Börse Frankfurt am Morgen Schwächer, Bayer ziehen stark an
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes sind am Freitag mit handfesten Verlusten in den Handel gegangen. Die Bayer-Aktien profitiert davon, dass die US-Gesundheitsbehörde das Medikament Xarelto offenbar doch zulassen will. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verliert aktuell 0,72 Prozent auf 5.369,44 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) 0,86 Prozent auf 8.712,64 Stellen abgibt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um vergleichsweise moderate 0,36 Prozent abwärts auf 4.320,66 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) gibt 0,69 Prozent auf 716,45 Punkte ab. Der Bund-Future gewinnt 0,40 Prozent auf 137,00 Zähler, während sich der Euro um 0,09 Prozent auf 1,3872 US-Dollar vergünstigt.
Die US-Börsen schlossen gestern mit deutlichen Abschlägen. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) ging mit einem Minus von 1,04 Prozent bei 11.295,81 Punkten aus dem Handel, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) um 0,78 Prozent auf 2.529,14 Punkte nachgab. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) verlor daneben 1,06 Prozent auf 1.185,90 Punkte. Der japanische Nikkei schloss mit einem Minus von 0,63 Prozent.
Die Inflation in Deutschland hat sich im August 2011 nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes mit unverändertem Tempo fortgesetzt. So belief sich die Inflationsrate auf 2,4 Prozent, nach einer Jahresteuerungsrate von 2,4 Prozent im Juli 2011 und 1,0 Prozent im August 2010. Der für die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von 2,0 Prozent wird damit weiter überschritten. Die Inflationsrate wurde auch im vergangenen Monat maßgeblich von der Preisentwicklung bei Energie bestimmt. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate bei 1,4 Prozent gelegen.
Die deutschen Großhandelsverkaufspreise sind im August 2011 mit vermindertem Tempo angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,5 Prozent, nach Zuwächsen von 8,2 Prozent im Juli 2011 und 6,4 Prozent im August 2010. Am Nachmittag werden in den USA noch die Zahlen zum Umsatz und zur Lagerhaltung im Großhandel für Juli 2011 gemeldet.
Der DAX wird am Morgen von der Bayer-Aktie (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) angeführt, die 4,3 Prozent an Wert gewinnt. Es gibt Anzeichen dafür, dass die US-amerikanische FDA das Bayer-Medikament "Xarelto" doch zulassen wird. Dahinter folgen Fresenius und SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) mit +0,1 Prozent bzw. -0,1 Prozent. Am Ende des deutschen Leitindex finden sich Anteile der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) wieder, die 2,9 Prozent abgeben. Das Unternehmen gab gestern im Zusammenhang mit der Fusion mit der NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) bekannt, dass es keinen Squeeze-out für die verbliebenen Aktien geben wird. Demnach hat die Alpha Beta Netherlands Holding N.V. beschlossen, von ihrer Möglichkeit eines übernahmerechtlichen Squeeze-outs nach §39a und b des deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes keinen Gebrauch zu machen. Ferner hat Alpha Beta Netherlands beschlossen, zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Durchführung eines aktienrechtlichen Squeeze-outs nach §§327a ff des Deutschen Aktiengesetzes nicht in Erwägung zu ziehen.
Die Vorzugsaktie von Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) verliert derweil 0,7 Prozent an Wert. Der Automobilkonzern ist nach Gesprächen mit dem Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) (-8,9 Prozent) zu der Überzeugung gelangt, dass die angestrebte Verschmelzung mit der Porsche SE innerhalb des in der Grundlagenvereinbarung vorgesehenen Zeitrahmens nicht realisierbar ist. Wie beide Unternehmen gestern Abend erklärten, halten alle Beteiligten dennoch an dem Ziel fest, den integrierten Automobilkonzern mit Porsche zu schaffen und sind davon überzeugt, dass dies gelingen wird. Wegen der noch immer bestehenden rechtlichen Hürden ist eine Quantifizierung der wirtschaftlichen Risiken im Rahmen einer Verschmelzung und damit eine Bewertung der Porsche SE für die Ermittlung des Austauschverhältnisses aus Sicht von Volkswagen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich. Ferner verlieren die Aktien von Fresenius Medical Care (ISIN DE0005785802/ WKN 578580) 0,2 Prozent. Der Dialysespezialist hat am Donnerstag zwei vorrangige, unbesicherte Anleihen in Euro und US-Dollar platziert. Der Emissionserlös in Höhe von rund 950 Mio. US-Dollar soll für Akquisitionen, zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet werden. Zu den Verlierern gehört auch die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000), die 2,1 Prozent absackt. Einem Medienbericht vom Donnerstag zufolge will der Technologiekonzern seine Tochterfirma GfT Bautechnik von Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) (-1,7 Prozent) vollständig übernehmen.
Der MDAX wird derzeit von Anteilen von Brenntag (ISIN DE000A1DAHH0/ WKN A1DAHH) angeführt, die 0,8 Prozent vorrücken. Dahinter folgen HUGO BOSS und Symrise mit Kursgewinnen von jeweils 0,7 Prozent. Am Endexende verlieren die Aktien von Wacker Chemie und TUI (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) 3,4 Prozent bzw. 4,7 Prozent.
Im TecDAX geben Anteile von Bechtle (ISIN DE0005158703/ WKN 515870) 0,1 Prozent ab. Wie das Unternehmen heute mitteilte, arbeiten seit September dieses Jahres erstmals über 1.000 Mitarbeiter am Bechtle Platz 1. Im Jahre 2004 hatte Bechtle die Unternehmenszentrale mit 450 Mitarbeitern bezogen. Europaweit beschäftigt das vor 28 Jahren in Heilbronn gegründete IT-Dienstleistungs- und Handelsunternehmen den Angaben zufolge über 5.200 Mitarbeiter. Die stärksten Verlierer im TecDAX sind QSC (ISIN DE0005137004/ WKN 513700) mit -2,7 Prozent und SMA Solar Technology mit -2,4 Prozent.
DAX: 5.369,44 (-0,72 Prozent) MDAX: 8.712,64 (-0,86 Prozent) SDAX: 4.320,66 (-0,36 Prozent) TecDAX: 716,45 (-0,69 Prozent) (09.09.2011/ac/n/m)

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