Börsen in Europa am Morgen Deutliche Abschläge, Clariant brechen ein
Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes befinden sich im frühen Montaghandel nach schwachen Vorgaben aus den USA und Asien auf dem Rückzug. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verliert derzeit 2,30 Prozent auf 2.169,67 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verschlechtert sich um 1,87 Prozent auf 2.161,37 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Die US-Behörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) hat am Freitagabend eine milliardenschwere Schadenersatzklage gegen insgesamt 17 Kreditinstitute eingereicht. In der Klageschrift wirft die US-Behörde den Kreditinstituten vor, dass die unter der Aufsicht der FHFA stehenden staatlichen US-Immobilienfinanzierer Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) (ISIN US3134003017/ WKN 876872) und Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) (ISIN US3135861090/ WKN 856099) aufgrund der falschen und betrügerischen Darstellung des Wertes der von den Banken verkauften Hypothekenpapiere milliardenschwere Verluste eingefahren hätten. Angeklagt sind neben den US-Großbanken Goldman Sachs Group (ISIN US38141G1040/ WKN 920332), JPMorgan Chase (ISIN US46625H1005/ WKN 850628), Bank of America (ISIN US0605051046/ WKN 858388) auch ausländische Großbanken wie etwa die Deutsche Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000), die Royal Bank of Scotland Group (RBS) (ISIN GB0007547838/ WKN 865142), Barclays (ISIN GB0031348658/ WKN 850403) oder die Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403).
Das Wirtschaftswachstum in Finnland hat sich im zweiten Quartal 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde beschleunigt. So erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 0,6 Prozent, nach 0,3 Prozent im ersten Quartal 2010. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das BIP um 2,9 Prozent, während es im ersten Quartal um 4,8 Prozent zugelegt hatte.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen heute in der Schweiz die Aktien von Clariant (ISIN CH0012142631/ WKN 895929), die im breiten Markt um 11,9 Prozent einbrechen. Der Spezialchemiekonzern hat vor allem aufgrund negativer Wechselkurseffekte seine Prognosen nach unten revidiert. So geht Clariant für das laufende Fiskaljahr von einem Umsatz im Bereich von 7,0 bis 7,2 Mrd. Schweizer Franken aus, während die um Einmaleffekte bereinigte EBITDA-Marge im laufenden Fiskaljahr zwischen 12,8 und 13,2 Prozent liegen solle. Im vergangenen Jahr hatte Clariant hier eine EBITDA-Marge von 12,7 Prozent verzeichnet. Neben negativen Wechselkurseffekten machte Clariant auch die zuletzt gesehene Abschwächung der Nachfrage in einigen Regionen und Endmärkten für die Prognoseanpassung verantwortlich. Zuletzt hatte Clariant bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal für das Gesamtjahr einschließlich der konsolidierten Ergebnisse von Süd-Chemie (ISIN DE0007292005/ WKN 729200) für acht Monate - einen Umsatz von 7,8 bis 8,0 Mrd. CHF und eine EBITDA-Marge vor Einmaleffekten von 13,5 bis 14,5 Prozent in Aussicht gestellt. Die mittelfristigen Planziele wurden von Clariant hingegen bestätigt. So peilt man für das Fiskaljahr 2015 nach wie vor eine bereinigte EDITDA-Marge von mehr als 17 Prozent an. Dies soll nach Aussage von CEO Hariolf Kottman neben Effizienzsteigerungen und weiteren Sparmaßnahmen auch durch Synergien in Zusammenhang mit der Integration der deutschen Süd-Chemie AG erreicht werden. Im SMI stehen heute daneben insbesondere Banktitel unter Druck. So verschlechtern sich Credit Suisse und UBS auf den letzten beiden Plätzen um 5,9 bzw. 5,1 Prozent. Am besten können sich in einem sehr schwachen Gesamtmarkt noch Novartis behaupten, die sich lediglich um 0,7 Prozent verbilligen.
Italien verzeichnete beim Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union im Juli 2011 ein größeres Defizit. Dies gab die italienische Statistikbehörde Istat heute bekannt. So kletterte der Passivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 315 Mio. Euro, nach einem Defizit in Höhe von 232 Mio. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei wuchsen die Exporte auf Jahressicht um 7,6 Prozent und die Importe um 8,0 Prozent an.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.169,67 (-2,30 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.161,37 (-1,87 Prozent) FTSE 100 (London): 5.224,48 (-1,28 Prozent) CAC40 (Paris): 3.076,35 (-2,29 Prozent) MIB (Mailand): 14.822,47 (-1,58 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.282,60 (-2,14 Prozent) SMI (Zürich): 5.239,24 (-2,25 Prozent) ATX (Wien): 2.162,58 (-2,12 Prozent) (05.09.2011/ac/n/m)

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