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Seltene Metalle – ein Billionenmarkt und seine Tücken

 |  29.08.2011, 10:31  |  2126 Aufrufe  |   0  | 

Vergessen Sie Gold und Silber, die Gewinner der Zukunft heißen Tantal, Niob, Seltene Erden und Beryllium, um nur ein paar Namen zu nennen. Dabei handelt es sich um Rohstoffe, die in der Fachwelt als „seltene Metalle“ oder auf Englisch auch als „rare metals“ bzw. „critical metals“ bezeichnet werden. Sie sind selten, nicht so sehr, weil ihre Vorkommen extrem knapp sind, sondern weil sie von strategischer Bedeutung für die Wirtschaft sind. Sie sind nämlich Grundlage vieler moderner Hightech-Produkte, die Nachfrage nach ihnen wächst entsprechend schnell. Sowohl die Europäische Union (EU) wie auch die deutsche Bundesregierung haben deshalb Listen erarbeitet, die seltene Metalle aufführen, um deren Beschaffung man sich in Zukunft verstärkt bemühen will. Die EU führt zum Beispiel in der Juni 2010 veröffentlichten Studie, die den Namen „Critical raw materials for the EU“ trägt, neben Beryllium unter anderem auch die Rohstoffe Kobalt, Platin-Gruppen-Metalle ( das sind Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Osmium und Iridium), Seltene Erden, Tantal und Wolfram auf.

 

Seltene Metalle – ein Billionenmarkt

 

Von welch großer Bedeutung die seltenen Metalle für die Industrie sind, zeigt das Beispiel der Seltenen Erden (auf Englisch auch Rare Earth oder einfach nur REE), zu denen 17 Rohstoffe gehören. Der jährliche Umsatz der Industrien, die Seltene Erden einsetzen, dürfte sich laut Analysten auf derzeit 4,6 Billionen US-Dollar belaufen, was etwa sechs Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2010 entsprechen würde. Ein weiteres Beispiel ist Beryllium. Dieser Rohstoff könnte eines Tages der Kernkraft eine Renaissance bescheren. Versuche der Purdue University haben gezeigt, dass man mit Berylliumoxid Atomkraftwerke wesentlich sicherer und langlebiger betreiben kann als mit entsprechenden Produkten aus Uran. Diesen Trend hat zum Beispiel Microsoftgründer Bill Gates erkannt, der im letzten Jahr in eine Forschungsgesellschaft investiert hat, die sich genau diesem Thema widmet.

 

Seltene Metalle – kein „Produkt von der Stange“

 

Viele seltene Metalle haben, neben dem Umstand, dass sie für die Industrien von großer Wichtigkeit sind, noch eine weitere Gemeinsamkeit. Sie sind kein „Produkt von Stange“, das quasi weltweit dem Verbraucher in gleicher Ausführung angeboten werden kann. Ganz im Gegenteil, Anbieter und Verbraucher müssen gemeinsam entscheiden, in welcher Form und Qualität das seltene Metall benötigt wird. Eine Besonderheit, die es unbedingt zu beachten gilt, auch und gerade für Anleger. Denn seltene Metalle sind zu einem Modethema geworden, das das „schnelle Geld“ anzieht. Quasi täglich werden neue Unternehmen gegründet oder an die Börse gebracht, die seltene Metalle auf ihrer Agenda stehen haben. Und manchmal hat die eine oder andere Firma sogar ein entsprechendes Vorkommen in der Pipeline. Nur über die Verarbeitung und den Verkauf haben sich die wenigsten Gedanken gemacht. Dabei lässt sich erst hier der große Gewinn einfahren.

Experten sagen, dass etwa bei Seltenen Erden rund 90 Prozent des späteren Gewinns bei der Verarbeitung erzielt wird, und nicht bei der bloßen Förderung aus der Erde. Dies gilt in Prinzip für alle Rohstoffe, bei den seltenen Metallen wie bei den Seltenen Erden aber umso mehr. „90 Prozent des Werts von Seltenen Erden werden nach der Förderung erzielt, wenn die Rohstoffe getrennt und veredelt werden“, so etwa Rob Smith, CEO von Rare Earth Industries, einer Gesellschaft, die den Sachverhalt richtig erkannt und in eine erfolgreiche Unternehmensstrategie umgesetzt hat. Im Gegensatz zu den Seltenen Erden, die gar nicht so selten sind, ist dies eher eine Seltenheit. Während hunderte von Rohstoffunternehmen in der Welt unterwegs sind, Vorkommen an Seltenen Erden zu explorieren oder zu fördern, gibt es weniger als zehn, die über das Know-how verfügen, die Seltenen Erden richtig zu verarbeiten. „Die meisten Menschen verstehen nicht, dass bei Seltenen Erden alles auf die drei „Cs“ ankommt, nämlich auf Chemie, Chemie und nochmals Chemie, und dass es die Verarbeitung ist, wo das Geld verdient wird und nicht in der Bergwerksgrube“, so das deutliche Fazit von Christopher Eccelstone, Analyst bei Hallgarten & Company in New York.

 

Seltene Metalle – alles andere als harmlos

 

Und noch einen weiteren Aspekt sollten Anleger bei den seltenen Metallen beachten. Werden sie aus der Erde geholt und gereinigt, entstehen oft große Mengen an giftigen Abfällen. Seltene Erden etwa werden unter anderem mit Schwefel- und Salzsäure in ihre Bestandteile zerlegt. Oft werden dabei die giftigen Rückstände in großen Rückhaltebecken aufgefangen. Wie unsicher diese Methode ist, hat etwa der der Bruch eines Rückhaltebeckens in einer Aluminiumfabrik in der Nähe der ungarischen Stadt Ajka im Jahr 2010 gezeigt. Damals wurden mehrere Dörfer von einer giftigen Schlammlawine überschwemmt. Auch in China, dem größten Produzenten von Seltenen Erden, ist das ein Problem. Dort gibt es ganze Seen, die von der Bevölkerung kritisch „Rare Earth Lakes“ genannt werden. Neue Verfahren sind also von existenzieller Bedeutung. Und diese gibt es durchaus. Bei Seltenen Erden etwa kann verstärkt auf den Einsatz von organischen Lösungsmitteln zurückgegriffen werden, die die Umwelt weniger stark belasten. Die Organic Rare Earths Processing Technology, die unter anderem von Rare Earth Industries angewendet wird, mag noch nicht in allen Einzelheiten ausgefeilt sein, aber sie weist den richtigen Weg.

 

Ihr Team von www.lithiumaktien.com

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