Vermögensverwalter Schreckgespenst Volatiliät – Vermögen verwalten
Volatile Märkte schrecken Anleger. Welchen Fokus bieten Vermögensverwalter, auf Basis welcher Überzeugungen entscheiden sie über die ihnen anvertrauten Gelder. 4 Experten beziehen Stellung zu den Grundsätzen ihrer Arbeit.
Verluste gar nicht erst zu erleiden, erspart mühsame Aufholjagden. Vermögensverwalter setzen dafür im Interesse ihrer Klienten jeweils eigene Anlagestrategien um. Auch wenn Anleger Aktienanlagen grundsätzlich auf Dauer als die rentabelsten Investments ansehen, kämpfen sie nach Verlustphasen mühsam gegen die Vermögensminderung. Die Formel dazu: Y=100 mal X geteilt durch 100-X. Dabei müssen Y % aufgeholt werden , wenn X % verloren wurden. Mit anderen Worten: Verliert ein Portfolio die Hälfte seines Werts, 50 %, muss es das Doppelte, 100 %, Wett machen, um nur die Verluste zu kompensieren. Benchmark-orientierte Fonds, die ihr Ziel, eine Benchmark zu schlagen, erreichen, indem sie weniger als ein Index verloren haben, können da nur wenig trösten. Absolute Erträge entkoppelt von Marktindizes – unter diesen Vorzeichen machen Vermögensverwalter sich zur Aufgabe, nach Kosten eine bessere Rendite zu erzielen als der Privatanleger selbst.
„Entscheidend für den Erfolg ist eine dem jeweiligen Marktumfeld angepasste Kombination der Investments. Nur dadurch ist eine langfristig überdurchschnittliche Vermögensmehrung möglich,“ erklärt dazu Hans Willi Brand, Geschäftsführer HWB Capital Management. Wie er denken viele Vermögensverwalter, die auf Basis dieser grundsätzlichen Erkenntnis eigene oder zu ihrer Strategie passende Fonds anbieten. Wesentlich dabei ist häufig die Steuerung der Aktienquote. „In Phasen steigender Kurse erhöhen wir gezielt das Aktienexposure, in Phasen sinkender Aktienkurse gewichten wir um, zum Beispiel in den Renten- oder Geldmarkt,“ erläutert Eric Wiese, Geschäftsführer der HHVM Hamburger Vermögen GmbH und Fondsmanager des HV Fonds - Global Endowment Portfolio. Schutz des Investorenvermögens steht dabei vor maximaler Rendite. „Kapitalerhalt bei stabiler Wertentwicklung ist unser Ideal. Das ist langfristig die erfolgreichere Strategie,“ betont auch Oliver Heller, Geschäftsführer des A/Ventum Family Office.
Grundsätzlich gehört zur Vorgehensweise eine disziplinierte, nachvollziehbar regelgeleitete Steuerung der Assetallokation. Ob die Markteinschätzung auf Basis von Fundamentaldaten, quantitativer Systeme, Trendfolge-Modellen oder einer Mischung von Strategien erfolgt, ist eine Überzeugungsfrage. Wesentlich ist die kontinuierliche Ausschöpfung globaler Wertpotenziale bei hoher Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit auch bei täglichen Investitionsentscheidungen.
Unabhängige Vermögensverwalter spielen dabei in Deutschland mit einem Marktanteil von ca. 5 % noch eine untergeordnete Rolle. Nach Einschätzung des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) gibt es derzeit rund 400 Unabhängige Vermögensverwalter, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen sind und einer permanenten Überwachung unterliegen.1 Sie gewinnen allerdings nach neuen Einschätzungen an Boden, da ihr grundsätzlich mit ihren Kunden gleichlaufendes Interesse an der Wertentwicklung Anleger überzeugt. „Wir sind froh, mit unserer Herangehensweise zunehmend in das Blickfeld der Investoren zu rücken. Es ist ein deutlich wachsendes Bewusstsein für Wert erhaltende Strategien spürbar“, Pascal Seppelfricke, Vorstand der Seppelfricke & Co. Family Office AG.
Bei der Auswahl des passenden Vermögensverwalters empfiehlt der VUV u.a :
- die Honorare und Kosten der unabhängigen Vermögensverwalter insbesondere mit denjenigen der Banken zu vergleichen
- die jeweilige Anlagephilosophie und die etwa einzubringende Mindestanlagesumme zu prüfen
- Art und Umfang der Leistungen abzuwägen
- Umfang und Regelmäßigkeit des Reportings zu erfragen.
Links zum Thema:
www.ivif.de
www.vuv.de
1 http://www.rp-online.de/extra/unabhaengige_vermoegensverwalter/Eine-Frage-des-Vertrauens_aid_845704.html

0
