.
In einer Pressemitteilung des LPG-Anbieters Westfalengas heißt es, dass grundsätzlich keine Probleme bei Autogas-Fahrzeugen zu sehen seien. Wie jeder Fahrer eines Benziners müsse auch der Autogas-Fahrer die generelle E10-Tauglichkeit seines Fahrzeugs vor dem ersten Betanken prüfen. Sei die Eignung gegeben, würden aus dem Mischbetrieb von Super E10 und LPG keine Nachteile oder gar Schäden entstehen, wenn sich die Kraftstoffsysteme in einwandfreiem Zustand befänden. Dichtungen und Schläuche müssten den Ethanolzusatz vertragen. Zwischen den Kraftstoffsystemen für Ottokraftstoffe - also auch E10 - einerseits und Autogas andererseits gebe es aber keine in diesem Zusammenhang technisch relevanten Berührungspunkte. Allerdings sollten Fahrer auf eine optimale Motoreinstellung Wert legen. Der Einsatz von Super E10 werde ab Februar auch EU-weit schrittweise zunehmen.
Für Fragen zur LPG- und E10-Verträglichkeit hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) am 7. Februar eine 20-seitige Broschüre mit einer Liste zahlreicher Fahrzeugmodelle sowie weiteren Links im Internet bereitgestellt. Die herkömmlichen Benzinsorten werden aber, sollte der Ethanolzusatz für das Antriebssystem nicht verträglich sein, weiterhin angeboten, so dass auf den Einsatz des günstigeren Autogases nicht verzichtet werden muss. Laut EID könne außerdem damit gerechnet werden, dass Benzin durch die Ethanol-Beimischung noch teurer werde.
Eine kostengünstige Alternative ist LPG. Wegen der stark steigenden Benzinpreise wird der Trend hin zu weiteren günstigen Kraftstoffvarianten zunehmen. Diese Erwartungen werden auch nicht durch den neuen Kraftstoffzusatz gebremst, da auch bei Fahrzeugen mit Autogasbetrieb keine nennenswerten Schwierigkeiten auftreten werden. Wir rechnen demzufolge mit einem weiter steigenden LPG- und zugleich Tonnagebedarf.
Der auf den Gastransport spezialisierte Schiffsmakler Inge Steensland berichtete Anfang Februar von zahlreichen Aktivitäten mittelgroßer Flüssiggastanker im Mittelmeerraum und im Transatlantikverkehr in die USA (Butadien). Für diesen Monat sei, wegen der anhaltenden Nachfrage beim Transport von Petrochemikalien (Ethylen, Propylen und VCM) und bislang unbeeinflusst durch die politische Situation in Nordafrika, mit einer beständigen Marktsituation für mittlere Tankschiffe zu rechnen.
Das 17.000-Kubikmeter-Schiff MT "GasChem Nordsee", baugleiches Schwesterschiff des Hansa-Hamburg-Schiffs MT "GasChem Pacific", wurde im Februar für eine LPG-Mittelmeerfahrt von Lavera nach Alexandria gechartert, das Schwesterschiff MT "GasChem Adriatic" wird diesen Monat im Iran eine Ladung Ethylen aufnehmen.
Die in der Hansa-Hamburg-Flotte fahrenden Flüssiggastanker werden über den GasChem-Pool beschäftigt. Für die relevanten Schiffsgrößen (Ethylen-/Flüssiggastanker MT "GasChem Pacific" mit 17.000 Kubikmetern Ladetankvolumen bis zum LPG-Tanker ("semi-ref.") MT "Queen Zenobia" mit 22.800) verzeichnete der Schiffsmakler Fearnleys Anfang Februar, unter Berücksichtigung gestiegener Preise für Bunkeröl, USD 780.000 monatlich (durchschnittliche Spot-Rate für LPG- und Petrochemikalientankschiffe mit Größen zwischen 15.000 und 23.000 Kubikmeter). (Hansa Hamburg Shipping)

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