Börse Frankfurt am Mittag Indizes bauen Aufschläge aus, Deutsche Lufthansa fliegen hinterher
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes können sich im Dienstaghandel auch zur Mittagszeit trotz der Abstufung der Kreditwürdigkeit von Italien durch Standard & Poor's von ihren gestrigen Verlusten erholen. Dabei stützen insbesondere Hoffnungen auf baldige Fortschritte in der Griechenland-Krise. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewinnt aktuell 1,85 Prozent auf 5.515,97 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) 1,03 Prozent auf 8.811,00 Stellen steigt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,28 Prozent auf 4.381,18 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verbessert sich um 0,36 Prozent auf 692,26 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,01 Prozent auf 137,45 Punkte, während sich der Euro um 0,51 Prozent auf 1,3690 US-Dollar verteuert.
Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August 2011 mit vermindertem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,5 Prozent. Im Juli 2011 hatte die Jahresveränderungsrate bei 5,8 Prozent und im August 2010 bei 3,2 Prozent gestanden. Energie war im August 2011 um 10,7 Prozent teurer als im August 2010, gegenüber dem Vormonat Juli 2011 fielen die Preise um 0,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise im August 2011 um 3,3 Prozent höher als im August 2010. Gegenüber Juli 2011 sanken sie leicht um 0,1 Prozent. Unterdessen haben sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland im September 2011 erneut verschlechtert. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte, sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 5,7 Punkte gefallen und liegen nun bei -43,3 Punkten. Damit befinden sie sich unter ihrem historischen Mittelwert von 25,6 Punkten. Es handelt sich um den siebten Rückgang in Folge. Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im Dezember 2008 verzeichnet. Zu dieser Eintrübung dürften die schwelende Schuldenkrise in einigen Ländern der Eurozone sowie die Angst vor einer weiteren Abschwächung der globalen Konjunktur geführt haben. Auch die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland ist im September gesunken. Der entsprechende Indikator fällt um 9,9 Punkte auf 43,6 Punkte.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,78 Prozent. Der NASDAQ-Future legt ebenfalls um 0,78 Prozent zu, während der S&P-Future 0,83 Prozent gewinnt. Konjunkturseitig stehen am Nachmittag in den USA die Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen für August zur Veröffentlichung an. Am Abend wird zudem noch das Federal Reserve Bank Sitzungsergebnis erwartet.
Im Mittelpunkt des Interesses der Investoren stehen derzeit die Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212). So hat der Vorstand in seiner heutigen Sitzung die Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr an die aktuellen Entwicklungen angepasst und geht nun davon aus, einen operativen Gewinn im oberen dreistelligen Millionen Euro Bereich zu erzielen. Das Ziel einer weiteren Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert (876 Mio. Euro) erscheint den Angaben zufolge aus heutiger Sicht aber nicht mehr realisierbar. Wie es heißt, reflektiert die vorgenommene Anpassung ein schwächer als erwartet ausgefallenes Monatsergebnis August der Passage Airline Gruppe. Angesichts der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten wurden darüber hinaus die Erwartungen an die weitere Buchungsentwicklung angepasst. In Anbetracht der erhöhten Absatzrisiken wurde gleichzeitig ein Maßnahmenpaket beschlossen, das eine weitere Reduzierung der geplanten Kapazitäten im Winterflugplan 2011/12 vorsieht. Der Titel bricht als schwächster Wert im DAX um 4,6 Prozent ein. Daneben notieren lediglich noch Deutsche Post knapp im Minus.
Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) hat derweil Presseangaben zufolge vor zwei Wochen mehr als 500 Mio. Euro von einer großen französischen Bank abgezogen und bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deponiert. Hintergrund war u.a. die Sorge um die künftige Verfassung der Bank. Wie es heißt, hat der Technologiekonzerns insgesamt zwischen 4 und 6 Mrd. Euro in EZB-Einrichtungen geparkt. Die Aktie verteuert sich um 1,9 Prozent. Daneben geht es für BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11) um 2,8 Prozent nach oben. Der Chemiekonzern erhöht mit sofortiger Wirkung weltweit seine Preise für alle Kühlerschutzmittel. Den Angaben zufolge sollen die Preise um bis zu 300 Euro pro Tonne (bzw. den entsprechenden Betrag in anderen Währungen) angehoben werden, soweit bestehende Vertragsvereinbarungen dies zulassen. Die Preiserhöhungen wurden aufgrund deutlich gestiegener Rohstoffkosten notwendig. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im DAX zur Mittagszeit die Anteilsscheine von Henkel mit einem Zugewinn von 3,7 Prozent wieder. Daneben stehen auf den Plätzen zwei und drei E.ON und RWE mit Aufschlägen von 3,5 bzw. 3,3 Prozent ebenfalls hoch im Kurs.
Im MDAX rücken als bester Wert GAGFAH zur Mittagszeit um 5,4 Prozent vor, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von der Aktie von GILDEMEISTER trennen, die um 4,9 Prozent nachgibt. Klöckner & Co (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) verbessern sich um 1,3 Prozent, nachdem der Metalldistributeur meldete, dass der Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung Bill Partalis als drittes Mitglied in den Vorstand der Gesellschaft berufen hat. Er wird ab Oktober das Segment "Americas" im Vorstand repräsentieren.
Der im SDAX notierte Immobilienkonzern TAG Immobilien (ISIN DE0008303504/ WKN 830350) hat einen Kooperations- und Sponsoring-Vertrag mit der Technischen Universität Darmstadt unterzeichnet. Die Zusammenarbeit wird neben der finanziellen Unterstützung von Doktoranden und Veranstaltungen dem engen Austausch zwischen Forschung und Lehre einerseits und der Praxis der Immobilienwirtschaft andererseits dienen und den Studiengängen Praxisbezogenheit vermitteln. Das Papier verschlechtert sich um 0,7 Prozent.
DAX: 5.515,97 (+1,85 Prozent) MDAX: 8.811,00 (+1,03 Prozent) SDAX: 4.381,18 (+0,28 Prozent) TecDAX: 692,26 (+0,36 Prozent) (20.09.2011/ac/n/m)

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