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Derivatezauber 75 Billionen allein bei einem US-Bankkonzern?

Gastautor: Heiko Aschoff
29.10.2011, 13:13  |  3914   |   |   

Ich habe nicht schlecht gestaunt über die Meldung bei Bloomberg. Man musste den Artikel schon sehr aufmerksam lesen, um über die Zahlen zu stolpern. Darin heißt es im Abschnitt The Normal Course:

„Bank of America’s holding company -- the parent of both the retail bank and the Merrill Lynch securities unit -- held almost $75 trillion of derivatives at the end of June,…“

Quelle: BofA Said to Split Regulators Over Moving Merrill Derivatives to Bank Unit von Bob Ivry, Hugh Son und Christine Harper auf Bloomberg.com am 18.10.2011.

Da ist tatsächlich von Trillionen US-Dollar die Rede, also Billionen Dollars in unserem Sprachgebrauch. Eine gewaltige Summe, wohlgemerkt bei nur einem Institut. Weltweit ist das Derivatevolumen viel höher. Derivate sind nicht per se Teufelszeug oder Heilsbringer. Wenn Produzenten ihre Waren auf Termin verkaufen, dann steht dahinter eine sinnvolle ökonomische Absicht. Wenn Derivate allein Spekulationszwecken dienen, ist das so eine Sache.

Wird nur ein kleines Rad gedreht, kann sie einen sinnvollen Beitrag zur Marktwirtschaft leisten. Arbitragegeschäfte reduzieren Ineffizienzen. Die Marktliquidität erhöht sich. Wird das Rad immer größer, wedelt der Schwanz mit dem Hund. Das ist beispielsweise der Fall, wenn am Weltmarkt gar nicht so viele reale Güter verfügbar sind, wie sie über Derivate theoretisch per Termin gekauft werden könnten. Das kommt häufiger vor als man denkt.

Je komplexer die Derivate, je vernetzter die Strukturen, desto intransparenter und anfälliger sind sie für Marktverwerfungen. Wozu die Intransparenz führen kann, mussten wir bitter erfahren in der Finanzmarktkrise 2008, wo die Risiken von Kreditderivaten massiv unterschätzt wurden.

Der legendäre Investor Warren Buffett bezeichnete den ausufernden Derivatemarkt als Atombombe der Finanzmärkte. Wie in der Medizin kommt es auf die richtige Dosis an. Nimmt man zu viel, schadet es. Die Zahlen sprechen für sich.



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Kommentare

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silber100dollar
30.10.11 11:01:27
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Und warum es soviel Derivate gibt ?

Das kleine Kind im Mann des kapitalistischen Westens ist nicht raus zu kriegen. Wenn du ihn befriedigen willst, muß du ihm im Süssigkeitsladen mind. 1 000 000 Lutschersorten zur Auswahl stellen, damit er sich das ganze überhaupt ansieht. Denn er glaubt was von Lutschern zu verstehen.
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silber100dollar
30.10.11 10:52:05
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Dieses Gesülze von Aberbillionen Derivaten wird langsam lästig.
Wer heute akzeptiert, daß die deutschen Guthaben auf deutschen Banken eigentlich nicht mehr existent sind weil sie sich in Wirklichkeit in den Pigs-Ländern fein Verteilt haben, sollte auch akzeptieren daß jedem Shortgeschäft ein Longgeschäft zw. Bank und Kunden oder umgekehrt entegen steht. Die Summe beider Geschäfte ist nahezu Null, und nicht 600 oder 6000 Billionen.

Da die Konditionen zum Abschluß eines solchen Geschäftes für einen Kunden teurer sind als für die Bank wird der Kunde um den Betrag der Gebühr immer drauf legen. Egal ob er recht hat oder nicht. Und wenn die Bank weis wo die Fahrt hin geht, viele glauben ja an die gleichberechtigte Unwissenheit der Marktteilnehmer für zukünftige Ereignisse wie an den Osterhasen, geht sie noch nicht mal ein Gegengeschäft ein und kassiert wie sagt man heute so schön mit Hebel. Das verhält sich wie im aktuelle Hebelgeschäft des ESFS, die Bank gewinnt immer, und wenn sie mal zufällig nicht gewinnen sollte, gewwinnt sie trotzdem.
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Sk2
30.10.11 09:17:12
Angeblich macht der gesamte Derivatehandel weltweit 600 Billionen pro Jahr aus (im Vergleich dazu das weltweit aufaddierte BIP aller Nationen ist ca. 60 Billionen, also ein zehntel)

Guter Artikel, danke dafür. Er dient zur Wahrheitsfindung für die Frage, wo denn wirklich die Musik spielt. Und in Europa ist man in Panik wegen einer lächerlichen Billion für den Rettungsschirm.

Disclaimer

Derivatezauber 75 Billionen allein bei einem US-Bankkonzern?

Ich habe nicht schlecht gestaunt über die Meldung bei Bloomberg. Man musste den Artikel schon sehr aufmerksam lesen, um über die Zahlen zu stolpern. Darin heißt es im Abschnitt The Normal Course:

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