Börse Frankfurt Schluss Kräftige Aufschläge, Continental und Deutsche Börse AG gesucht
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Bei den wichtigsten deutschen Aktienindizes waren heute trotz eines schwach ausgefallenen ifo Geschäftsklimaindex und der Ratingabstufung für Japan kräftige Zugewinne auszumachen. Die Hoffnung der Anleger richtet sich dabei auf ein Anleiherückkaufprogramm durch die Fed. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 2,69 Prozent auf 5.681,08 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 3,18 Prozent zu auf 8.747,74 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,96 Prozent nach oben auf 4.350,76 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 2,44 Prozent auf 719,28 Punkte zulegte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,52 Prozent auf 134,57 Zähler, während der Euro 0,29 Prozent auf 1,4395 Dollar abgab.
An der Wall Street hat sich die Stimmung im bisherigen Handelsverlauf eingetrübt, und die US-Indizes liegen zur Stunde nur noch mit geringfügigen Aufschlägen im Plus. Am morgigen Donnerstag werden unter anderem die Zahlen zum deutschen Bauhauptgewerbe für Juni 2011 bekannt gegeben. In den USA steht die Veröffentlichung der Zahlen zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe für die Vorwoche auf der Agenda. Ferner richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer auf das morgige Treffen der US-Notenbank unter der Führung von Notenbankchef Ben Bernanke in Jackson Hole. Viele Investoren hoffen dabei auf eine Fortsetzung der geldpolitischen Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank für die US-Wirtschaft durch ein weiteres Anleiherückkaufprogramm.
Das ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im August weiter verschlechtert. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Münchener ifo-Instituts hervorgeht, fiel der ifo-Geschäftsklimaindex im August von 112,9 im Vormonat auf 108,7 Punkte. Bereits für den Vormonat hatte sich das Konjunkturbarometer von 114,5 Punkten auf 112,9 Zähler verschlechtert. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel im Berichtsmonat auf 100,1 Punkte von 105,0 Punkten im Vormonat. Der Lage-Index ging auf 118,1 Punkte von 121,4 zurück.
Im DAX standen heute die Papiere der Deutsche Börse AG mit einem Kursgewinn von 5,6 Prozent an erster Stelle. Zu den Gewinnern zählte auch die Aktie des deutschen Versorgers RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) mit einem Kursgewinn von 3,4 Prozent. Die Europäische Kommission hat gestern genehmigt, dass die Immobiliengruppe Molaris und die Asset-Management-Gruppe Commerz Real die gemeinsame Kontrolle über den Stromübertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Amprion wird zurzeit ausschließlich von RWE kontrolliert. Die Kommission ist zu dem Schluss gelangt, dass der Zusammenschluss keine erheblichen Wettbewerbsbedenken aufwirft, da er für die vertikal und horizontal betroffenen Märkte nur geringe Änderungen mit sich bringt. Die stärksten Verluste gab es unterdessen bei der Aktie von Fresenius Medical Care mit -2,1 Prozent zu beobachten.
Im MDAX fuhren Continental (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) um 4,2 Prozent vor. Der Automobilzulieferer will seine Marktpräsenz in Indien weiter ausbauen. So will Continental nach der jüngsten Übernahme von Modi Tyres Co. Ltd. das Ersatz- und OEM-Geschäft der neunen Konzerntochter Continental India Ltd. in Indien deutlich ausbauen. Wie es weiter heißt, werde Continental India die Produktion von Diagonalreifen für Lkw und Busse in seinem Werk in Modipuram bereits in diesem Jahr auf über 500.000 Stück steigern. Bis 2013 solle diese Zahl kontinuierlich auf jährlich mehr als eine Million Einheiten erhöht werden. Ferner rückte die Aktie von Kabel Deutschland (ISIN DE000KD88880/ WKN KD8888) 1,9 Prozent vor. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat Dr. Andreas Siemen zum neuen Finanzvorstand berufen. Dr. Siemen wird seine neue Vorstandsposition als CFO am 1. Oktober übernehmen.
Anteile der Deutsche EuroShop (ISIN DE0007480204/ WKN 748020) gewannen gleichzeitig 1,4 Prozent, nachdem das Unternehmen gestern eine Anpassung der FFO-Vorgabe (Funds from Operations) vornahm. Aufgrund eines kürzlich veröffentlichten Urteils des Bundesfinanzhofes (BFH) besteht das Risiko, dass die steuerliche Inanspruchnahme der "erweiterten gewerbesteuerlichen Kürzung" zukünftig nicht mehr anzuwenden ist. Nach derzeitiger Kenntnis wird die Deutsche EuroShop im Geschäftsjahr 2011 für Vorjahre sowie für das Geschäftsjahr 2011 Vorsorge für Gewerbesteuerrisiken in Höhe von rund 6,1 Mio. Euro treffen müssen. Die Gesellschaft erwartet 2011 nunmehr einen FFO von 1,40 bis 1,44 Euro je Aktie zu erwirtschaften. Ursprünglich waren 1,48 bis 1,52 Euro je Aktie nach 1,40 Euro je Aktie im Vorjahr prognostiziert worden. Die Aktie von FUCHS PETROLUB (ISIN DE0005790430/ WKN 579043) profitierte schließlich von der Aufnahme in den STOXX 600 und rückte 4,0 Prozent vor. An letzter Stelle im MDAX standen Anteile von Gerresheimer mit einem Kursabschlag von 0,6 Prozent. An der Indexspitze rückten Anteile von Sky Deutschland um 11,2 Prozent vor.
Im SDAX rückten Aktien von alstria office REIT (ISIN DE000A0LD2U1/ WKN A0LD2U) 6,8 Prozent vor. Das Unternehmen hat in Zusammenhang mit der Übernahme des VastNed-Portfolios ihre Prognose für die finanziellen Ziele des Jahres 2011 angehoben. Der SDAX wurde von der SAF Holland-Aktie (+10,6 Prozent) angeführt. Am Indexende verloren Air Berlin 5,1 Prozent an Wert.
centrotherm photovoltaics (ISIN DE000A0JMMN2/ WKN A0JMMN) verbesserten sich um 1,6 Prozent, nachdem der Solartechnikkonzern Umstrukturierungen angekündigt hat. So wird das Segment Solarzelle & Modul in einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft gebündelt. Im TecDAX ging es für SÜSS Microtec an der Indexspitze um 5,9 Prozent nach oben. Die Verlierergruppe wurde von Stratec mit einem Abschlag von 0,9 Prozent angeführt.
DAX: 5.681,08 (+2,69 Prozent) MDAX: 8.747,74 (+3,18 Prozent) SDAX: 4.350,76 (+1,96 Prozent) TecDAX: 719,28 (+2,44 Prozent) (24.08.2011/ac/n/m)

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