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Candlesticks - DOW JONES Crash - der kommt erst noch

 |  04.10.2011, 14:47  |  853 Aufrufe  |   0  | 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Hochkonjunktur in diesen Tagen haben Crash-Propheten. Der Niedergang des kapitalistischen Wirtschaftssystem wird vorausgesehen, deutlich fallende Aktienmärkte und ein stark ansteigender Goldpreis werden unisono als Horrar-Szenario an die Wand gemalt. Mit solchen Aussagen lassen sich zwar teure Bücher und Seminare verkaufen, doch die Lust am Untergang ist für den mittel- bis langfristigen Investor kein wirklich zielführendes Motiv, um halbwegs rational eine Entscheidung über Anlagemöglichkeiten treffen zu können. Die Frage stellt sich letztlich, wie wahrscheinlich sind die in den Medien kolportierten Horrar-Szenarien aus charttechnischer Sicht?

Hierzu möchte ich Ihnen heute einen Auszug aus meinen langfristigen Analysen des DOW JONES aus dem Premiumbereich vorstellen. Betrachten Sie hierzu bitte den beigefügten Chart des DOW JONES der letzten 80 Jahre. Der DOW JONES steigt seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vorigen Jahrhundertst innerhalb eines eben sehr langfristigen Aufwärtstrendkanals an. Dieser Aufwärtstrendkanal wurde in einer Euphoriephase Ende der 90er Jahre nach oben überwunden.

 

Tageschart DOW JONES

DOW Daily-bar1.png

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Die Euphorie platzte und der DOW fiel 2003 wieder auf die zuvor gebrochene Rückkehrlinie, der oberen Begrenzung dieses Aufwärtstrendkanals zurück. Im Zuge der niedrigen Zinsen sowie der Immobilien-Blase in den USA konnte der DOW anschließend nochmals durchstarten und die Euphoriesituation verlängern. Mit einem anschließenden Rückfall in den langfristigen Aufwärtstrendkanal und Break der 10.000er Marke in 2008 musste jedoch der vorherige Ausbruch aus dem Aufwärtstrendkanal in den 90iger Jahren als Fehlsignal interpretiert werden.

Ein Rebreak in einen zuvor verlassenen Aufwärtstrendkanal stellt jedoch in der Methodik der technischen Analyse stets ein deutliches Verkaufssignal dar, denn der vorherigen Euphoriesituation mit Ausbruch aus dem Trendkanal folgt in der Regel eine Phase der Ernüchterung und Übertreibung nach unten.

Kursziel 3.000 bis 2.500 Punkte

Die Folgen: Ein Test und möglicher Break des zugrunde liegenden Aufwärtstrends. Dieser notiert im DOW derzeit bei ca. 3.900 Punkten. Ein Break dieses Aufwärtstrends - in etwa im Maße der vorherigen Übertreibung nach oben nun nach unten – müsste im Worst-Case-Szenario ebenfalls eingeplant werden. Ein Break würde den DOW dann auf ein Niveau von ca. 3.000 bis 2.500 Punkten fallen lassen.

Da im weiteren Zeitablauf der langfristige Trend noch aufwärts strebt, ist das Niveau von 3.000 bis 2.500 Punkten nicht statisch. Unabhängig von dem "genauen" Kursziel ist letztlich relevant, dass die gesamte Aufwärtsbewegung seit Ende der 80iger Jahre sich in Luft auflösen könnte.

Der Anstieg in 2009 und 2010 muss hierbei als Pullback im Zuge der staatlichen Hilfsmaßnahmen betrachtet werden und ein deutlicher Fall in 2010 und 2011 wäre daher nun erwarten. Soweit das Worst-Case-Szenario aus Sicht der langfristigen Trendanalyse. Doch wie wahrscheinlich ist nun dieses Horror-Szenario?

Statistisch nicht untermauert

Statistisch betrachtet kommt es – entsprechend meiner Statistik - nach Fehlausbrüchen aus einem Aufwärtstrendkanal zu einem Test und Breakversuch der zugrunde liegenden Aufwärtstrendlinie in ca. 65% der untersuchten Trendkanäle – je nach Definition des Trends, der Schwankungsbreite und der Zeitdauer eines Trends werden auch andere statistische Ergebnisse erzielt.

Ein exemplarischer langfristiger Aufwärtstrendkanal, der erst im Zuge der Euphorie nach oben verlassen wurde und dem dann ein Fehlsignal mit entsprechend negativen Szenario folgte war der im Nasdaq Composite existierende Aufwärtstrendkanal von 1990 bis 2001.

Letztlich ist aber das oben skizzierte Szenario im DOW JONES nicht statistisch auswertbar, weil einfach Vergleichswerte in Form eines derart langfristigen Aufwärtstrendkanals fehlen. Ein weiterer „methodischer“ Stolperstein liegt darin zugrunde, dass der Index auf Grund der Berechnung und Zusammensetzung durchaus kritikwürdig ist und auch keine inflationsbereinigten Kurse verwendet werden.

Risiken im Hinterkopf behalten

Die Aussagekraft des langfristigen Kursverlaufs im DOW JONES darf also durchaus in Frage gestellt werden. Ebenso möglich, aber statistisch gleichfalls nicht ableitbar, wäre ein langfristiger Sägezahnmarkt wie in den 60er und 70er Jahren in den nächsten Jahrzehnten.

Die Empfehlung für den Anleger lautet letztlich, sich zwar von den Horrar-Szenarien nicht beeindrucken zu lassen, denn charttechnisch ist ein Zusammenbruch des US-Aktienmarktes statistisch nicht untermauert, aber trotzdem im Hinterkopf zu behalten.

Denn die doch sehr volatile Entwicklung in den letzten Wochen zeigt an, dass auch vorab nicht für möglich gehaltene Kursbewegungen dynamisch ablaufen können. Kritisch wären im DOW JONES vor allem Rückgänge unter die jüngsten markanten Monatstiefs bei 10.605 und 10597 Punkten sowie vom Juli 2010 bei 9.614 Punkten sowie unter 9.430 Punkten.

 

Monatskerzen DOW JONES

DOW Monthly1.png

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Anmerkung: diese Analyse des langfristigen DOW JONES wurde schon seit 2008/2009 vorgestellt. An der Aussage hat sich seitdem nicht viel geändert. Achten Sie an der Börse nicht darauf, wie viel Sie gewinnen, sondern stets darauf, was Sie verlieren können!

 

Ihr Stefan Salomon

 

 Kontakt:info@candlestick.de

Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er im Besitz von Finanzinstrumenten sein kann, auf die sich einzelne Analysen beziehen. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Datenfeed: www.BSB-Software.de  sowie www.teletrader.com. Kontakt: Stefan Salomon, 94249 Bodenmais, info@candlestick.de

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