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Deutsche Versicherer kritisieren ´Solvency II´ und Unisex-Tarife

Autor: dpa-AFX
 |  30.03.2011, 11:13  |  386 Aufrufe  |   0  | 
BERLIN - Die deutschen Versicherer kritisieren weiter die geplanten Kapitalvorschriften unter ´Solvency II´ und den Zwang zu geschlechtsneutralen Versicherungstarifen. ´Faktisch bedeuten Unisex-Tarife weniger Gerechtigkeit´, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Rolf-Peter Hoenen, am Mittwoch in Berlin. Er bedauere deshalb ausdrücklich das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), der die bestehende Ausnahmeregelung für Versicherer vor wenigen Wochen gekippt hatte. ´Unisex-Tarife führen nicht zu Gleichberechtigung, sondern zu Gleichmacherei´, sagte Hoenen.

Die Versicherer argumentieren, dass je nach versichertem Risiko entweder Frauen oder Männer höhere Leistungen von den Versicherungskonzernen in Anspruch nehmen. ´Frauen erhalten in der Rentenversicherung insgesamt gesehen viel höhere Rentenleistungen, weil sie länger leben´, sagte Hoenen. ´Junge Männer nehmen ihre Kfz-Versicherung stärker in Anspruch als junge Frauen.´ Dies rechtfertige in beiden Fällen höhere Beiträge.

Der GDV erneuerte auch seine Kritik an ´Solvency II´. Die von EU geplanten Regeln sollen Versicherer zwingen, für die von ihnen übernommenen Risiken und Garantien etwa in der Lebensversicherung mehr Kapital bereitzuhalten. Der GDV kritisiert, dass die vorgesehenen Kapitalanforderungen je nach Entwicklung der Finanzmärkte stark schwanken. ´Diese Volatilität würde es den Lebensversicherern deutlich erschweren oder sogar unmöglich machen, langfristige Zinsgarantien anzubieten´, sagte Hoenen. Zudem sei das System so komplex, dass es kleine und mittelgroße Versicherer zu überfordern.

Gegenüber der neuen europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa schlug der GDV-Chef nun einen versöhnlichen Ton an. Er begrüße, dass die Behörde die Regeln nachbessern wolle. Es gebe Chancen, ´Solvency II´ in diesem Jahr auf einen erfolgreichen Kurs zu bringen. Bei der jüngsten Auswirkungsstudie QIS 5 hatten die deutschen Versicherer gut abgeschnitten. Das Problem der schwankenden Kapitalanforderungen sei aus den Studienergebnissen jedoch nicht hervorgegangen, bemängelte Hoenen./stw/stb
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