Börse Frankfurt am Morgen Indizes legen mehrheitlich zu, AIXTRON brechen ein
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes setzten mehrheitlich ihren Aufwärtstrend von gestern im frühen Donnerstaghandel fort. Die Anleger hoffen weiter auf Fortschritte bei der Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewinnt aktuell 1,92 Prozent auf 5.442,77 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) 1,38 Prozent auf 8.779,07 Stellen steigt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 1,04 Prozent auf 4.296,47 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verschlechtert sich um 0,21 Prozent auf 702,31 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,04 Prozent auf 136,81 Punkte, während sich der Euro um 0,21 Prozent auf 1,3773 US-Dollar verteuert.
Die Betriebe des deutschen Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten wiesen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli 2011 einen Beschäftigungszuwachs aus. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um rund 163.400 Personen bzw. 3,3 Prozent auf rund 5,1 Millionen per Ende Juli. Damit setzte sich die seit Januar 2011 anhaltende Zunahme der Beschäftigtenzahl im Vorjahresvergleich fort. Die Zahl der im Juli 2011 geleisteten Arbeitsstunden nahm im Vergleich zum Juli 2010 um 1,9 Prozent auf 648 Millionen Stunden zu, obwohl es im Berichtsmonat 21 Arbeitstage gab und somit einen Tag weniger als im Juli 2010. Die Entgelte lagen bei rund 18,3 Mrd. Euro, gegenüber dem Vorjahresmonat war das eine Steigerung um 8,1 Prozent.
Die wichtigsten US-Indizes knüpften an ihre gute Entwicklung vom Vortag an und schlossen am Mittwoch klar in der Gewinnzone. Zwischenzeitliche Abschläge konnten rasch wieder ins Plus gewendet werden. Dabei stützte auch die positive Entwicklung an den europäischen Börsen. Hier wirkten sich Spekulationen, dass China europäische Staatsanleihen kaufen und damit die Schuldenkrise etwas entschärfen könnte, positiv aus. Ebenfalls positiv wurden die Meldungen aus Griechenland und Italien gewertet. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verbesserte sich am Ende um 1,27 Prozent auf 11.246,73 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) um 1,60 Prozent auf 2.572,55 Punkte zulegte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) kletterte um 1,35 Prozent auf 1.188,68 Punkte nach oben.
SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) gewinnen 1,8 Prozent an Wert. Der Konzern hat sich in Zusammenhang mit dem Datendiebstahl der ehemaligen US-Tochter TomorrowNow beim US-Konkurrenten Oracle (ISIN US68389X1054/ WKN 871460) mit den zuständigen US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt. Demnach hat sich SAP mit dem Gericht in San Francisco auf die Zahlung einer Strafe in Höhe von 20 Mio. US-Dollar geeinigt, um das strafrechtliche Verfahren gegen den Walldorfer Konzern zu beenden. SAP selbst bezeichnete den erzielten straffrechtlichen Vergleich als "fair". Weiterhin offen ist jedoch das von Oracle wegen der spektakulären TomorrowNow-Affäre gegen SAP angestrengte Schadenersatzverfahren. SAP war im vergangenen Jahr in einem spektakulären Prozess wegen der von der US-Tochter TomorrowNow begangenen Datendiebstähle und Copyright-Verletzungen zu der Rekordstrafe von 1,3 Mrd. US-Dollar verurteilt worden. Im DAX notieren alle 30 Werte in der Gewinnzone, wobei die Aufschläge bei den Versorgern E.ON und RWE mit 5,3 bzw. 3,4 Prozent am größten ausfallen.
Im MDAX fliegen EADS (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) um 0,4 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern meldete bereits gestern, dass der von Astrium als Mit-Hauptauftragnehmer gebaute Satellit Arabsat 5C mittlerweile am europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana voll aufgetankt und in die Trägerrakete Ariane 5 integriert ist. Sie soll ihn am 20. September in seine Umlaufbahn bringen. Ferner kündigte der Chemiekonzern LANXESS (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) heute weltweite Preiserhöhungen um 5 Prozent für die Produktgruppe der Schwefelchloride an. Wie es heißt, sind davon mit sofortiger Wirkung die Produkte Thionylchlorid, Chlorschwefel und Sulfurylchlorid betroffen. Anhaltend hohe Rohstoffkosten sowie die zusätzliche Verteuerung durch gestiegene Energie- und Logistikkosten erfordern den Angaben zufolge die Preisanhebung zum jetzigen Zeitpunkt. Die Aktie legt um 3 Prozent zu. Der erste Platz der Gewinnerliste wird von Continental mit einem Zugewinn von 3,7 Prozent eingenommen, während gleichzeitig die Verliererliste von Gerresheimer mit einem Abschlag von 0,4 Prozent angeführt wird.
Für eine schlechte Nachricht sorgte am Morgen AIXTRON (ISIN DE000A0WMPJ6/ WKN A0WMPJ). Der Technologiekonzern hat seine Umsatz- und EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr 2011 aufgrund einer Umsatzverschiebung nach unten korrigiert. So rechnet man für das Geschäftsjahr 2011 nun mit Umsatzerlösen von 600 bis 650 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von 25 bis 30 Prozent. Vorsorglich wurde auch der Anlagen-Auftragsbestand um 100 Mio. Euro nach unten angepasst. Zuletzt hatte das Unternehmen für 2011 noch Gesamtumsatzerlöse von ca. 800 bis 900 Mio. Euro und eine operative Marge von ca. 35 Prozent in Aussicht gestellt. Den Angaben zufolge resultieren die neue Prognose und der angepasste Auftragsbestand aus erhöhten Abnahmerisiken, einer Verzögerung von Auftragseingängen und angefragten Verschiebungen von Auslieferungen in das Jahr 2012 seitens verschiedener Kunden, insbesondere in Asien. Während die mittel- bis langfristigen Aussichten des LED-Marktes nach Einschätzung des Vorstands sehr positiv bleiben, haben jüngste Gespräche mit asiatischen Kunden gezeigt, dass diese mit zunehmender Sorge auf die wirtschaftliche Entwicklung blicken und daher zu Investitionszurückhaltung tendieren. Die Aktie bricht als Schlusslicht im TecDAX um 18,2 Prozent ein. Indes verteuern sich vorne ADVA um 3,3 Prozent.
DAX: 5.442,77 (+1,92 Prozent) MDAX: 8.779,07 (+1,38 Prozent) SDAX: 4.296,47 (+1,04 Prozent) TecDAX: 702,31 (-0,21 Prozent) (15.09.2011/ac/n/m)

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