Analyse Bleibt der Kiwi-Dollar auf seinem Höhenflug?
Die Aufwertung des NZD hat viele Gründe. Neben der hohen Nachfrage nach Agrarprodukten sind auch Carry Trades eine Ursache.
Seit Frühjahr 2009 sehen wir den Neuseeland-Dollar in einer Aufwertungsrunde mit bemerkenswerter Dynamik. Gegenüber dem US-Dollar erreichte der "Kiwi-Dollar" inzwischen sogar den höchsten Stand seit 1985, als die Wechselkurse freigegeben wurden. Der Grund dafür ist aber nicht nur die von vielen Analysten angeführte starke Wirtschaft des Inselstaates. Zwar hatte der Exportüberschuss mit 1,11 Mrd. NZD im April die Erwartungen deutlich übertroffen, nicht zuletzt, weil Milch, Fleisch und Holz aus Neuseeland in Asien auf große Nachfrage treffen.
Auf der anderen Seite hat aber die Neuseeländische Notenbank nach dem Erdbeben von Christchurch ihre Wachstumsprognose auf 1,3 % gesenkt. Der IWF schätzt die Kosten für den Wiederaufbau nach den Erdbeben von 2010 und 2011 mit 15 Mrd. Neuseeland-Dollar auf 7,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mit 1,3 % Wachstum liegt Neuseeland nicht höher als die USA und viele europäische Staaten. Gleichzeitig liegt die Inflationsrate mit 4,8 % relativ hoch. Dennoch haben sich die Notenbanker gegen höhere Zinsen entschieden. Sie gehen davon aus, dass die Inflation zurückgeht.
Seit Mitte März kann man von einer Kursexplosion des Australischen und des Neuseeländischen Dollars gegenüber Yen und US-Dollar sprechen. Ein Indiz für sogenannte Carry-Trades, bei denen sich Investoren in niedrig verzinsten Währungen wie YEN oder USD verschulden und in hoch verzinste Währungen wie AUD oder NZD investieren.
Bei aller Beliebtheit des "Kiwi" muss also auch damit gerechnet werden, dass die Aufwertung nicht endlos weitergeht.
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