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Ein Blick in die Kristallkugel

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 |  23.08.2011, 10:41  |  4465 Aufrufe  | 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wenn der Konsens am größten ist, dann ist die Gefahr nicht weit. In diesem Falle hatten so gut wie alle Marktteilnehmer auf eine kräftige Erholung an den Börsen gesetzt. Beim DAX wurden Ziele von über 6.500 Punkten genannt. Doch bereits bei 6.100 Zählern machte der deutsche Leitindex schlapp. Vorige Woche erfolgte dann die nächste Baisse-Attacke bis hinunter auf 5.340 Punkte. In ähnlichen Kursmustern steuerten die anderen Aktienindizes im Abwärtstrend meist neue Jahrestiefs an. Was lernen wir einmal mehr daraus? Wenn an der Börse alle der gleichen Meinung sind, kommt es anders, als die Mehrheit denkt. Dabei sind die Chancen auf eine zwischenzeitliche Erholung gar nicht schlecht gewesen. Doch wenn die Panik einmal um sich greift, gibt es offenbar kein Halten mehr. Die Trendwechsel erfolgen immer rascher und meist ansatzlos. In den berüchtigten „schnellen Märkten“ (fast markets) fahren die Indizes im Schleuderkurs. Unter diesem Aspekt greifen sonst gut funktionierende Handelstechniken nur bedingt.

Der Schaden ist beträchtlich. Denn die „Crash-Festspiele“ gehen nun in die fünfte Woche. Und je länger sie dauern, desto berechtigter wird die Sorge der Ökonomen, dass die Baisse an den Aktienmärkten deutliche Bremsspuren in der realen Wirtschaft hinterlässt. Die aktuellen Schlagworte heißen Konjunktur-Pessimismus und Rezessionsangst. Die neuen Prognosen sehen die Weltwirtschaft in einer schwächeren Phase als bisher angenommen. Außerdem setzen die Analysten die Gewinnschätzungen für die Unternehmen herab. Dabei sind die alten Störungen noch nicht behoben. Hohe Ansprüche und kaum Ergebnisse: Dies ist der Stoff, an den sich die Börsianer trotz zwischenzeitlicher Lichtblicke offenkundig gewöhnen müssen. Vom Europa-Gipfel letzte Woche war mehr erwartet worden, als die bislang unverbindlichen Vorschläge, deren Umsetzung Jahre dauern wird. Die Kursverluste sind der Ausdruck des Unbehagens und der Furcht vor einer ungewissen Zukunft. Das Vertrauen der Anleger in das Krisenmanagement und die Lösung der zum Dauerzustand werdenden Konflikte schwindet. Schuldenkrise, ein wacklig erscheinendes Bankensystem und Rezessionsängste sind den Märkten zu viel geworden. Dies sind die Ursachen der massiven Korrektur. Genug davon! Ich denke, dass sich die Börsen trotz der Probleme beruhigen werden.

Viel Erfolg mit ihren Investments

Gerhard Mahler


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