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Börsen in Europa am Mittag Indizes drehen ins Minus, Rio Tinto und Lloyds Banking unter Druck

 |  04.08.2011, 14:03  |  1349 Aufrufe  |   0  | 

Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben nach anfänglichen Zugewinnen im bisherigen Donnerstaghandel wieder in die Verlustzone gedreht. Die Anleger zeigen sich dabei insbesondere vor dem morgen erwarteten US-Arbeitsmarktbericht sehr nervös. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verliert derzeit 0,06 Prozent auf 2.496,44 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verschlechtert sich um 0,35 Prozent auf 2.391,73 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) gibt um 0,59 Prozent nach auf 627,50 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.

Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, bleibt damit bei 1,25 Prozent. Marktbeobachter hatten diese Entscheidung bereits im Vorfeld erwartet.

Die US-Börsen dürften heute mit negativen Vorzeichen in den Handel starten. So verschlechtert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,40 Prozent. Der NASDAQ-Future gibt momentan um 0,61 Prozent nach, während der S&P-Future um 0,79 Prozent verliert. Am Nachmittag werden in den USA noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet.

Swiss Re (ISIN CH0012332372/ WKN 852246) schießen an der Spitze des SMI um 5,6 Prozent nach oben, nachdem der Versicherer im zweiten Quartal einen höheren Gewinn erwirtschaftet hat. Dabei trugen alle Geschäftssegmente wesentlich zum positiven Ergebnis bei. Die Erwartungen wurden damit klar geschlagen. Der Nettogewinn betrug 960 Mio. US-Dollar, gegenüber einem Gewinn von 812 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal 2010. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 646 Mio. US-Dollar ausgegangen. Die Eigenkapitalrendite auf Jahresbasis stieg von 13,4 Prozent im Vorjahr auf nun 15,6 Prozent. Auf dem letzten Platz geben Transocean um 4,9 Prozent nach.

Der neunköpfige Geldpolitische Rat (MPC) der Bank of England (BoE) hat heute beschlossen, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Somit verharrte die als Leitzins dienende Repo-Rate bei 0,50 Prozent. Marktbeobachter hatten diesen Beschluss bereits im Vorfeld erwartet. Auch das Ankaufprogramm für Anleihen wurde unverändert beibehalten. Das Volumen beläuft sich weiterhin auf 200 Mrd. Britische Pfund (GBP). Einen schweren Stand haben heute in Großbritannien die Anteilsscheine von Rio Tinto (ISIN GB0007188757/ WKN 852147). Der Konzern konnte dank deutlich gestiegener Rohstoffpreise im ersten Halbjahr mit einem Rekordergebnis aufwarten. Allerdings wurden die Analystenerwartungen verfehlt. So lag der Konzernumsatz inklusive konsolidierter Beteiligungen in den ersten sechs Monaten mit 31,76 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 26,25 Mrd. US-Dollar. Der operative Gewinn lag mit 11,50 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahresergebnis von 8,50 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn verzeichnete Rio Tinto einen Anstieg auf 7,59 Mrd. US-Dollar, nach 5,85 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte wurde beim Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreswert ein Anstieg von 35 Prozent auf 7,78 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Rio Tinto trotz der bestehenden Unsicherheiten eine weiterhin positive Ergebnisentwicklung. Wie der Konzern weiter ausführte, wurde außerdem das Aktienrückkaufprogramm um 2 Mrd. US-Dollar auf insgesamt 7 Mrd. US-Dollar aufgestockt. Das Papier verschlechtert sich um 4,2 Prozent.

Daneben geht es für Unilever (ISIN GB00B10RZP78/ WKN A0JNE2) um 5,7 Prozent nach oben. Der Konsumgüterkonzern hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 10 Prozent verbessert, nachdem gestiegene Rohstoffkosten in Form von Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben wurden. Der Nettogewinn belief sich auf 2,24 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,06 Mio. Euro ausgegangen. Der operative Gewinn nahm um 8 Prozent auf 3,31 Mrd. Euro zu. Der Umsatz erhöhte sich um 4,1 Prozent auf 22,79 Mrd. Euro, wobei auf Basis konstanter Währungen ein Wachstum von 5,7 Prozent verzeichnet wurde. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 7,1 Prozent auf 11,93 Mrd. Euro. Schließlich brechen Lloyds Banking (ISIN GB0008706128/ WKN 871784) um 6,7 Prozent ein, nachdem die Großbank im ersten Halbjahr 2011 einen Ergebniseinbruch verbuchte. So summierte sich der Nettoverlust auf 2,31 Mrd. GBP, gegenüber einem Vorjahresgewinn von 596 Mio. GBP. Damit wurde die Analystenprognose mit einem Verlust in Höhe von 2,2 Mrd. GBP verfehlt. Hintergrund sind gestiegene Finanzierungskosten sowie Rückstellungen für Kunden, die in Zusammenhang mit Kreditversicherungen falsch beraten wurden.

Mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent stehen zur Mittagszeit die Aktien von AXA (ISIN FR0000120628/ WKN 855705) als zweitbester Wert im CAC 40 hoch im Kurs. Der Versicherungskonzern hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als vervierfacht. Dabei profitierte man von Erlösen aus Asset-Verkäufen in China, Australien und Neuseeland. Die Erwartungen wurden geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf rund 4 Mrd. Euro, nach 944 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,57 Mrd. Euro ausgegangen. Vor Einmaleffekten stieg der Nettogewinn um 11 Prozent auf 2,22 Mrd. Euro, während Analysten hier einen Gewinn von 2,14 Mrd. Euro erwartet hatten. Der Gesamtumsatz verringerte sich indes um 5 Prozent auf 46,84 Mrd. Euro, wobei auf vergleichbarer Basis ein Rückgang um 3 Prozent ausgewiesen wurde. Die rote Laterne geht indes momentan an Veolia Environnement. Der Titel bricht um 11,7 Prozent ein, während sich gleichzeitig Danone mit einem Zugewinn von 2,9 Prozent ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren befinden.

In den Niederlanden stehen die Titel des Allfinanzkonzerns ING Groep (ISIN NL0000303600/ WKN 881111) mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent im Blick. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal trotz der Abschreibung auf griechische Staatsanleihen einen Gewinnzuwachs erwirtschaftet. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Zudem wurde eine Personalie angekündigt. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 1,51 Mrd. Euro, gegenüber 1,21 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,21 Mrd. Euro ausgegangen. Auf bereinigter Basis wurde ein Nettogewinn von 1,53 Mrd. Euro (+19,7 Prozent) ausgewiesen. Indes wurde Koos Timmermans mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 zum Vice-Chairman des Management Board Banking bestellt. Er tritt damit die Nachfolge von Eric Boyer de la Giroday an. Timmermans Nachfolge als Chief Risk Officer tritt Wilfred Nagel an, der zurzeit als CEO der ING Bank Turkey fungiert.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.496,44 (-0,06 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.391,73 (-0,35 Prozent) EURONEXT 100: 627,50 (-0,59 Prozent) FTSE 100 (London): 5.521,40 (-1,13 Prozent) CAC40 (Paris): 3.435,74 (-0,56 Prozent) MIB (Mailand): 16.604,12 (-2,36 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.020,90 (-0,19 Prozent) SMI (Zürich): 5.508,35 (+0,46 Prozent) ATX (Wien): 2.409,63 (-0,54 Prozent) (04.08.2011/ac/n/m)

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