Euro–Höllenfahrt Hilfszahlungen werden nie zurückgezahlt
Die Rückzahlung der Euro-Hilfen durch die in Not geratenen Euro-Staaten sei äußerst unwahrscheinlich, betont Euro-Gegner Wilhelm Nölling. „Der Glaube, dass die Geberländer jeweils ihre Geldausleihungen wiederbekommen, ist völlig unbegründet“, sagte der Ex-Präsident der Landeszentralbank Hamburg und ehemaliger Finanzsenator dem "Hamburger Abendblatt". In seiner aktuellen Streitschrift „Die Euro–Höllenfahrt" kritisiert der Ökonom: „Die Nehmerländer werden dazu niemals in der Lage und niemals willens sein. Alles, was Politiker sagen und Geber- und Nehmerländer erklären, ist reines Ausrede-Geschwafel."
Dabei wird sich dem Unmut der Bevölkerung nicht allein in den notleidenden Euroländern Wege bahnen. Nölling befürchtet, dass es künftig auch in den Geberländern zu „kollektiven Wutausbrüchen und zur politischen Radikalisierung der Bevölkerung führen wird, die angesichts der Zurückschneidung staatlicher Leistungen auf allen Gebieten, die Verarmung weiter Bevölkerungskreise und die Überlastung des Sozialgefüges erwarten lassen."
Derzeit würden massive öffentliche Schuldenberge in der gesamten Euro-Zone aufgebaut, „die in früheren Zeiten für undenkbar, unzulässig und vor allem als nicht beherrschbar gehalten wurden und es höchstwahrscheinlich auch nicht sind". Die Gemeinschaftswährung Euro ist für Nölling „der größte Irrtum in der Währungsgeschichte, der das Potenzial in sich birgt, den Kontinent zu zerreißen."
Zusammen mit den Ökonomen Wilhelm Hankel, Joachim Starbatty sowie dem Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider und dem Ex-Manager Dieter Spethmann versucht der Volkswirtschaftsprofessor Nölling, vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Milliardenkredite für die Griechenland-Hilfe zu klagen, berichtet das "Hamburger Abendblatt" weiter. Ein entsprechendes Gesetz würde sowohl gegen EU-Recht als auch gegen das deutsche Grundgesetz verstoßen. Die Verhandlung dazu findet in Kürze, am 5. Juli, in Karlsruhe statt.

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