!Derivate-Magazin EuroStoxx 50: Für konservative Anleger eine gute Wahl
Es ist noch gar nicht so lange her, da galt Europa (vielleicht abgesehen von Japan) als der Bremsklotz unter den etablierten Industrie-Nationen in Sachen Wirtschaftswachstum. Damit ist es seit 2009 jedoch - zumindest vorläufig - vorbei. Dessen ungeachtet wird es der EuroStoxx 50 kurz- bis mittelfristig schwer haben, zu einer neuerlichen Rallye anzusetzen.
Ansehnliches Wirtschaftswachstum in der „alten Welt“
Daran werden auch die grundsätzlich durchaus ansehnlichen Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt nicht viel ändern können. Kürzlich hob der Internationale Währungsfonds seine 2011er-Wachstums-Prognose für die Eurozone von zuvor 1,6 auf glatt zwei Prozent an. Damit liegt der Wert lediglich einen halben Prozentpunkt unter dem für die USA prophezeiten Plus. Im kommenden Jahr soll sich das Wachstum dann jedoch moderat abschwächen. Zwischen 1,6 und 1,8 Prozent könnte es jedoch immer noch liegen. Damit wäre es zugegebenermaßen zuviel der Ehre, die „alte Welt“ als globale Wachstums-Lokomotive zu bezeichnen. Aber ein respektables Niveau stellt das allemal dar.
Nach wie vor enorme regionale Unterschiede
Das Haupt-Problem in punkto europäischem Wirtschaftswachstum sind allerdings die nach wie vor enormen regionalen Unterschiede. Während die Ökonomie in den großen und Export orientierten Volkswirtschaften (insbesondere Deutschland oder auch Frankreich) richtig gut Fahrt aufgenommen hat, hinken andere Länder stark hinterher. Die Spanne des für dieses Jahr erwarteten Wirtschaftswachstums reicht von 3,2 bis 3,7 Prozent Zuwachs (Deutschland) bis zu einer faktischen Stagnation (Spanien, Griechenland und Portugal). Dass angesichts dieser Rahmenbedingungen ein Durchschnittswert klar unter den Top-Wachstumswerten herauskommt, liegt eigentlich auf der Hand.
Verschuldung als Belastungsfaktor
Zumindest mitursächlich für die relative Schwäche der genannten südeuropäischen Länder ist die immer weiter ausufernde Verschuldung. Speziell Griechenland scheint sich langsam aber sicher zu einer Art Fass ohne Boden zu entwickeln. Aber auch in den anderen Ländern ist die Haushaltslage derart angespannt, dass kaum Raum für staatliche Investitionen besteht, die die Wirtschaft zusätzlich stimulieren könnten. Und nebenbei bemerkt: Allzu weit sollten sich auch die Deutschen hinsichtlich der Staatsverschuldung nicht aus dem Fenster lehnen. Immerhin nähert sich das Land der Dichter und Denker mit einer aktuellen Verschuldungsquote um 85 Prozent langsam aber sicher der 100-Prozent-Marke. Das Erreichen dieses Niveaus hat nicht selten eine sofortige Abstufung der Kreditwürdigkeit zur Folge, wie man es unlängst in den USA beobachten konnte. Ob es in Deutschland angesichts der üppigen Spareinlagen der Bürger ebenfalls dazu kommt, muss man sehen. Aber einen nicht zu unterschätzenden Belastungsfaktor für die europäische Volkswirtschaft stellt die Verschuldung in jedem Fall dar, denn Rating-Abstufungen werden in einigen Ländern künftig fast schon zur Tagesordnung gehören. Die Folge davon wäre eine höhere Zins-Belastung bei Refinanzierungs-Maßnahmen. Dadurch würden die Verbindlichkeiten weiter in die Höhe schnellen. In gewisser Weise handelt es sich also um einen klassischen Teufelskreis.
Moderate Zins-Erhöhungen unproblematisch
Da wir das Thema Zinsen gerade angesprochen haben, sollte auch die sich abzeichnende Wende in der Geldpolitik seitens der Europäischen Zentralbank erwähnt werden. Die erste Zinserhöhung gab es bereits und nicht wenige Experten erwarten bei der nächsten Sitzung im Juli einen nochmaligen Zinsschritt nach oben. Grundsätzlich sind Zins-Erhöhungen für die Aktienmärkte eher negativ, weil Anleihen als Investment-Alternative interessanter werden. Obwohl sich die Europäische Notenbank stärker der Währungsstabilität verpflichtet fühlt und Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft mehr als Sekundär-Ziel begreift, dürften die kommenden Zins-Erhöhungen lediglich moderat ausfallen. Schließlich will die Zentralbank die Konjunktur auch nicht übermäßig belasten. Darüber hinaus ist die Zinswende in erster Linie das Resultat einer anziehenden Inflation. Aber auch an dieser Front könnte in Bälde Besserung eintreten. Denn die Jahresteuerung im Euroraum ist im Mai leicht zurückgegangen. Die jährliche Inflationsrate sank auf 2,7 gegenüber 2,8 Prozent im April. Die Verbraucherpreise im Euroraum blieben im Mai demgegenüber erwartungsgemäß unverändert. Ganz offensichtlich scheint der Druck auf die Währungshüter sukzessive Abzunehmen, so dass Zins-Erhöhungen in einer Größenordnung, die für die Aktienmärkte gefährlich werden könnte, nicht sonderlich wahrscheinlich. Und mit einer nochmaligen Anhebung des Zins-Niveaus um vielleicht 0,5 Prozent in zwei Schritten über einen Zeitraum von einem halben bis einem Jahr dürften die Aktienmärkte vor dem Hintergrund der florierenden Konjunktur locker verkraften.
Charttechnik: Eher schwach, aber Support bei 2.500 Punkten sollte halten
Unter charttechnischen Aspekten zeigt sich der europäische Auswahlindex derzeit eher schwach. Sämtliche Aufwärtstrends seit Frühjahr 2009 sind gebrochen und stattdessen wird der Markt gegenwärtig von einem intakten Abwärtstrend seit April dieses Jahres beherrscht. Im Zuge des jüngsten Down Moves wurden nicht nur die wichtigen Unterstützungen bei 2.850 und 2.800 Punkten gerissen sondern der Index notiert zur Stunde sowohl unterhalb seiner 38- als auch seiner 200-Tage-Linie. Momentum und RSI befinden sich erkennbar im bärischen Bereich. Etwas besser sehen zwar der MACD und die Stochastik aus. Aber von echten Kaufsignalen sind auch diese Indikatoren noch ein Stückchen entfernt. Kurzfristig müssen also weiter nachgebende Kurse einkalkuliert werden, obgleich die Bollinger Bänder bereits jetzt auf eine leicht überverkaufte Situation hinweisen. Auf der anderen Seite sollte die gegenwärtige Bewegung gen Süden allerspätestens im Bereich des außergewöhnlich starken Supports bei 2.500 Punkten zum Stillstand kommen. Dass es sehr viel tiefer geht, erachten wir für sehr unwahrscheinlich.
Per Bonus-Zertifikat von Schaukel-Börse profitieren
Fassen wir unserer Marktmeinung bezüglich des EuroStoxx 50 kurz zusammen: Kurzfristig ist mit weiter fallenden Notierungen zu rechen, wobei ein Test der Marke bei 2.500 Punkten durchaus möglich ist. Ab Herbst bis vielleicht sogar ins Frühjahr 2012 hinein, könnte es aber wieder nach oben gehen. Wie stark die Anstiege ausfallen, wird entscheidend vom weltweiten Wirtschaftswachstum abhängen und diesbezüglich darf man auf jeden Fall bis auf weiteres verhalten optimistisch sein. Da wir uns für eine Anhebung der Investitionsquote bei unserem konservativen Musterdepot entschlossen haben, stellt sich die Frage, wie sich diese Markt-Meinung am besten in bare Münze umsetzen lässt. Die Antwort: mittels eines Bonus-Zertifikats.
Wir haben uns für das Produkt der Schweizer Großbank Vontobel mit der WKN VT1KDN entschieden. Bei einer überblickbaren Laufzeit bis zum 15.06.2012 weist das Produkt mit einem Bonus-Level bei 3.317,69 Punkten eine Bonus-Rendite von gut 14 Prozent auf. Das mag zwar nicht superüppig sein, für ein bewusst konservatives Investment ist diese Rendite-Chance jedoch absolut in Ordnung. Um die Bonus-Zahlung zu erhalten, darf die Barriere bei 2.350 Punkten nicht unterschritten werden. Da wir nicht von einem nachhaltigen Fall unter den Support bei 2.500 Punkten ausgehen, ist dieser Puffer absolut ausreichend, zumal er sogar noch 150 Punkte Reserve bietet. Das ist durchaus wichtig, denn wenn die Marke bei 2.500 Punkten tatsächlich gestestet werden sollte, ist mit einer Erhöhten Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass sie im Rahmen des Test zwischenzeitlich unterschritten wird. 2.500 oder selbst 2.450 Punkte wären uns daher als Barriere zu knapp. Positiv ist des Weiteren, dass das Produkt nicht mit einem Cap ausgestattet wurde. Falls der EuroStoxx 50 also in den nächsten zwölf Monaten richtig nach oben durch starten würde (was wir für nicht sonderlich wahrscheinlich aber jedenfalls möglich erachten), sind Anleger bei der Hausse mit von der Partie. Besonders gut gefällt uns der wahrlich spottbillige Spread von lediglich drei Cents (0,03 Prozent). Wir ordern an der Frankfurter Börse über Scoach billigst 200 Stücke des betreffenden Zertifikats.
Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 24.Juni 2011

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