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ROUNDUP Conergy auch 2010 mit Verlusten - Kosten der Sanierung belasten

Autor: dpa-AFX
 |  23.02.2011, 09:29  |  652 Aufrufe  |   0  | 
HAMBURG - Das Solarunternehmen Conergy hat im vergangenen Jahr erneut Verluste hinnehmen müssen. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 42 Millionen Euro, wie die im TecDax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Ein Jahr zuvor lag der Nettoverlust bei knapp 82 Millionen. Gründe für den neuerlichen Fehlbetrag sind nach eigenen Angaben unter anderem außerplanmäßige Abschreibungen bei Tochterfirmen im Zuge der finanziellen Sanierung des hochverschuldeten Unternehmens sowie negative Steuereffekte. Zudem hätten hohe Kosten für Berater bei den Finanzierungsverhandlungen belastet.

Im operativen Geschäft profitierten die Hamburger vom Solarboom. Der Umsatz stieg im Vergleich zum schwachen Vorjahr um gut 50 Prozent auf 913,5 Millionen Euro. Der Auslandsanteil lag bei knapp 54 Prozent und damit höher als bei vielen anderen deutschen Solarunternehmen. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stand mit 30,1 Millionen Euro erstmals seit 2006 wieder ein Gewinn. Damit erreichte das Unternehmen knapp die eigenen Prognose von 30 bis 40 Millionen Euro. An der Börse legten die Aktien im frühen Handel leicht um 0,25 Prozent auf 0,409 Euro zu.

An diesem Freitag müssen die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung das Rettungspaket für das Unternehmen beschließen. Es sieht einen drastischen Kapitalschnitt von 400 Millionen auf nur noch 50 Millionen Euro und eine anschließende Kapitalerhöhung vor. So sollen die Schulden um 188 Millionen Euro auf rund 125 Millionen Euro gesenkt werden. Gleich mehrere Hedgefonds dürften in der Folge zu Großaktionären bei Conergy werden. Sie haben während der Finanzierungsverhandlungen im vergangenen Jahr die Conergy-Kredite von zahlreichen Banken aufgekauft und wollen diese nun in Eigenkapital umwandeln.

Einige Beobachter befürchten, dass dem Unternehmen damit auf kurz oder lang eine Zerschlagung droht. Der Conergy-Vorstand hält nach eigenem Bekunden diese Gefahr für gering. Das Geschäftsmodell sei nachhaltig und profitabel. Befreit von den Altlasten werde nach den Kapitalmaßnahmen eine für die Zukunft gerüstete ´neue Conergy´ stehen. Einige Analysten stellen etwa die große Auslandspräsenz positiv heraus. Trotzdem steht Conergy wie der gesamten Branche angesichts von Förderkürzungen in Deutschland ein schwieriges Jahr bevor. Auch Konkurrenten äußerten sich bislang insgesamt sehr vorsichtig zur nahen Zukunft.

Widerstand gegen das Rettungspaket kommt von Kleinanlegern. So will die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die geplanten Kapitalmaßnahmen ablehnen. Damit wollen die Anlegerschützer nach eigenen Angaben dagegen protestieren, dass die Sanierung ´zum wiederholten Male´ auf Kosten der Aktionäre gehe. Die Zustimmung der Hauptversammlung gilt trotzdem als sicher, da etwa die Commerzbank als Hauptaktionärin und zugleich größte Gläubigerin den Rettungsplan mit ausgehandelt hat./enl/nmu/wiz
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