Börse Frankfurt am Mittwoch Weiterhin schwach, Bayer gefragt
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes präsentieren sich am Mittag weiterhin schwach. Die Bayer-Aktie kann davon profitieren, dass die US-Gesundheitsbehörde das Medikament Xarelto offenbar doch zulassen will. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verliert aktuell 1,07 Prozent auf 5.350,75 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) 1,48 Prozent auf 8.657,56 Stellen abgibt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um vergleichsweise moderate 0,43 Prozent abwärts auf 4.317,63 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) gibt 1,19 Prozent auf 712,84 Punkte ab. Der Bund-Future gewinnt 0,62 Prozent auf 137,30 Zähler, während sich der Euro um 0,57 Prozent auf 1,3806 US-Dollar vergünstigt.
Die Inflation in Deutschland hat sich im August 2011 nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes mit unverändertem Tempo fortgesetzt. So lag die Inflationsrate bei 2,4 Prozent, nach einer Jahresteuerungsrate von 2,4 Prozent im Juli 2011 und 1,0 Prozent im August 2010. Der für die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von 2,0 Prozent wird damit weiter überschritten. Die Inflationsrate wurde auch im vergangenen Monat maßgeblich von der Preisentwicklung bei Energie bestimmt. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate 1,4 Prozent betragen.
Die deutschen Großhandelsverkaufspreise sind im August 2011 mit vermindertem Tempo gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,5 Prozent, nach Zuwächsen von 8,2 Prozent im Juli 2011 und 6,4 Prozent im August 2010. Am Nachmittag werden in den USA noch die Zahlen zum Umsatz und zur Lagerhaltung im Großhandel für Juli 2011 gemeldet.
An der Wall Street ist derzeit eine negative Handelseröffnung zu erwarten. So zeigt der Dow Jones Future derzeit ein Minus von 0,21 Prozent an. Der NASDAQ-Future gibt 0,25 Prozent ab, während der S&P-Future 0,50 Prozent verliert. Der DAX wird am Mittag weiterhin von der Bayer-Aktie (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) angeführt, die 2,2 Prozent an Wert gewinnt. Der Pharmakonzern kann beim Gerinnungshemmer Xarelto (Rivaroxaban) nun offenbar doch noch auf eine erfolgreiche Zulassung in den USA hoffen. Einer Pressemitteilung des Konzerns zufolge hat sich das Beratergremium der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für die Zulassung des Medikaments in den USA ausgesprochen. Dahinter folgen SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) und Fresenius mit +0,1 Prozent bzw. -0,1 Prozent. In der Schlussgruppe des deutschen Leitindex finden sich Anteile der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) wieder, die 2,5 Prozent abgeben. Das Unternehmen gab gestern im Zusammenhang mit der Fusion mit der NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) bekannt, dass es keinen Squeeze-out für die verbliebenen Aktien geben wird. Ferner gehören Titel von BMW (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) mit einem Kursverlust von 0,5 Prozent zu den Verlieren. Der Automobilkonzern konnte im August mit einem deutlichen Absatzanstieg aufwarten. Einer Pressemitteilung zufolge wurden im Berichtszeitraum weltweit insgesamt 110.891 Modelle abgesetzt, was einem Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 103.242 Modellen entspricht.
Die Vorzugsaktie von Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) verliert derweil 1,3 Prozent an Wert. Der Automobilkonzern ist nach Gesprächen mit dem Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) zu der Überzeugung gelangt, dass die angestrebte Verschmelzung mit der Porsche SE innerhalb des in der Grundlagenvereinbarung vorgesehenen Zeitrahmens nicht realisierbar ist. Wie beide Unternehmen gestern Abend erklärten, halten alle Beteiligten dennoch an dem Ziel fest, den integrierten Automobilkonzern mit Porsche zu schaffen und sind davon überzeugt, dass dies gelingen wird. Die Aktie von Porsche Automobil Holding bricht derweil 13,5 Prozent ein. Ferner verlieren im DAX die Aktien von Fresenius Medical Care (ISIN DE0005785802/ WKN 578580) 0,1 Prozent. Der Dialysespezialist hat am Donnerstag zwei vorrangige, unbesicherte Anleihen in Euro und US-Dollar platziert. Der Emissionserlös in Höhe von rund 950 Mio. US-Dollar soll für Akquisitionen, zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet werden. Zu den Verlierern gehört auch die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000), die 3,7 Prozent absackt. Einem Medienbericht vom Donnerstag zufolge will der Technologiekonzern seine Tochterfirma GfT Bautechnik von Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) (-3,4 Prozent) vollständig übernehmen. Die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) gibt 1,9 Prozent ab. Wie die Fluggesellschaft meldete, wurden im August bei der Lufthansa Passage insgesamt 5,819 Millionen Fluggäste befördert, was einem Anstieg von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozentpunkte auf 81,0 Prozent. Schwächster Wert im DAX sind Commerzbank mit einem Kursverlust von 3,8 Prozent.
Der MDAX wird derzeit von der Demag Cranes-Aktie (ISIN DE000DCAG010/ WKN DCAG01) angeführt, die 1,5 Prozent gewinnt. Dahinter folgen Anteile von Brenntag (ISIN DE000A1DAHH0/ WKN A1DAHH), die 1,0 Prozent vorrücken. Dahinter folgen Vossloh und RHÖN-KLINIKUM mit Kursgewinnen von jeweils 0,5 Prozent. Am Endexende verlieren die Aktien der Aareal Bank und von TUI (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) 7,9 Prozent bzw. 7,4 Prozent.
Im SDAX sind die Aktien von GESCO mit einem Kursgewinn von 2,0 Prozent stärkster Wert, während Jungheinrich am Indexende 4,1 Prozent abgeben. Im TecDAX geben Anteile von Bechtle (ISIN DE0005158703/ WKN 515870) 1,8 Prozent ab. Wie das Unternehmen heute mitteilte, arbeiten seit September dieses Jahres erstmals über 1.000 Mitarbeiter am Bechtle Platz 1. Im Jahre 2004 hatte Bechtle die Unternehmenszentrale mit 450 Mitarbeitern bezogen. Europaweit beschäftigt das vor 28 Jahren in Heilbronn gegründete IT-Dienstleistungs- und Handelsunternehmen den Angaben zufolge über 5.200 Mitarbeiter. Die stärksten Verlierer im TecDAX sind Q-Cells und QSC (ISIN DE0005137004/ WKN 513700) mit -3,8 Prozent bzw. -4,1 Prozent. An der Spitze des TecDAX gewinnen Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) 3,1 Prozent.
DAX: 5.350,75 (-1,07 Prozent) MDAX: 8.657,56 (-1,48 Prozent) SDAX: 4.317,64 (-0,43 Prozent) TecDAX: 712,84 (-1,19 Prozent) (09.09.2011/ac/n/m)

0
