EUR/USD Täglicher Devisenkommentar: Bearishe Divergenz im 4-Stundenchart hat sich bestätigt, die Jagd auf steigende Kurse zunächst abgeblasen
Die aufkommende Angst im Bezug auf die Verfassung der globalen Wirtschaft führte am gestrigen Tag zu einer Flucht in den US-Dollar. Zwar fielen die US-Konjunkturdaten katastrophal schlecht aus und der Philly Fed Index, der von den Marktteilnehmern als sehr ausdrucksstarker Frühindikator für die US-Wirtschaft gesehen wird, fiel auf den tiefsten Stand seit März 2009. Aber die steigende Angst trieb die Marktteilnehmer in sicher betrachtete Anlageformen, wie z.B. dem Greenback. Aktuell kursieren besonders Ängste vor einer drohenden Stagflation. Denn während die Konjunkturdaten aus den USA katastrophal schlecht ausfielen (auch die Daten vom Arbeits- und Immobilienmarkt lagen unter den Erwartungen) stieg die Inflation annualisiert um 0,3% auf 3,6% an und somit stärker als erwartet. Am Ende der US-Handelssitzung notierte der EUR/USD bei 1,4331 US-Dollar.
Zum Wochenabschluss dürften wir noch einmal eine gehörige Portion an Action zu sehen bekommen. Zwar ist der Wirtschaftsdatenkalender nicht besonders prall gefüllt. Doch die anstehenden Daten aus Deutschland haben es in sich. Veröffentlicht werden die Erzeugerpreise für Juli. Sollten diese höher als erwartet ausfallen, könnten wir eine erneute Flucht in den US-Dollar sehen und nachgebende Kurse im Währungspaar. Denn, die Daten zum Bruttoinlandsprodukt am Dienstag fielen bereits schlechter aus und lassen Rückschlüsse auf ein Abkühlen der Wirtschaftslage Deutschlands, dem Zugpferd der Europäischen Union, zu. Steigt nun auch noch das Preisniveau, so würde dies Weltwirtschafts-Rezession in Verbindung mit einem steigenden Preisniveaus begünstigen.
Technisch gesehen ist die bearishe Divergenz im (15,5,5)-Slow Stochastic im 4-Stundenchart aufgegangen und die nachgebenden Kurse resultierten in einem Rücklauf der Kurse in das Dreieck. Der Schlusskurs nahe des Unterstützungsbereichs zwischen 1,4350 USD und 1,4330 USD birgt die Gefahr weiteren Abwärtspotentials. Dieses könnte den EUR/USD nochmal bis zur Marke von 1,4250 USD führen, dem Tief des gestrigen Handelstages. Dort verläuft unter anderem das 61,8%-Fibonacci-Retracement-Niveau der Aufwärtsbewegung vom 11.08.2011. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Chartbild im EUR/USD weiter als sehr unattraktiv bezeichnen lässt. Zwar gibt es auf Intraday-Basis sehr schöne Bewegungen. Aber im 4-Stunden- und Tages-Modus lässt sich das Bild vornehm als pathologisch bezeichnen. Der EUR/USD bewegt sich in dieser Zeitebene im neutralen Modus.
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Wichtige Marken (19.08.2011):
Support: 1,4250
Resist: 1,4580 / 30 | 1,4440 | 1,4330 / 50
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