Rohstoffe Ölpreis: Achterbahnfahrt geht weiter
Trotz starker Aktienmärkte startete der Ölpreis mit fallenden Notierungen. Auch das charttechnische Umfeld hat sich spürbar eingetrübt.
Der Irak hat im August die höchste Ölproduktion seit der Invasion der US-Truppen (2003) erzielt. Von den insgesamt 2,81 Millionen Barrel pro Tag wurden 75 Prozent in den Ölfeldern um Basra und die restlichen 25 Prozent in der Kurdenregion um Kirkuk gefördert. In den kommenden Monaten könnten zudem Erfolge beim Anfahren der Ölproduktion Libyens zu einer weiteren Ausdehnung des Angebots führen. Zusammen mit den miserablen Konjunkturperspektiven in Europa und den USA wäre eine Verteuerung des Ölpreises in einem solchen Umfeld nur schwer nachzuvollziehen. Am Nachmittag dürften die Marktakteure vor allem den NAHB-Hausmarktindex (16.00 Uhr) mit Spannung erwarten. Immobilien- und Arbeitsmarkt sind derzeit zwei starke Bremsklötze der extrem binnenorientierten US-Wirtschaft.
Am Montagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit fallenden Notierungen. Bis gegen 14.55 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt (Oktober) um 1,05 auf 86,91 Dollar, während sein Pendant auf Brent (November) um 0 ,88 auf 111,34 Dollar zurückfiel.
Zucker: Heftiger Rückschlag verdaut
In der vergangenen Woche ging der Zuckerpreis mächtig in die Knie und erlitt einen Verlust von 5,3 Prozent. Die Hoffnung auf eine besser als bislang erwartete Ernte in Brasilien, dem weltgrößten Produzenten, löste die Verkaufswelle aus. So revidierte eine einflussreiche Beratungsgesellschaft ihre bisherige Ernteprognose für die Saison 2011/2012 um 1,5 auf 29,5 Millionen Tonnen nach oben. Weltweit wird zwar mit einem Überschuss gerechnet, ob dieser zu einem markanten Auffüllen der arg gebeutelten Lagerbestände ausreicht, darf allerdings bezweifelt werden. Aus charttechnischer Sicht droht derzeit ein Test der Unterstützungszone im Bereich von 26,50 US-Cents. Die Chance auf eine baldige Rückkehr in die Region des alten Jahreshochs dürfte hingegen erst einmal „gegessen“ sein.
Am Montagnachmittag zeigte sich der Zuckerpreis mit erholten Notierungen. Bis gegen 14.55 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige Future auf Zucker No. 11 um 0,38 auf 27,90 US-Cents pro Pfund.
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