Nadeshiko Prachtnelken mit Turbolader
Wer denkt, dass Fußball nur auf dem Rasen stattfindet, irrt. Die Frauen-Weltmeisterschaft und das Endspiel gestern geben m.E. auch jede Menge Hinweise auf Gebiete außerhalb des Spielfeldrands. So kann man sich mal fragen, ob nicht der Ausgang und die Rangliste als Hilfe für die Anlagestrategie dienen könnten.
Was war das gestern doch für ein spannendes WM-Finale. Bis zum Schluss sah es allerdings eher nach einem Sieg der USA aus. Aber die Japanerinnen, diszipliniert wie sie nun mal sind, gaben nicht auf und trotzten dem schier übermächtigen Ansturm der US-Frauen. Und verwerteten die wenigen Chancen, die sie hatten, gekonnt. So dass sie sich erst in die Verlängerung und dann noch ins Elfmeterschießen retten konnten. Da ist bekanntlich auch ein wenig Glück im Spiel. Und dennoch sind die Japanerinnen, die man in der Heimat Nadeshiko (=Prachtnelken) nennt, zu Recht und verdient Fußball-Weltmeister geworden. Gratulation an das Japan-Team.
Und auch wenn die Weltmeisterschaft der Frauen das eine und die Börsen dieser Welt das andere sind, so mag dieses Spiel und der Ausgang des Spiels möglicherweise zeigen, wo und wie es an den Börsen zukünftig lang geht.
Wer sich einmal den Langfristchart des japanischen Nikkei ansieht, kann erkennen, dass die japanischen Aktien mit einem derzeitigen Nikkei Stand von 9.860 Punkten weit von ihrem Vorkrisenniveau von bis zu 18.000 Punkten entfernt sind. Wohingegen der amerikanische Dow mit 12.500 Punkten möglicherweise schon bald wieder die knapp 14.000 Punkte vor der Lehmann-Pleite erreicht haben wird. Und so scheint es auf den ersten Blick so zu sein, wie das Spiel gestern lief. Die USA ist klarer Favorit. Und beeindruckte - wie zu Erwarten war - mit guter Leistung. Sie beherrscht das Spiel geradezu.
Und dennoch gibt sich Japan dem klaren Favoriten nicht geschlagen. Trotz herber Rückschläge wie die Naturkatastrophe und Fukushima. Diszipliniert nimmt man die Katastrophe hin und räumt die Schäden so gut es geht beiseite. Und lässt sich auch von den Nachbeben nicht erschüttern. Der Teamgeist und der Wille sind ungebrochen.
Während Produktionsausfälle im Erdbebengebiet, in dem u.a. Tochterfirmen wie z.B. von Toyota und deren Zulieferfirmen sitzen, das Land weit zurückwarfen, haben sie es geschafft den Rückstand schneller als erwartet aufzuholen. Toyota kann so bereits jetzt wieder fast auf Vorjahresniveau produzieren. Und auch von anderen Firmen liest man, dass sie sich schneller erholt haben, als viele, viele Experten erwartet haben. Sie sind wohl von sich selbst ausgegangen. Offensichtlich wurde (wird?) das Land weitgehend unterschätzt. Was immer ein Vorteil ist, nicht nur auf dem Fußballplatz.
Aber das Land hat nicht nur die Produktionsausfälle fast wieder aufgeholt. Aus der Krise lernend und wegen des stark gestiegenen Yen, verlagern etliche Firmen einen Teil ihrer Produktion ins Ausland, insbesondere in die Schwellenländer, wo die Japaner gern gesehen sind. Und einen Auftrag nach dem anderen auf die Insel holen. Aber nicht nur Aufträge sind das Thema. Die Japaner investieren auch zunehmend direkt in den aufstrebenden Schwellenländern. Und zapfen damit ungeahnte Reserven an. Geld haben sie aufgrund der niedrigen Zinsen im Land ja genug. Und viele der börsennotierten Unternehmen sind wegen der Rückkäufe ihr eigener größter Einzelaktionär. D.h. dass diese Unternehmen quasi einen Turbo bei ansteigenden Unternehmensgewinnen besitzen. Über die Steigerung des Aktienkurses steigt – profitiert das Unternehmen über die eigenen Aktien quasi doppelt.
Uns so wird Japan, obwohl es die scheinbar schlechtere Ausgangsposition hat(te), meines Erachtens wie im Endspiel auch, den Amerikanern die Butter vom Brot nehmen. Und am Ende als Sieger dastehen.
Wobei die USA als Nummer 2 auch nicht zu verachten sind. Immerhin stimmte die Leistung. Auch konnten ein paar Spieler ordentlich punkten. Und die Performance war insgesamt auch nicht schlecht. Was die Deutschen und europäische Staaten betrifft, so beeindruckten die zunächst auch mit guten Leistungen, liessen dann aber doch im Laufe des Turniers zum Teil deutlich nach. Wobei einzelne Spielerinnen durchaus positiv hervorstachen.
Und so könnte man die Ergebnisse der Frauen-Weltmeisterschaft geradezu eins zu eins hernehmen, um darauf seine Anlagestrategie aufzubauen. Was wir von Globalyze in unserem Value Börsenbrief bereits vorweggenommen haben. Dort führen die Japaner seit geraumer Zeit und, weil wir antizyklisch unterwegs sind, auch schon vor Beginn der Weltmeisterschaft mit fünf Werten die Rangliste an. Übrigens erzielten diese letzte Woche bei insgesamt abgebenden Börsen (Dax -2,9 %; Dow -1,4 %; Hang Seng -2,7 %; Nikkei -1,6 %) ein eindrucksvolles Wochentrefferplus von immerhin +1,8 % gegen den Markt.
Und so haben wir von Globalyze längst erkannt, wo die Prachtnelken sitzen. Und dass diese nicht nur gut performen, sondern noch dazu einen Turbolader im Gepäck haben. Denn Sie bei Bedarf leistungssteigernd einsetzen können.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.
Ihr Norbert Lohrke
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