Analyse Silber bietet Chancen für Kurzfrist-Trades
Nach dem Kurssturz bei Silber Anfang Mai scheint der Markt zunächst seinen Boden gefunden zu haben. Die Schwankungsbreite bleibt aber hoch und bietet Chancen für kurzfristig orientierte Trader. Mit e-Spreads auch ohne Währungsumrechnungsrisiko.
Der Knall war schwer zu überhören. Kurz vor Erreichen der psychologisch wichtigen Höchstmarke aus dem Jahr 1980 fiel der Silberpreis Anfang Mai innerhalb weniger Tage von rd. 49 auf 32/33 USD je Feinunze und verzeichnete damit den höchsten Verlust innerhalb einer Woche seit 1975. Als Auslöser musste die US-Rohstoffbörse Comex herhalten, die durch Marginerhöhungen Termingeschäfte auf Silber in fünf Schritten um rund 80 Prozent verteuert hatte. Begründung war das sehr hohe Volatilitätsniveau. Infolge hatten sich spekulativ orientierte Anleger aus dem Markt zurückgezogen. Da die Preisabschläge kaum Käufer anlockten, sieht alles nach einer geplatzten Blase aus, bei derInvestoren ihre kreditfinanzierten Positionen auflösten und sinkende Preise für ein steigendes Angebot sorgten.Zunächst scheint der Markt seinen Boden gefunden zu haben. Das heißt aber noch nicht, dass die Bullen jetzt wieder die Oberhand gewinnen. Anders als Gold zeigt der engere Silbermarkt traditionell eine stärkere Dynamik. Es kann durchaus in Richtung neuer Hochs gehen und genauso schnell wieder größere Abstürze geben. Anleger, die long gehen, sollten sich klare Limits sowohl im Kauf- wie im Verkaufsbereich setzen. Für einen erneuten Anstieg spricht nach wie vor die steigende Industrie-Nachfrage und die Affinität für Sachwerte, sollten weitere noch nicht eingepreiste Krisenszenarien aktualisiert werden. Dagegen sprechen mögliche Leitzinserhöhungen durch die EZB. Auch 1980 war die Geldpolitik ein bedeutender Impuls für den Silbercrash. Glaubt man an weiter fallende Kurse, sind Stops dennoch dringend angeraten, denn die Schwankungsbreite dürfte nach wie vor hoch sein.
Auch der Goldpreis rutschte Anfang Mai ab, was jedoch nach einer gesunden Korrektur aussieht. An den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich wenig geändert. Zusätzlicher Auftrieb wäre durch neue Nachrichten zur Schuldenkrise zu erwarten, die nicht wie eine Griechenland-Umschuldung bereits eingepreist sind, etwa eine Verschärfung der Lage in Spanien oder Zweifel an der Bonitätseinstufung eines weiteren europäischen Landes.
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