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Börsen in Europa am Mittag Weiter im Minus, BHP Billiton und Credit Suisse geben ab

 |  15.07.2011, 13:28  |  644 Aufrufe  |   0  | 

Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben ihre morgendlichen Verluste bis zum Mittag nahezu gehalten. Neben der Schuldenkrise von Athen bis Rom belasten auch schlechte Nachrichten aus den USA. So hat nun mit Standard & Poor`s bereits die zweite Rating-Agentur mit einer Abstufung der Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft gedroht. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verliert derzeit 0,58 Prozent auf 2.679,78 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verschlechtert sich um 0,26 Prozent auf 2.516,03 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) gibt um 0,31 Prozent nach auf 671,34 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren - bis auf Wien - weiter im Minus.

Wie das Europäische Statistikamt Eurostat im Rahmen seiner ersten Schätzung heute mitteilte, zeigte sich die Handelsbilanz der Eurozone im Mai 2011 ausgeglichen. So ergab sich im Euroraum (ER17) ein Gleichgewicht im Handel mit der übrigen Welt, gegenüber einem Passivsaldo von 4,8 Mrd. Euro im Vormonat und einem Defizit von 4,9 Mrd. Euro im Mai 2010. Hierbei legten die saisonbereinigten Ausfuhren auf Monatssicht um 1,5 Prozent und die Einfuhren um 0,2 Prozent zu. Ferner sank das Defizit der gesamten Union (EU27) auf 13,2 Mrd. Euro, nach Negativsalden von 16,4 Mrd. Euro im Vormonat und 16,0 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Die Exporte nahmen binnen Monatsfrist um 1,1 Prozent zu, während die Importe um 0,7 Prozent anstiegen.

In Großbritannien müssen im FTSE 100 am Mittag allen voran Anteilsscheine von BHP Billiton (ISIN GB0000566504/ WKN 908101) Federn lassen und verzeichnen einen Abschlag von 2,1 Prozent. Der Minenbetreiber meldete heute, dass er den amerikanischen Erdgasförderer Petrohawk Energy (ISIN US7164951060/ WKN A0B7BY) übernehmen wird. Dabei erhalten Petrohawk-Aktionäre im Rahmen der Transaktion 38,75 US-Dollar in bar für jeden ihrer Anteilsscheine. Damit hat die Akquisition ein Gesamtvolumen von rund 12,1 Mrd. US-Dollar bzw. 15,1 Mrd. US-Dollar einschließlich übernommener Verbindlichkeiten. Das Petrohawk-Board hat der Übernahme, die im dritten Quartal 2011 abgeschlossen werden soll, bereits zugestimmt. Dahinter büßen Intertek (-1,8 Prozent) und Antofagasta (-1,4 Prozent) relativ deutlich an Wert ein. Ebenfalls wenig gefragt sind Titel von Experian (ISIN GB00B19NLV48/ WKN A0KDZM), die 1,4 Prozent verlieren. Der Informationsdienstleister veröffentlichte heute ein Interim Management Statement für das erste Quartal. Den Angaben zufolge belief sich das Umsatzwachstum (laufendes Geschäft) in den drei Monaten zum 30. Juni 2011 auf 15 Prozent, wobei auf Basis konstanter Währungen ein Plus von 10 Prozent ausgewiesen wurde. Organisch wuchs der Umsatz im Berichtszeitraum um 6 Prozent. An der Spitze des britischen Leitindex stehen aktuell Fresnillo (ISIN GB00B2QPKJ12/ WKN A0MVZE) mit einem Zugewinn von 2,6 Prozent. Der Minenkonzern erklärte gestern, dass er im zweiten Quartal einen deutlichen Anstieg der Silberproduktion verbuchen konnte. Daneben können Burberry und Petrofac je 1,8 Prozent zulegen.

In der Schweiz ziehen am Mittag im SMI Papiere von Transocean um 1 Prozent an, gefolgt von Roche (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) mit einem Plus von 0,8 Prozent. Der Pharmakonzern konnte heute positive Studiendaten mit seinem Medikament Pertuzumab vermelden. Demnach wurde in der Phase-III-Studie CLEOPATRA, an der Patientinnen mit HER2-positivem, metastasierendem Brustkrebs teilnahmen, das Studienziel erreicht. Vor diesem Hintergrund will man nun die Zulassung beantragen. Die lange Verliererliste wird angeführt von SGS (-6,5 Prozent), vor ABB und Swiss Re mit je -2,2 Prozent. Ebenfalls wenig gefragt sind Anteilsscheine von Credit Suisse (ISIN CH0012138530/ WKN 876800) mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Die Großbank meldete heute, dass sie Gegenstand einer Untersuchung des US-Justizministeriums ist. Gemäß Berichten handelt es sich um eine branchenweite Untersuchung der US-Behörden. Im Rahmen der Möglichkeiten unter Schweizer Recht wird die Credit Suisse mit den US-Behörden weiterhin zusammenarbeiten, um in dieser Angelegenheit eine Lösung zu finden, hieß es.

Für Papiere von Ericsson (ISIN SE0000108656/ WKN 850001) geht es inzwischen nur noch um 0,8 Prozent nach unten, nachdem am Morgen ein etwas größeres Minus zu Buche stand. Der Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson, ein Joint Venture des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson und der japanischen Sony Corp. (ISIN JP3435000009/ WKN 853687), gab heute bekannt, dass er im zweiten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat. Dabei wurde das Ergebnis durch das Erdbeben in Japan vom 11. März und damit einhergehende Beeinträchtigungen der Lieferkette belastet.

In Frankreich stehen im CAC 40 unverändert Papiere von STMicro (-2,4 Prozent) am Ende des Index. Deutlich leichter tendieren auch Schneider Electric und Natixis mit Abschlägen von jeweils 2,3 Prozent. Lafarge (ISIN FR0000120537/ WKN 850646) geben indes 1,9 Prozent ab. Der Baustoffhersteller meldete bereits gestern, dass er mit der belgischen Etex Group exklusive Verhandlungen über den Verkauf seiner europäischen und südamerikanischen Gips-Assets aufgenommen hat. Den Angaben zufolge hat die geplante Transaktion einen Enterprise Value von 1 Mrd. Euro. Dabei erhält Lafarge rund 850 Mio. Euro in bar sowie eine 20 Prozent-Beteiligung an der neuen Partnerschaft, welche die europäischen und südamerikanischen Gips-Aktivitäten beider Unternehmen vereint. Ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger stehen im französischen Leitindex mittlerweile Aktien von PPR (+1,4 Prozent), Essilor (+1,4 Prozent) und Publicis (+1,0 Prozent).

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.679,78 (-0,58 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.516,03 (-0,26 Prozent) EURONEXT 100: 671,34 (-0,31 Prozent) FTSE 100 (London): 5.842,41 (-0,08 Prozent) CAC40 (Paris): 3.732,98 (-0,49 Prozent) MIB (Mailand): 18.591,41 (-0,26 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.543,90 (-0,57 Prozent) SMI (Zürich): 5.941,71 (-0,66 Prozent) ATX (Wien): 2.657,81 (+0,20 Prozent) (15.07.2011/ac/n/m)

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