Börsen in Europa-Schluss Deutliche Zugewinne, Bankwerte gefragt
Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes konnten am Freitag ihre morgendlichen Verluste hinter sich lassen und mit deutlichen Zugewinnen ins Wochenende gehen. Die jüngsten EU-Arbeitsmarktdaten konnten diesen Trend unterstützen. Europaweit waren Bankwerte im Zusammenhang mit der Griechenland-Rettung sehr gefragt. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) gewann 0,95 Prozent auf 2.875,67 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verbesserte sich um 0,75 Prozent auf 2.580,65 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) legte um 0,65 Prozent zu auf 709,10 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten im Plus.
Wie das europäische Statistikamt Eurostat heute mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation im Euroraum im Mai 2011 stabilisiert. Im Euroraum (ER17) verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 9,9 Prozent, nach 9,9 Prozent im Vormonat und 10,2 Prozent im Vorjahresmonat. Gleichzeitig belief sich die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) auf 9,3 Prozent, im Vergleich zu 9,3 Prozent im April 2011 und 9,7 Prozent im Mai 2010.
In Großbritannien standen im FTSE 100 Anteilsscheine von ICAP ganz oben mit einem Aufschlag von 5,1 Prozent, gefolgt von Lloyds (ISIN GB0008706128/ WKN 871784) mit einem Plus von 3,7 Prozent. Die Bank hat bereits gestern ein groß angelegtes Restrukturierungsprogramm angekündigt. Demnach will man bis zum Jahr 2014 insgesamt rund 15.000 Stellen abbauen. Dies soll u.a. durch eine Vereinfachung der Konzernstruktur sowie Einschnitte in der Verwaltung erreicht werden. Außerdem will sich der Finanzkonzern verstärkt auf das Inlandsgeschäft konzentrieren und kündigte in diesem Zusammenhang bis zum Jahr 2014 den Rückzug aus mehr als der Hälfte seiner insgesamt 30 Auslandsmärkte an. Ansonsten rücken Barclays und Royal Bank of Scotland und um jeweils 3,6 bzw. 3,2 Prozent vor. Aktien von Vodafone (ISIN GB00B16GWD56/ WKN A0J3PN) konnten ihre morgendlichen Verluste begrenzen und büßten am Ende 0,7 Prozent ein. Der Mobilfunkbetreiber gab heute bekannt, dass er seine gesamte 24,4 Prozent-Beteiligung an Polkomtel, einem führenden Telekombetreiber in Polen, an Spartan Capital Holdings verkaufen wird. So zahlt Spartan Capital Holdings, die Investment-Gesellschaft des polnischen Geschäftsmannes Zygmunt Solorz-Zak, rund 920 Mio. Euro (vor Steuern und Transaktionskosten) für die Polkomtel-Anteile. Am Ende des FTSE 100 gaben Randgold rund 1,5 Prozent ab.
In Frankreich bildeten ebenfalls die Bankwerte die Spitzenwerte. Größter Gewinner im CAC 40 war Credit Agricole (+4,1 Prozent), gefolgt von Société Générale (+3,7 Prozent) Natixis (+3,6 Prozent) und BNP Paribas (+2,5 Prozent). Die rote Laterne im französischen Leitindex trug Lafarge mit einem Minus von 1,3 Prozent, gefolgt von Cap Gemini, Vivendi und Carrefour mit etwas geringeren Abschlägen.
In der Schweiz befanden sich im SMI ebenfalls Finanztitel auf dem Vormarsch. So verteuerten sich Credit Suisse allen voran um 2,5 Prozent. Daneben zogen UBS (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) um 2,4 Prozent an. Die Großbank meldete heute, dass ihr Verwaltungsrat Axel Weber an der ordentlichen Generalversammlung vom 3. Mai 2012 als neues Mitglied des Gremiums vorschlagen wird. Seine Wahl vorausgesetzt, plant der Verwaltungsrat, ihn zum vollamtlichen Vizepräsidenten zu ernennen. Nach dem ersten Amtsjahr soll er 2013 dann die Nachfolge von Kaspar Villiger antreten. Weber war zwischen 30. April 2004 und 30. April 2011 Präsident der Deutschen Bundesbank. Rund 1 Prozent fester tendierten Anteilsscheine des Industriekonzerns ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730), der heute eine Übernahme angekündigt hat. Demnach wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der Epyon B.V. geschlossen, einem Vorreiter im Bereich Ladeinfrastruktur für E-Autos mit Fokus auf Gleichstrom-Schnellladestationen und Software für Ladegeräte. Am Ende des SMI verbilligten sich Lonza um 0,7 Prozent.
Papiere von Ericsson (ISIN SE0000108656/ WKN 850001) gaben um 1 Prozent nach. Der schwedische Telekommunikationsausrüster meldete heute, dass er Teil eines aus mehreren Technologieunternehmen bestehenden Konsortiums ist, das für 4,5 Mrd. US-Dollar ein umfassendes Patent-Portfolio des kanadischen Netzwerkausrüsters Nortel (ISIN CA6565685089/ WKN A0LENQ) übernehmen kann. Die Transaktion bedarf jedoch noch der Genehmigung durch die zuständigen Insolvenzgerichte in den USA und Kanada. Das Nortel-Patentportfolio umfasst rund 6.000 Patente und Patentanträge im ICT-Segment, darunter Telecommunikation, Internet-Suche und Social Networking.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.875,67 (+0,95 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.580,65 (+0,75 Prozent) EURONEXT 100: 709,10 (+0,65 Prozent) FTSE 100 (London): 5.989,76 (+0,74 Prozent) CAC40 (Paris): 4.007,35 (+0,63 Prozent) MIB (Mailand): 20.516,99 (+0,23 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.492,00 (+1,28 Prozent) SMI (Zürich): 6.237,81 (+0,82 Prozent) ATX (Wien): 2.811,40 (+1,61 Prozent) (01.07.2011/ac/n/m)

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