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Börse Frankfurt Schluss Deutliche Zugewinne, Volkswagen fahren vor

 |  24.10.2011, 18:07  |  1597 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes sind am Montag mit Zugewinnen aus dem Handel gegangen. Da die Investoren vor dem EU-Gipfeltreffen am Mittwoch sehr nervös sind, war auch die Schwankungsbreite heute sehr hoch. Unterdessen stützte am Nachmittag die positive Entwicklung an der Wall Street. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann 1,41 Prozent auf 6.055,27 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) 2,14 Prozent auf 9.148,05 Stellen stieg. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,46 Prozent auf 4.519,89 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verbesserte sich um 2,78 Prozent auf 709,76 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 0,07 Prozent auf 134,58 Punkte, während sich der Euro um 0,66 Prozent auf 1,3938 US-Dollar verteuerte.

Die deutschen Frühindikatoren sind im August 2011 gesunken. Dies gab das Conference Board heute bekannt. So fielen die Frühindikatoren um 2,0 Prozent. Für Juli 2011 war hingegen ein Rückgang von 0,1 Prozent ausgewiesen worden.

Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU hat es bislang keine Einigung über Schritte zur Lösung der Euro-Schuldenkrise oder Beschlüsse zu einem Konsens über die Sanierung des kurz vor der Pleite stehenden Euro-Mitglieds Griechenland gegeben. Stattdessen wurden konkrete Entscheidungen auf Mitte dieser Woche vertagt. Die Entscheidungen zur Rettung des Euros werden am Mittwoch fallen, unterstrichen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Sonntag in Brüssel. Merkel erläuterte, es müsse jetzt einerseits darum gehen, den europäischen Rettungsfonds EFSF so auszubauen, dass er den Anforderungen zum Schutz der Euro-Länder gerecht werde. Andererseits müsse es um ein neues Griechenland-Programm gehen. Aber man habe am Sonntagmittag bei dem Treffen der 27 EU-Mitgliedstaaten auch darüber gesprochen, in Zukunft die Haushaltsdisziplin strenger zu fassen.

An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 2,2 Prozent im Plus. Am Dienstag werden in Deutschland die Daten zum Bauhauptgewerbe für August sowie die GfK Konsumklimastudie für November erwartet. In den USA stehen der Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex sowie der FHFA Hauspreisindex für August sowie die Verbrachervertrauensdaten für Oktober zur Veröffentlichung an. Ferner geht auch die Berichtssaison in ihre nächste Runde.

RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) verteuerten sich um 2,5 Prozent. Die zu dem Versorger gehörende RWE Dea UK hat die Breagh-Alpha-Plattform erfolgreich in der Nordsee installiert. Der Unterbau der Plattform sowie acht Pfeiler wurden durch ein Schwerlastschiff in einer Wassertiefe von 62 Metern, etwa 100 km von Teesside (Nordengland) entfernt, installiert. Danach wurden die integrierten Deckaufbauten erfolgreich angehoben und montiert. Sämtliche Arbeiten wurden sicher und ohne Zwischenfälle abgeschlossen. Munich Re (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) verbesserten sich um 0,9 Prozent. Der Versicherer teilte heute mit, dass die Staatsschuldenkrise in Europa und den USA, eine anhaltende Niedrigzinsphase und große Belastungen durch Naturkatastrophen Erst- und Rückversicherer vor große Herausforderungen stellen. Bei der Analyse der zunehmenden Verkettung von Risiken habe Munich Re erste regionale und industrielle Kumul-Schwerpunkte identifiziert. Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) könnte indes einem Medienbericht zufolge sein Ziel, an dem japanischen Autohersteller Toyota (ISIN JP3633400001/ WKN 853510) vorbeizuziehen, deutlich früher als erwartet erreichen. Den Angaben zufolge sagen gleich drei große Marktforscher voraus, dass VW 2011 sowohl beim Absatz als auch bei den Produktionszahlen am bisherigen Weltmarktführer Toyota vorbeiziehen wird. Der Titel fuhr um 4,6 Prozent vor. Für die Aktie der Deutschem Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) ging es auf dem letzten Platz um 1,2 Prozent nach unten. Der Vorstand des Telekommunikationskonzerns will einem Medienbericht zufolge die Mitarbeiter auf verstärkte Sparanstrengungen einschwören, um seine Gewinnziele erreichen zu können. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren fanden sich heute im DAX die Anteilsscheine von HeidelbergCement mit einem Zugewinn von 6 Prozent wieder.

Im MDAX legten ElringKlinger (ISIN DE0007856023/ WKN 785602) um 4,8 Prozent zu. Der Automobilzulieferer hat die Mehrheitsübernahme des Formen- und Werkzeugbauers Hummel-Formen GmbH vollzogen. Heidelberger Druck (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) rückten um 3,1 Prozent vor. Der Konzern und die Papier Union GmbH, eine Tochter der international tätigen Inapa Gruppe (ISIN PTINA0AP0008/ WKN 872598), haben eine strategische Partnerschaft für den Vertrieb von Saphira Verbrauchsmaterialien in Deutschland vereinbart. Celesio (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) verbesserten sich daneben um 0,7 Prozent. Bei dem Unternehmen steht einem Medienbericht von Samstag zufolge möglicherweise erneut ein Wechsel im Vorstand an. Wie es heißt, will der Finanzvorstand von Celesio, Christian Holzherr, spätestens mit der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal am 10. November, womöglich noch früher, aus dem Konzern ausscheiden. Angeblich passte dem selbstbewussten Finanzvorstand die neue Linie bei Celesio nicht, die einen direkten Durchgriff des Großaktionärs Haniel bedeutet. Tagessieger im MDAX wurden heute Klöckner & Co mit einem Zugewinn von 7,7 Prozent, während sich auf dem letzten Platz Südzucker um 3,2 Prozent verbilligten.

Im TecDAX verteuerten sich JENOPTIK (ISIN DE0006229107/ WKN 622910) um 2,8 Prozent. Der Technologiekonzern hat ein Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren erfolgreich platziert. Da das Interesse in- und ausländischer Investoren an der Transaktion groß gewesen und die Emission dreifach überzeichnet war, wurde das Volumen der Emission von zunächst 50 Mio. Euro auf 90 Mio. Euro erhöht. Indes ging es für freenet (ISIN DE000A0Z2ZZ5/ WKN A0Z2ZZ) um 0,3 Prozent nach unten. Das Unternehmen will nach den Worten von Vorstandschef Christoph Vilanek über Zukäufe oder Kooperationen in neue Geschäftsfelder einsteigen. Schließlich stiegen Gigaset (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) um 1,6 Prozent. Der Telefonhersteller verlautbarte, dass seine Tochter Gigaset Communication GmbH am 21.Oktober 2011 Klage beim Landgericht Düsseldorf gegen die Firma AVM Computersysteme Vertriebs GmbH eingereicht hat. Nach Überzeugung von Gigaset verletzt AVM mit mehreren Produkten der FRITZ!-Produktreihe ein grundlegendes Gigaset-Patent.

Aus dem SDAX gab es heute eine Neuigkeit von der Akquisitionsfront. Die HORN GmbH & Co. KG, eine Beteiligung der INDUS Holding (ISIN DE0006200108/ WKN 620010) hat mit Wirkung zum 1. Oktober das britische Unternehmen Pneumatic Components Limited (PCL) übernommen. Zum 1. November erwirbt HORN zudem den Geschäftsbereich Tankwagenmesstechnik der Bonndorfer Hectronic GmbH. Der Titel der Beteiligungsgesellschaft legte um 3,8 Prozent zu.

DAX: 6.055,27 (+1,41 Prozent) MDAX: 9.148,05 (+2,14 Prozent) SDAX: 4.519,89 (+1,46 Prozent) TecDAX: 709,76 (+2,78 Prozent) (24.10.2011/ac/n/m)

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